Maßnahmenvorschlag zum Thema Prozessschutz

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Prozessschutz - Ziel: Ausweisung dauerhaft nutzungsfreier Waldfläche

von FVA | am 05.03.2012 | 10:06

Vorgeschlagene Maßnahmen:

- Umsetzung der Waldrefugien aus dem Alt- und Totholzkonzept
- Umsetzung der Habitatbaumgruppen aus dem Alt- und Totholzkonzept
- Zeitnahe Realisierung geplanter Bannwaldausweisungen
- Ausweisung eines angestrebten Biosphärengebiets Südschwarzwald
- Ausweisung eines angestrebten Nationalparks Nordschwarzwald



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  Kommentare
deko Benedikt Kirchhoff am 30.03.2012 11:48:31

Prozessschutz ist wohl das neue " Zauberwort" in der Diskussion um Flächenstillegung.
Ich denke, wenn wir weiterhin den Artenschutz als Grundlage der Diskussion nehmen, dann können wir mit Fakten arbeiten und nicht mit Emotionen.
Dann können wir vergleichen, ob der naturnahe Wirtschaftswald oder die stillgelegte Fläche, mehr Artenvielfalt zu bieten hat!

deko Corvus corax am 13.03.2012 17:01:13

Mit den Maßnahmen 1-3 haben wohl nur wenige Private- und Kommunale Waldbesitzer ein Problem, da es sich ja hierbei nur um kleine bis mittelgroße Flächen, oft innerhalb großer Staatswaldkomplexe handelt. Zum Biosphärengebiet SSW kann ich nicht viel sagen, aber wenn die Aussagen stimmen, dass die Bevölkerung vor Ort eine Ausweisung begrüßen würde, warum nicht?
Ganz anders stellt sich die Lage beim Thema NP NSW dar. Hier ist die Mehrheit der Bevölkerung (und ich meine die Bevölkerung der Gemeinden, die mit ihren Gemarkungen betroffen wären!) gegen die Ausweisung. Wer das nicht glaubt: einfach eine Bürgerbefragung durchführen, ist zwar rechtlich nicht verbindlich aber auch nicht verboten! Aber jetzt zum Thema Prozessschutz: Interessant finde ich, dass das Thema NP unter Prozessschutz und nicht unter Artenmanagement behandelt wird. Das ist auch ehrlich. Und so ehrlich sollte man dann auch mit dem Thema umgehen. Wenn der Landtag die Ausweisung eines NPs beschließt kann er das tun, er macht die Gesetze. Aber dann sollte man den Menschen vor Ort auch sagen was das bedeutet und sie nicht mit dem Taschenspielertrick "Entwicklungsnationalpark" an der Nase herumführen. Wenn uns der Prozessschutz auch finanziell so viel wert ist (allein der derzeitige Holzvorrat auf 7.500 Hektar hat einen Marktwert von ca. 200 Millionen €) , dann aber bitte richtig, ab dem ersten Tag Natur Natur sein lassen und nicht in 30 Jahren der Natur zu erklären versuchen, wie wir es uns vorstellen, dass sie zu sein hat oder werden soll. Dann Prozessschutz für alle Arten, Buchdrucker und Rothirsch und Douglasie und Buche und Fichte und Sperlingskauz und Indisches Springkraut und Wanderfalke und Staudenknöterich... und in 30 Jahren schauen wir dann welche Arten noch da sind und welche nicht.

deko Dr. Tobias Kühn am 13.03.2012 10:29:39

Die Frage ist: was will man mit Bannwäldern erreichen? geht es um wissenschaftlichen Erkenntnisprozess, geht es um Unterschutzstellung von Arten, get es um politische Einflussnahme?
Bzgl. Ziel Nr. 1 habe ich volles Vertrauen in die Kompetenz der FVA etwaig bestehende Lücken bennen zu können.
Bannwaldausweisung aufgrund politischer Einflussnahme lehne ich ab.

deko Moderation am 08.03.2012 20:39:38

Sehr geehrter Herr Dr. Kühn, liebe Teilnehmende,

In Ihrem Beitrag gehen Sie darauf ein, dass Sie Ausweisungen zusätzlicher Bannwälder befürworten unter der Voraussetzung, dass tatsächliche Ausweisungslücken bestehen. Eine Frage, die die AG zur Diskussion gestellt hat ist, hinsichtlich welcher Vorgaben (z.B. regionale Verteilung, Waldgesellschaften oder Größenklassen) künftig auszuweisende Bannwälder repräsentativ sein sollen?
Wie könnte diese Frage Ihrer Meinung nach beantwortet werden, vielleicht können Sie ein Beispiel geben, wo Sie noch Ausweisungslücken sehen?

Viele Grüße und ich freue mich auf weitere interessante Beiträge!
Kristina Wirth (Moderation)

deko Dr. Tobias Kühn am 08.03.2012 17:10:35

Wenn die Gesellschaft Prozessschutzwälder (AuT-Konzept) will, soll sie den Eigentümern die finanziellen Folgen ausgleichen. Der Ausgleichsanspruch bezieht sich auf private und körperschaftliche Wälder.
Waldeigentümer, die teils durch jahrhundertelange Bewirtschaftungsverantwortung Waldbiotope geschaffen haben, dürfen nicht dadurch bestraft werden, dass diese Wälder dem Eigentumsrecht entschädigungslos entzogen werden. Geschieht dies dennoch, kann man jedem Waldbesitzer nur raten, peinlichst darauf zu achten, dass keine derartigen Biotope entstehen - wäre das im Sinne des Naturschutzes?
Bannwaldausweisung: dort wo es noch tatsächliche und nicht nur vermeintliche Lücken zu füllen gibt, kann man das tun. Entschädigung kommunaler und privater Eigentümer siehe oben.
Biosphärengebiet Südschwarzwald: sehe ich kritisch, der Nutzen hat sich mir bislang nicht erschlossen.
Nationalpark Nordschwarzwald: sehe ich sehr kritisch, es scheint mehr politisch denn sachlich motiviert. Vielleicht weiß man nach Gutachten mehr, sofern es sauber erarbeitet wird.

deko Baer am 08.03.2012 8:41:34

Holz ist ein gefragter Rohstoff. Es kann nicht das Ziel sein unsere Wälder unter Prozessschutz zu stellen und das benötigte Holz dann aus anderen Ländern zu importieren. Ich plädiere daher dafür den max. Anteil an Prozessschutzwälder auf aller höchstens 10% festzulegen. Dabei sind Bannwälder, Biosphärenkernzonen sowie Habitat und Refugien zusammenzunehmen.

Auch ist dann klar, das die Nutzungsfunktion auf allen übrigen Flächen zunehmend größeres Gewicht bekommen wird.

deko Moderation am 07.03.2012 15:10:41

Hallo alpenbock,
welche örtlich vorkommenden Gegebenheiten sollten denn aus Ihrer Sicht bei der Umsetzung der Habitatbaumausweisung berücksichtigt werden? Haben Sie vielleicht konkrete Beispiele?

Viele Grüsse,
B. Hartard (Moderation)

deko alpenbock am 07.03.2012 14:58:28

Die Umsetzung der Habitatbaumausweisung aus dem AuT darf nicht zu schematisch erfolgen. Die in den Beständen örtlich vorkommenden Gegebenheiten müssen berücksichtigt werden. Vor Ausweisung neuer Schutzgebiete ist dafür Sorge zu tragen, dass bestehende konsequent entsprechend ihrer Zielsetzung ausgestattet (Personal) und entwickelt (wissenschaftliche Begleitung) werden.

deko Birke22 am 07.03.2012 13:20:20

Sehr geehrter Herr Steier,
das ganze Feld mag ja umstritten sein, aber was hat das mit "machtgeilen Weltanschauungen" zu tun?
Hier sollte man doch die Kirche im Dorf lassen.

deko Wolfgang Steier am 06.03.2012 17:05:19

Die ersten vier genannten Maßnahmen kann ich unterstützen
bei der letztgenannten habe ich so meine Probleme. Die Politik soll doch ehrlich sein und den Nationalpark als das verkaufen was es sein wird, nämlich ein Projekt den Fremdemverkehr anzukurbeln und nicht unbedingt ein Naturschutzprojekt. Als Forstmann der seit 35 Jahren gegen viele Widerstände Wildbestände angepaßt hat und
Tanne und Co mit Nachdruck unterstützt hat gehen mir diese Pläne absolut gegen mein forstliches Selbst-
verständis. In der geplanten Region ist die Natur-
ausstattung so vielseitig, daß von hochwertigsten Enztalkiefern bis zu wunderschönen Tannenmischwäldern und natürlichen Piceten so ziemlich alles zu finden ist als Folge der forstlichen Bewirtschaftung und nicht als Folge des Naturschutzes. Die Argumente, welche dafür sprechen von Prozesschutz bis Förderung einer naturnahen Waldbestockung, kann ich so nicht gelten lassen. Die
notwendigen Korrekturen an Durchmischungsgraden und dürfen nicht irgendwelchen machtgeilen Weltanschauungen
überlassen werden.

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