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Forschung

Bannwaldforschung

von Franz- Josef Risse am 29.03.2012 | 12:36 | Kommentare: 5 |

Die Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW) befürwortet eine deutliche Ausdehnung der Bannwaldforschung im Staatswald auf allen flächenmäßig bedeutsamen Standortseinheiten. Erkenntnisse aus der Bannwald- und Urwaldforschung berreichern unser Wissen über die vom Menschen unbeeinflussten Waldentwicklung. Gerade auch vor dem Hintergrund der Klimaveränderungen erhoffen wir uns hieraus wichtige Hinweise für die Praxis einer naturgemäßen Waldwirtschaft.
Seit dem Ruhestand von Herrn Dr. Bücking im Jahr 2007 liegt die Bannwaldforschung in Baden- Württemberg leider brach. In so fern ist es erfreulich, dass demnächst für diesen Bereich 1,5 Stellen neu besetzt werden sollen. Für die geplante Wiederaufnahme einer professionellen Bannwaldforschung reicht diese magere Ausstattung nur leider bei weitem nicht aus.
Baden Württemberg könnte aufgrund der guten Voraussetzung des vorhandenen Bannwald- Netzes hier bundesweit eine führende Rolle übernehmen, vorausgesetzt es gelingt, dafür folgende Mindesstandards zu erfüllen:
1. Installation eines Forscherteams (Minimum 5-6 Mitarbeiter) aus Naturwissenschaftlern aller relevanten Fachgebiete (Pflanzensoziologe, Genetiker, Bodenkundler, Ökologe, Entomologe, Ertragskundler)
2. Deutliche flächenmäßige Vergrößerung der einzelnen vorhandenen Bannwälder
3. Ausweisung neuer Bannwälder auf flächenmäßig bedeutsamen Standortseinheiten, die bisher nicht vertreten sind
4. Vervollständigung der Erstaufnahme aller Bannwälder im einheitlichen Aufnahmeverfahren
5. Geleichzeitiger Start von Wiederholungsaufnahmen unter Berücksichtigung prioritärer Fragestellungen (Totholzentwicklung, Genpoolanalysen, Zuwachsentwicklungen, natürliche Auslese- und Differenzierungprozesse, Veränderungen der Biodiversität und v.a.)

Hier gilt es einen Schatz von Erkenntnissen zu heben, der sich mittelfristig durch daraus abgeleiteten Betriebsoptimierungen im Wirtschaftswald voraussichtlich mehr als amortisieren wird. Eine wirkliche Investition in die Zukunft.

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  Kommentare
Franz- Josef Risse am 30.03.2012 10:09:09

Lieber Herr Maluck und lieber Herr Enssle,

vielen Dank für Ihre Unterstützung.

Einen Punkt möchte ich noch ergänzen, der dringend verbesserungsfähig ist.
Die örtlichen Kollegen (Revierleiter und Forstamt) müssen zukünftig enger in die Bannwaldforschung eingebunden werden. Bemängelt wird der bisher fehlende Informationsaustausch insbesondere der fehlende Rücklauf der Untersuchungsergebnisse. Die örtlichen Kollegen sollten zu jedem Zeitpunkt über den Stand der Forschung im konkretem Bannwald im Bilde sein. Sie müssen die erste Adresse sein, wenn Forschungsergebnisse vorliegen.
Dadurch können das Interesse, die Akzeptanz und eine entsprechende Multiplikatorwirkung enorm gefördert werden.

Viele Grüße

Franz- Josef Risse

Johannes Enssle am 29.03.2012 22:42:44

Lieber Herr Risse,

der NABU unterstützt die Forderung der ANW in diesem Punkt voll und ganz.

Beste Grüße,
Johannes Enssle

Gerhard MALUCK am 29.03.2012 21:29:09

Lieber Kollege Risse,
das ist ja wirklich erfreulich zu hören, dass sich da mit 1,5 Stellen Neubesetzung endlich (!) wieder wenigstens etwas tut nach dem Vakuum in der Aera Hauk! Ich kann Ihre Gedanken und Ideen nur voll unterstützen!

Schöne Grüße

Gerhard Maluck

Franz- Josef Risse am 29.03.2012 14:21:52

Das gilt im Prinzip für alle Fragestellungen und ließe sich zum Beispiel am Netz der BI im Staatswald durch Sondererhebungen mit themenspezifisch definiertem Stichprobenumfang erheben und vergleichend analysieren.

Beste Grüße

Franz- Josef Risse

Dr. Joachim Rock am 29.03.2012 13:49:40

6. Ausweitung von z. B. faunistischen Inventuren auf einem wissenschaftlich "sauberen" Stichprobensystem in den Wirtschaftswald hinein.

Erst eine entsprechend aussagefähige und belastbare Beschreibung der Situation im "Normalwald" liefert die Basis für eine verlässliche Gefährdungs- und Potentialanalyse.

MfG

Joachim Rock

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