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Mitwirkung

Kurzbeschreibung
In diesem Wiki werden die eingegangenen Beiträge rund um das Thema Beteiligung und Mitwirkung zusammengefasst. Unter diesem Themenbereich wurden bislang sehr vielfältige soziale und gesellschaftliche Aspekte in Bezug auf den Wald thematisiert.
Beschreibung
Öffentlichkeitsarbeit/ Transparenz

Des Weiteren wird angeregt, die Strategien und Planungen von ForstBW für interessierte Bürger transparenter nachvollziehbar zu gestalten, indem die Information über geplante und laufende Vorhaben verbessert wird. Als Beispiel wird die geplante FSC-Zertifizierung genannt, über welche sich die Teilnehmerin nicht ausreichend informiert sieht (Nicole Schäfer).
Vorgeschlagen wird außerdem, den Datenaustausch und —zugang auf allen Ebenen der Verwaltung von Naturschutz und Forst sowie auch für Umweltverbände zu verbessern. Zudem wird eine Einbindung der Umweltverbände in die forstliche Planung gefordert (Johannes Enssle). Als konkreten Vorschlag nennt der Teilnehmer die Einrichtung eines Beteiligungsverfahrens bei der Forsteinrichtung und der Wirtschaftsplanung für alle Reviere im öffentlichen Wald. Sowohl die Forsteinrichtungen als die Wirtschaftsplanungen sollten frühzeitig im Internet verfügbar gemacht werden und die Pläne für 4 Wochen zur Einsicht und Kommentierung ausliegen. Dies würde maßgeblich zu einer Verbesserung von Transparenz und Akzeptanz beitragen und sei damit eine Chance für eine Verbesserung der Kommunikation zwischen Forstverwaltung und Naturschützern. Der Vorschlag der Weiterentwicklung der Forsteinrichtung wurde von Hr. Reger positiv aufgegriffen, der anmerkte, dass man Wege finden werde interessierte BürgerInnen dabei einzubeziehen.
In diesem Zusammenhang wird von einem Teilnehmer auch darauf hingewiesen, dass bei einer FSC-Zertifizierung wichtige Teile des Bewirtschaftungsplans wie der Forsteinrichtung und der Betriebskontrolle der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden müssen (Elmar Seizinger). Zusätzlich müssen maßgeblich betroffene Interessensvertreter bei forstlichen Maßnahmen eingebunden werden, indem deren Anmerkungen bei den jeweiligen Maßnahmen berücksichtigt werden (Elmar Seizinger).
Darüber hinaus wird gewünscht, dass eine über eine Konsultation hinausgehende Beteiligung der Umweltverbände erfolgen sollte (Andre Baumann). Der Teilnehmer fragte bei der Live-Diskussion mit Herrn MD Reimer an, ob und wie eine stärkere Beteiligung nach Abschluss der Konsultationen vorgesehen sei. Dazu gab MD Wolfgang Reimer an, dass man sich eine Fortführung der bisher sehr positiv und konstruktiv zu bewertenden Beteiligung der Umweltverbände auch weiterhin wünsche, eine Waldnaturschutzkonzeption aufgrund der vielen verschiedenen — teils widersprüchlichen — Forderungen jedoch nicht alle Interessensvertreter vollständig zufrieden stellen könne.

Beteiligung des amtlichen Naturschutzes

Von einem der Teilnehmer wird vorgeschlagen die Beteiligung des amtlichen Naturschutzes über eine Konsultation hinausgehen zu lassen (waldeule). Dies wird von einem Teilnehmer unterstützt, da der Staatswald oftmals nicht den „Vorbild-Charakter“ bei der Waldbehandlung erfülle und die Aufgaben im Sinne des Allgemeinwohls eher die Ökonomie als die Ökologie bediene „(Stichworte: technische Befahrbarkeit, Altholz, Baumartenwahl)“ (JPemsel). Der Teilnehmer gibt zu bedenken, dass nur bei einer vorbildlichen Bewirtschaftung des Staates auch andere Waldbesitzarten nachziehen würden.
Der Vorschlag einer stärkeren Beteiligung wird aber von anderen Teilnehmenden aus verschiedenen Gründen kritisch beurteilt. Zum Einen wird argumentiert, dass die Zusammenarbeit bisher ohnehin schon stattfindet und dies auch gute Ergebnisse hervorbringe (aucuparia; Förster H; Wolfgang Steier). Eine stärkere formelle Zusammenarbeit wird deswegen als Einschränkung der Selbstständigkeit und Herabsetzung der Anerkennung von Fachkompetenzen der Praktiker im Forst gesehen (aucuparia; alpenbock). Zum Anderen wird aber auch die Problematik benannt, dass Einzelpersonen, die als Experten für eine Einbindung zur Verfügung stehen, häufig nicht über einen umfassenden Überblick über Waldnaturschutzziele verfügen, sondern oft praxisfernes Spezialwissen zu einem Aspekt/ einer Art abgefragt werden kann (Holzhacker). Die zunehmende Spezialisierung von Naturschützern bewirke zudem, dass der Praktiker zum Einen nie allen Ansprüchen der Arten und Experten gerecht werden könne und zum Anderen die Verantwortung für „das Große Ganze im Wald“ zu wenig Berücksichtigung finde (Förster H). Außerdem wird auf eine zunehmende Unsicherheit bei den Praktikern aufgrund der zunehmenden Naturschutz-Spezialisierung aufmerksam gemacht, z.B. ob alle wichtigen Aspekte/ Arten berücksichtigt werden und wie man in Zweifelsfällen eine Priorisierung vornehmen sollte (Holzhacker, Landypilot). Häufig bestünde auch nicht die Sichtweise, dass der Waldzustand dynamischen Entwicklungen unterworfen und nicht statisch sei (Förster H).
Andererseits wird angezweifelt, ob „Naturschützer“ die fachliche Kompetenz besitzen, um wertvolle Beiträge für die Waldbewirtschaftung liefern zu können (Wolfgang Steier).
Dagegen wird von einem weiteren Nutzer die Zusammenarbeit zwischen Naturschutz und Forstwirtschaft an der Basis als bereits sehr gut bezeichnet. Allerdings bestünden bei Funktionären und der örtlichen Presse teilweise noch Feindbilder, die an der Basis schon vergessen seien (Förster H).
Darüber hinaus wird von einem Nutzer kritisiert, dass eine stärkere Einbindung nicht erstrebenswert sei, da die Eigentümer selbstverantwortlich Strategien etc. entwickeln sollten (Baer). Diesen Beitrag kommentiert ein Teilnehmer mit der Frage, wer im Falle des Staatswaldes der Eigentümer sei (Johannes Enssle).

Als weiterer Kritikpunkt wird genannt, dass der Entwurf der Waldnaturschutzkonzeption keine stärkere Mitwirkung des privaten Naturschutzes bei der Entwicklung von Strategien/ Konzepten/ Richtlinien vorsieht, was jedoch in Hinblick auf eine größere Bürgernähe des Staatswaldes sehr gewünscht sei (Johannes Enssle) (vgl. Abschnitt Öffentlichkeitsarbeit/Transparenz)

Hi nterfragt wird außerdem, ob eine Fortbildungsstrategie von Forst und amtlichen Naturschutz tatsächlich gemeinsam oder doch komplementär erfolgen sollte oder ob eine Verbesserung des Informationsaustausches zwischen den jeweiligen Institutionen in der Waldnaturschutzkonzeption angestrebt wird (Dr. Joachim Rock).
Eine Teilnehmerin weist darüber hinaus auf die Problematik hin, dass die Kommunikation zwischen Naturschutz und Forst häufig aneinander vorbeiläuft, da die Personengruppen jeweils aus einem unterschiedlichen Hintergrund heraus diskutieren (Bettina Ohse). Zur Verbesserung der Kommunikation schlägt die Teilnehmerin daher vor, die gemeinsame Fortbildungsstrategie derart zu gestalten, dass Forstleute von Naturschützern lernen können und umgekehrt.
Als eine praktikable und notwendige Maßnahme wird vorgeschlagen, dass Förster und Naturschutz gemeinsam Informationsmaterial wie Karten zu Artvorkommen und notwendigen Maßnahmen erarbeiten bzw. ein Austausch von Informationen stattfindet, sodass Konflikte aus Unwissenheit über Arten und deren Bedürfnisse vermieden werden könnten (Landypilot).

Praktikabilität und Mitarbeiter

Ein weiterer Aspekt, der in Zusammenhang mit der Mitwirkung diskutiert wird, ist die zusätzliche Arbeitsbelastung der Revierleiter.
Bereits heute müssten viele verschiedene Aspekte bei Maßnahmen wie der Holzernte Berücksichtigung finden, wodurch die Praktiker häufig zwangsläufig abwägen müssten, welche Vorgaben bewusst nicht eingehalten werden können (Förster H). Es wir die Ansicht geäußert, dass Waldwirtschaft auch Naturschutz sei und dass dies von den meisten Praktikern durch deren Erfahrung, Fachwissen und Engagement durchgeführt werde. Problematisch sei, dass die immer weiter zunehmenden Aufgabenspektren und Reviergrößen dieses Engagement negativ beeinträchtigen und das Personal von Zielvorgaben „getrieben“ würde. Der Teilnehmer wünscht sich diesbezüglich eine Klärung, wie die zunehmenden Arbeits- und Anforderungsbelastung bewältigt werden sollten. Auch der Teilnehmer Westallgaeuer sieht ein motiviertes und befugtes Personal vor Ort als wichtigen Erfolgsfaktor für die Umsetzung der Gesamtkonzeption Waldnaturschutz.
Zudem wird erwartet, dass durch die Waldnaturschutzkonzeption zusätzliche Aufgaben auf die Praktiker zukommen werden, welche in Hinblick auf die bestehende Auslastung nur schwer zu erfüllen sein werden (Johannes Enssle). Daher wurde in der Live-Diskussion mit Hr. LFP Reger die Frage gestellt, ob eine „aufgabengerechte Stärkung der Forstverwaltung“ — wie im Koalitionsvertrag angekündigt — auch umgesetzt werden wird. Aus der Waldnaturschutzkonzeption sei, so Hr. Reger, eine Arbeitserleichterung vor Ort zu erwarten. Unabhängig davon würde eine Stärkung der Mitarbeiterressourcen von ihm begrüßt werden, da dies auch für andere Waldbesitzarten von Vorteil sei.

In der Live-Diskussion wurde von Hr. Reger der Wunsch geäußert, dass sich die Kolleginnen und Kollegen „fachkompetent und kritisch mit der bisherigen Form der Waldbewirtschaftung und dem Naturschutz im Wald auseinandersetzen“ und der Naturschutz im Wald gemeinsam vorangebracht wird.

Waldbildung und Erholung

Es wird mehrmals der Vorschlag genannt, die Öffentlichkeitsarbeit bzw. Waldbildung zu stärken, um die Bevölkerung zu informieren und zu sensibilisieren und so Unterstützung für die Wahrnehmung von Naturschutzaufgaben zu erreichen (RainerS; Riekert). Diese Notwendigkeit wird von einigen Teilnehmern unterstützt (Kurt Bollmann; stollenbach).
Auch in der Live-Diskussion mit Hr. LFP Reger wurde das Thema Waldpädagogik/ Waldbildung und Erholung/ Naturerlebnis als bisher nicht ausreichend in der Waldnaturschutzkonzeption berücksichtigt benannt (Johannes Enssle). Dem entgegen wurde von Herrn LFP Reger angemerkt, dass der Fokus der Waldnaturschutzkonzeption auf naturschutzfachlichen Fragestellungen liege und die Inhalte der Konzeption nach deren Beschluss in die waldpädagogische Arbeit und Umweltbildung von ForstBW integriert werden.

Darüber hinaus wird von einem Nutzer die Befürchtung geäußert, dass mit der Verabschiedung der Waldnaturschutzkonzeption weitere Einschränkungen für Waldbesucher einhergehen und dass Naturschutz- und Erholungsflächen im Wald getrennt würden (adele).
Auch wird gefragt, inwiefern der Aspekt der Erholung bei der Waldnaturschutzkonzeption eine Rolle spielt, da in dem Entwurf keine Aussagen dazu zu finden seien.
Herr MD Wolfgang Reimer wies während der Live-Diskussion diesbezüglich darauf hin, dass die Belange der Bürger durch die Online-Beteiligung sowie auch die Erfahrung der Praktiker durch deren Konsultation mit in die Entwicklung der Waldnaturschutzkonzeption einfließen. Die Erholungsfunktion sei ebenso wichtig wie die Waldnaturschutzfunktion, auch wenn man Restriktionen aufgrund von Naturschutzzielen oder der Verkehrssicherungspflicht nicht gänzlich vermeiden könne — die Bürger würden nicht „aus dem Wald ausgesperrt werden“ und „Natur müsse erlebbar bleiben“ (MD Wolfgang Reimer). Außerdem sei eine Konzeption für die Erholung im Staatswald bereits in Erarbeitung, welche ergänzend zur Gesamtkonzeption Waldnaturschutz umgesetzt werden wird (MD Wolfgang Reimer). Der Staatswald solle seinen Waldnaturschutz-, Erholungs- und Schutzfunktionen vorbildlich erfüllen und damit auch seiner Verantwortung für globale umweltpolitische Zielen gerecht werden (MD Wolfgang Reimer).


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