Naturnaher Waldbau


Ziel 1: Der Anteil nichtheimischer Baumarten (z.B. Douglasie, Roteiche) bleibt unter 20% der Gesamtfläche.

Ziel 2: Lichtbaumarten werden durch vielfältige Waldbauverfahren und die Nutzung von Störungsflächen mit einem Anteil von mind. 15% (dabei mind. 10% Laubbäume) an der Baumartenzusammensetzung beteiligt.

Kurzbeschreibung:

Naturnaher Waldbau als Teil des Konzepts der Naturnahen Waldwirtschaft von ForstBW  bezweckt den Aufbau, die Pflege und Erhaltung forstwirtschaftlich leistungsfähiger, naturnaher und ökologisch und physikalisch stabiler Waldökosysteme sowie die Erhaltung der genetischen Vielfalt.

Naturnaher Waldbau definiert sich über
•    eine am natürlichen Standortswald orientierte Baumartenwahl,
•    die Nutzung natürlicher Prozesse und Selbststeuerungsmechanismen innerhalb von Waldökosystemen im Sinne einer „biologischen Automation“,
•    die Integration und Nutzung von Störungen in die Waldpflege, soweit sie dem Bewirtschaftungsziel (Erfüllung der Nutz-, Schutz-, Naturschutz- und Erholungsfunktionen) dienlich sind.

Naturnaher Waldbau berücksichtigt in einem integrativen Ansatz Naturschutzziele auf der ganzen Waldfläche.
 

Ziel 1 (Was soll erreicht werden?)



Der Anteil nichtheimischer Baumarten (z.B. Douglasie, Roteiche) bleibt unter 20% der Gesamtfläche.

Kriterien (Wann ist das Ziel erreicht?)

Das Ziel ist erreicht wenn,

1.    für den Staatswald die Überarbeitung des angestrebten Baumartenverhältnisses auf standörtlicher Grundlage unter Berücksichtigung der Risiken des Klimawandels  vorliegt

2.    im Rahmen der periodischen Erhebung der aktuellen Mischungsanteile und Flächen (Forsteinrichtung) nachgewiesen ist, dass der Anteil von 20% nichtheimischer Baumarten nicht überschritten wird.

3.    der periodische Nachhaltigkeitsbericht den Umsetzungsfortschritt dokumentiert.

Umsetzung (Wie kann das Ziel erreicht werden?)

Maßnahmen
- Keine Erhöhung der Douglasienanteile auf Kosten der Laubbaumfläche (landesweite Bilanz)
- Douglasie als eine Alternative für den Ersatz klima- oder standortslabiler Fichte (neben Eiche, Buche oder Bergmischwäldern).
- Kein Einbringen von Douglasie im Umfeld von Lebensraumtypen (Natura 2000) bzw. Biotopen, in welchen sie invasiv werden kann (Blockhalden, Schutthalden, trockenwarme Sonderstandorte).
- Keine aktive Erhöhung der Anteile nichtheimischer Baumarten in naturschutzrelevanten Flächen (z.B. Schonwälder, Naturschutzgebiete, geschützte Waldbiotope); Reduktion von unerwünschten nicht heimischen Baumarten, wo nötig und sinnvoll im Zuge der  Pflege
- Kleinflächige Mischungsformen im Durchmesser 30 bis 60 Meter (Horstgröße) der nicht heimischen Baumarten, wo sie gepflanzt werden.

Diskussionspunkte und Fragen für die Online-Beteiligung
•    Ist der Anteil der nicht standheimischen Baumarten unter Berücksichtigung des Klimawandels und der wirtschaftlichen Situation des Betriebes zu gering oder aus Gesichtspunkten des Waldnaturschutzes zu hoch?
•    Welche drei wichtigsten Kriterien sprechen für und gegen die Einbringung von nicht standheimischen Baumarten?
•    Ist die Mischungsvorstellung bei der Douglasie praxis- und naturschutzgerecht?
•    Welche Mischungsanteile bzw. Mischungsformen und Verjüngungsverfahren für Roteiche ergeben sich aus Gesichtspunkten des Waldnaturschutzes und der Nutzfunktion?

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Ziel 2 (Was soll erreicht werden?)



Lichtbaumarten werden durch vielfältige Waldbauverfahren und die Nutzung von Störungsflächen mit einem Anteil von mind. 15% (dabei mind. 10% Laubbäume) an der Baumartenzusammensetzung beteiligt.

Kriterien (Wann ist das Ziel erreicht?)

Das Ziel ist erreicht wenn,

1.    das angestrebte Baumartenverhältnis auf standörtlicher Grundlage unter Berücksichtigung der Risiken des Klimawandels für den gesamten Staatswald überarbeitet und den Lichtbaumarten mindestens 15% der Gesamtfläche zugewiesen ist und

2.    dabei mind. 10 % auf Laubbaumarten entfallen, vor allem auf Eiche und deren Licht liebende Begleitbaumarten (z.B. Kirsche, Elsbeere, Speierling) und Pioniere (z.B. Birken, Weiden, Erlen, Eberesche),

Umsetzung (Wie kann das Ziel erreicht werden?)

Maßnahmen
- Einsatz vielfältiger Waldbauverfahren und Nutzung von Störungsflächen zum flächigen Erhalt von Lichtbaumarten (v.a. Eiche (Schirmschlag) , Kiefer (Kleinkahlschlag) und deren Begleitbaumarten); Bevorzugung von Naturverjüngung
- Verlängerung des Verjüngungszeitraums von Beständen im waldbaulich vertretbaren Maße bei regional unausgewogener Altersstruktur, wenn die Anteile naturschutzfachlich wertvoller Alteichenbestände zeitweise stark abzunehmen drohen
- Besondere Förderung der Lebensraumtypen und Waldbiotope
- Umsetzung des Alt- und Totholzkonzeptes und damit Erhalt von Elementen der Alters- und Zerfallsphase auf Bestandesebene

Diskussionspunkte und Fragen für die Online-Beteiligung
•     Welchen naturschutzfachlichen Mehrwert bzw. welche naturschutzfachliche Beeinträchtigung sehen Sie durch den Einsatz solcher vielfältiger Waldbauverfahren und Nutzung von Störungsflächen zum flächigen Erhalt von Lichtbaumarten?
•    Wie kann dieser Mehrwert bzw. Beeinträchtigung belegt werden?
•    Welches sind geeignete Leit- oder Charakterarten für diese vielfältigen Waldbauverfahren insbesondere in der Verjüngungsphase solcher Eichen-/ Kiefernwäldern?
•    Welche Rolle und welches Potenzial für den Artenschutz, Biotopschutz, Biotopverbund, Landschaftsbild und landschaftsgeprägte Erholung haben solche vielfältigen Waldbauverfahren?
•    Welche Gefahren bestehen durch die Öffnung für nicht erwünschte Arten, Neophyten?

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