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Mitwirkung

amtlicher Naturschutz

von waldeule am 05.03.2012 | 18:41 | Kommentare: 10 |

ForstBW will den Einfluss des staatl. Naturschuztes offensichtlich so gering als möglich halten. Auszug" Das Ziel ist erreicht, wenn....
1. ..unter Beteiligung des amtlichen Naturschutzes
2. ..eine Konsultation des amtlichen Naturschutzes ..."
Ich denke, dass dies die falsche Strategie ist - es ist kein "miteinander". ForstBW muss den amtlichen Naturschutzes m.E.(zwangsläufig) in einer ganzen Reihe von forstlichen Disziplinen integrativ einbinden, nicht nur beteiligen/konsultieren.

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  Kommentare
Marc Förschler am 22.03.2012 11:57:42

Hallo Frau Stübner,
wichtig ist meiner Ansicht nach insbesondere der Aufbau eines gegenseitigen Vertrauensverhältnisses, da die Fronten oft unnötig verhärtet sind. In der Regel sind es nicht „Die Naturschützer“ oder „Die Förster“.
Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass man durch eine gute Kommunikation mit befreundeten Förstern für den Artenschutz mehr erreichen kann (beispielsweise das Stehenlassen von wichtigen Höhlenbäumen oder Horststandorten). Daher sollten einerseits Artkenner ihre Kenntnisse über das Vorkommen seltener Arten und ihre Bedenken besser an die Förster kommunizieren und andererseits könnten Förster ggf. bei größeren Eingriffen vorher das vorhandene Wissen der ihnen bekannten Artexperten abfragen.
Hilfreich und sinnvoll wäre dabei auch eine Einrichtung von regionalen Arbeitskreisen, in denen lokale Artenschützer mit Förstern gemeinsam über die künftige Waldentwicklung und die Konsequenzen für die vorkommenden Arten diskutieren können und/oder gemeinsame Veranstaltungen von Forst und Naturschutz (z.B. Seminare, Vortragsreihen), bei denen wichtige Themen (z.B. die Einbringung von Douglasie/Roteiche)von unterschiedliche Seiten beleuchtet werden.

Beste Grüße,
Marc Förschler

Moderation am 21.03.2012 18:33:06

Hallo Herr Förschler,
möchten Sie vielleicht genauer erläutern, wie eine intensive Zusammenarbeit zwischen lokalen Naturschützern und Förstern konkret in der Praxis aussehen kann? Welche Erfahrungen gibt es da aus der Praxis?

Beste Grüße,
Simone Stübner (Moderation)

Marc Förschler am 21.03.2012 15:11:16

Meiner Meinung nach ist beim Waldnaturschutz die intensive Kommunikation zwischen lokalen Naturschützern und Revierleitern einer der wichtigsten Aspekte. Artkenner können oft wichtige Hinweise liefern und konkrete Maßnahmen benennen, die direkt seltene Arten fördern und in der Regel auch wirtschaftlich nicht allzu große Verluste bedeuten. Es sind meist Kleinigkeiten, die für den Erhalt von Arten bedeutend sind und die schon allein durch regelmäßige Kommunikation konstruktiv bearbeitet werden können.
Natürlich ist der Wald insgesamt ein dynamisches System, das sich ständig verändert und mit ihm die Artenzusammensetzung. Das sehen auch viele Natur- und Artenschützer so. Wichtig für den langfristigen Erhalt der einzelnen Arten ist dabei aber, dass sich über die Gesamtfläche gesehen immer wieder zyklisch geeignete Habiatstrukturen ergeben. Die Förderung von Strukturvielfalt im Wald (unterschiedliche Alterspasen, hoher Totholzanteil, Wurzelteller, Lückigkeit, Baumartenvielfalt etc.) ist daher für den Artenreichtum unserer Wälder von ganz entscheidenender Bedeutung.

Johannes Enssle am 19.03.2012 21:59:47

...nicht nur des amtlichen Naturschutzes.... Mitwrikung des privaten naturschutzes ist offenbar gar nicht erwünscht...

Das ist schon schade, dass nichts dazu gesagt wird, wie man sich insgesamt Brügernäher aufstellen möchte. Bsp. öffenltiche Einsicht in Forsteinrichtungswerke etc.

Förster H am 16.03.2012 21:53:14

Als dem Naturschutz herzensverbundener Förster einige Gedanken zum externen Naturschutz:
Wald ist immer ein dynamisches System. Es unterliegt einer ständigen meist unspekakulären Veränderung.Die allermeisten Naturschützer sehen ein momentanes Bild, einen Zustand oder eine Entwicklungsphase, welches so und nicht anders zu erhalten ist. Dies entspricht leider nicht dem Wesen des Waldes.
In der täglichen Praxis beeinflusst man durch bestimmte Massnahmen wie beispielsweise der Eingriffsstärke direkt oder indirekt bestimmte Arten.Was den Schmetterlingsfreund begeistert, bringt den Amphibienliebhber auf die Palme.Die bei der Holzernte entstehenden wassergefüllten Spurrinnen entzücken Gelbbauchunkenfans und erzürnen Ameisenfreaks. weitere Beispiele liessen sich zuhauf finden.Der zunehmenden Spezialisierung der Naturschützer steht eine Verantwortung für des grosse Ganze im Wald entgegen, welche oft nur schwer vermittelbar ist.
die Zusammenarbei an der Basis funktioniert meist sehr gut. Die Nistkastenkontrolle wird von einem interessierten Nabu- Mann/Frau in hervorragender Qualität erledigt. Die bei der Fledermauskartierung erkannten Lebensraumansprüche können problemlos bei nächsten Hieb geschaffen oder verbessert werden. Mit den Raufusskauzfreunden werden geeignete Nistkastenaufängebäume gesucht usw usw. Bietet man dan im Zug der "Jahr der Wälder"aktion einen Waldbegang zum Thema an und lädt die Funktionäre dazu ein, so kommt... ... leider keiner. In der örtlichen Presse ist man aber sofort dabei, wenn irgendwo ein Kollege versehentlich einen Höhlenbaum hat fällen lassen. Hier müssen leider oft noch Feindbilder gepflegt werden, die an der Basis schon vergessen sind.

JPemsel am 14.03.2012 22:24:50

Ich sehe in einer Reihe von staatlichen Forstämtern den "Vorbild"-Charakter der Waldbehandlung mit Füßen getreten, so dass ich waldeule zustimme.
Gerade unter dem Schirm des Allgemeinwohls werden zugunsten der Ökonomie und zu Lasten des Ökologie meiner Meinung nach zuviele Kompromisse gemacht (Stichworte: technische Befahrbarkeit, Altholz, Baumartenwahl). Solange der Staat nicht mit gutem Beispiel vorangeht, gibt es für private Waldbesitzer auch keinen Grund, dem zu folgen.

Landypilot am 12.03.2012 13:22:34

Hallo,
1. sollte der Forst die aktuellen Karten der Naturschützer erhalten- online- da es oft aus "Unwissenheit über bestimmte Artenvorkommen" zu Konflikten kommt.
Auf dieser Ebene der Darstellung, Info bzw. Kartenmaterial muss mehr zusammengearbeitet werden!!
2.kritisch wird die Zusammenarbeit mit dem amtlichen Naturschutz, wenn "Experten" über eine einzige, bestimmte Art den Waldbesitzern vorschreiben wollen, wie diese ihren Wald zu bewirtschaften haben - warum kommen soviele seltene Arten immer noch im Wald vor????
3. die Ökonomie darf nicht vergessen werden, sie darf nur nicht über allem stehen! Der Waldbesitzer bewirtschaftet seinen Wald um auch Erträge zu bekommen, niemand finanziert Artenschutz oder Erholungs(Wald)wege aus sozialem Aspekt, oder hat der Waldbesucher dem Waldbesitzer schon mal 5 Euro für die Wegeunterhaltung oder das Auflichten von Orchideenvorkommen gegeben?
Hier ist der Forst mit seinem Nachhaltigkeisgedanken schon auf dem richtigen Weg, Nachhaltigkeit in Ökologie und Ökonomie, zusammen sind wir stark!

Holzhacker am 12.03.2012 11:59:13

Hallo zusammen,
wer ist denn der "fachliche Naturschutz"?
Meiner Erfahrung nach sind es Spezialisten, die nur ihr Fachgebiet im Auge haben und sich anderen Argumenten verschließen. Eine Entscheidung gegen ihr Fachgebiet, die zwar wohlwollend aber aus Sachzwängen heraus getroffen wird, können sie nicht akzeptiern und schon gar nicht mittragen.
In der täglichen Arbeit führt diese Haltung dazu, dass sich die Waldwirtschaft selbst zum "fachlichen Naturschutz" erklärt und ihre Entscheidungen ohne das Spezialwissen der praxisfernen Theoretiker trifft.

aucuparia am 09.03.2012 7:47:45

Hallo zusammen!
IMHO sind naturschutzfachliche Belange über Gebietskulissen, Zertifizierungssysteme, gesetzliche Vorgaben (besonder geschützte Biotope, etc.) schon "en gros" integriert. Man sollte den Mitarbeitern auf der Fläche auch eine eigene naturschutzfachliche Kompetenz lassen und Sie nicht zu sehr geisel. Im übrigen funktioniert dies in allen mir bekannten Fällen über das Maß hinaus mehr als vorbildlich!!

Moderation am 05.03.2012 20:10:43

Hallo Waldeule,
danke für den Beitrag. Wie könnte denn Ihrer Ansicht nach ein "Miteinander" von ForstBW und dem amtlichen Naturschutz konkret aussehen?

Viele Grüße, Simone Stübner (Moderation)

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