Lichte, offene Wälder


Ziel 3: Lichte seltene naturnahe Waldgesellschaften („lichte Waldbiotope“) auf sauren und trockenen Sonderstandorten sind erhalten.

Ziel 4: Naturschutzfachlicher Bedarf und Potenzial von Eichenmittelwäldern sind in einer Konzeption erarbeitet und umgesetzt.

Kurzbeschreibung:

Nach 30 Jahren naturnahem Waldbau ist der Staatswald stabiler gegen Schäden durch Sturm oder massenhaften Insektenfraß und reicher an Laubholz und dicken, alten Bäumen. Unter dem Kronendach wächst auf großer Fläche schon die nächste Baumgeneration aus natürlicher Verjüngung, vor allem der Buche. Von diesen Veränderungen profitiert eine Vielzahl typischer Waldarten der mehr oder minder geschlossenen natürlichen Buchenwälder, die ohne menschlichen Einfluss über drei Viertel der Fläche Baden-Württembergs bedecken würden. Jedoch ist Naturnähe nicht gleichbedeutend mit Waldnaturschutz. Viele der gefährdeten und geschützten Arten im Wald sind auf lichte, offenere Wälder angewiesen und brauchen z. B. besonnten Boden, Wärme in der Kraut- und Zwergstrauchschicht oder freistehende, totholzreiche Baumkronen. Solche Strukturen können oftmals nur durch intensive Waldpflege geschaffen oder erhalten werden.
Lichte seltene naturnahe Waldgesellschaften werden durch die Waldbiotopkartierung erfasst und die Waldbewirtschaftung dort so gestaltet, dass die Biotope nicht beeinträchtigt werden. Teils intensive Pflege genießen hochmontane lichte Wälder im Schwarzwald im Rahmen des Auerwildaktionsplans und auch andernorts werden Pflegemaßnahmen für lichte Wälder aus der Waldbiotopkartierung, Artenschutzprogrammen oder Managementplänen umgesetzt. Dennoch sollten die Anstrengungen vor allem auf trockenen und sauren Standorten weiter verstärkt werden, denn diese lichten Waldbiotope sind teilweise durch die Regeneration ehemals verarmter Böden und durch Sukzession naturschutzfachlich nicht erwünschter Baumarten gefährdet. Auch einige der bestehenden Schonwälder werden als lichte, offene Wälder bewirtschaftet. Durch die Wiederbelebung historischer Waldnutzungsformen auf weiteren Flächen können solche naturschutzfachlich sehr wertvollen anthropogen lichten Wälder vermehrt werden.

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Ziel 3 (Was soll erreicht werden?)

Lichte seltene naturnahe Waldgesellschaften („lichte Waldbiotope“) auf sauren und trockenen Sonderstandorten sind erhalten.

Kriterien (Wann ist das Ziel erreicht?)

Das Ziel ist erreicht, wenn
1.    lichte Waldbiotope, die durch Sukzession gefährdet sind, bekannt und gepflegt sind.
2.    lichte Waldbiotope mit Vorkommen gefährdeter / besonders oder streng geschützter Arten bekannt und gepflegt sind.

Umsetzungsvorschläge (Wie kann das Ziel erreicht werden?)

Maßnahmen
Zurückdrängen naturschutzfachlich nicht erwünschter Baumarten (z.B. Douglasie in Waldbiotopen trocken-warmer Standorte).
Periodisch stärkere Eingriffe in Übergangsbereichen zu wüchsigeren Standorten, dabei Förderung der Baumarten der Sonderstandorte.
Anwenderfreundliche Bereitstellung von praxisorientierten Informationen zu Waldbiotopen (einschließlich Beschreibung, Charakterarten, empfohlene Pflege).

Diskussionspunkte und Fragen für die Online-Beteiligung

•   Welches sind geeignete Leit- oder Charakterarten für die lichten Wälder auf trockenen und sauren Sonderstandorten?

•   Welches Potenzial für den Artenschutz, den Biotopverbund und das Landschaftsbild steckt in der Berücksichtigung und besonderen Pflege von Innen- und Außenwaldrändern, Bachrändern, Leitungstrassen, Wege- und Straßenrandbereichen, Holzlagerplätzen? Welche Gefahren bestehen durch die Öffnung für nicht erwünschte Arten, Neophyten?
 

Ziel 4 (Was soll erreicht werden?)

Naturschutzfachlicher Bedarf und Potenzial von Eichenmittelwäldern sind in einer Konzeption erarbeitet und umgesetzt.

Kriterien (Wann ist das Ziel erreicht?)

Das Ziel ist erreicht, wenn
1.    Vorkommen und Lebensraumansprüche (qualitativ und quantitativ) von „Mittelwaldarten“ bekannt sind.
2.    ausgewählte Flächen als Mittelwald so bewirtschaftet werden, dass die spezifischen Lebensraumansprüche der Zielarten erfüllt sind.
3.    die Dauerhaftigkeit der Mittelwaldbewirtschaftung in den ausgewählten Flächen sichergestellt ist.
4.    ForstBW auch andere, naturschutzfachliche Projekte zur Wiederaufnahme historischer Waldnutzungsformen, z.B. Waldweide, unterstützt, sofern die Rahmenbedingungen Erfolg versprechend sind.

Umsetzung (Wie kann das Ziel erreicht werden?)

Maßnahmen
Weiterführung und (Wieder-) Aufnahme von Mittelwaldwirtschaft in ausgewählten Beständen.
Die Auswahl naturschutzfachlich geeigneter Flächen erfordert eine tiefer gehende gemeinsame Bearbeitung von Forst (FVA) und Naturschutz (LUBW).
Erstellung einer Broschüre zu Waldweide mit Information zu Rahmenbedingungen, naturschutzfachlichen Kriterien und Ansprechpartnern für Revierleiter, Waldbesitzer, Viehhalter.

Diskussionspunkte und Fragen für die Online-Beteiligung
•    Welches sind geeignete Leit- oder Charakterarten für die lichten Wälder historischer Waldnutzungsformen?
•    Wie kann der naturschutzfachliche "Bedarf" für die Neuschaffung bzw. Wiedereinführung historischer Waldnutzungsformen belegt werden?

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