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Naturnaher Waldbau

Ohne eine bessere Jagd geht es nicht

von Gerhard Krammer, Dipl.-Biol. am 29.03.2012 | 23:37 | Kommentare: 0 |

Auch wenn die Jagd selbst hier mehr Mittel zum Zweck ist um eine naturnahe Waldwirtschaft zu erreichen (andere Gründe für die Jagd werden dadurch nicht geschmälert), kommt man wohl nicht daran vorbei, auch auf die Jagd einzugehen, und daher sollte diese einen Platz in der nächsten Version dieser Gesamtkonzeption bekommen.
Mit einer besseren Jagd lassen sich auch dann höhere Anteile von v.a. Tanne und Eiche erreichen, womit man auch in Richtung Klimastabilität einen grossen Schritt machen würde, und deshalb der Fokus der Diskussion über die Douglasie dorthin verschoben werden kann, wo er hingehört, nämlich nicht in dem geplant naturnahen Waldbau, sondern den eventuell ökonomischen Vorteilen (wenn diese am Ende wegen der höheren Gefährdung durch Winterstürme im Vergleich zu Eichen und anderen Laubbäumen wirklich so viel besser aussieht).
Behaupte, wie überall im Leben funktioniert das alles am besten, wenn man die richtige Richtung vorgibt und geeignete Anreize schafft, sowohl für das jagende Personal von ForstBW, als auch die mithelfenden Jäger.
Solange man aber z.B. noch an Trophäenjagdrelikten festhält, wie diese derzeit noch festgeschrieben sind (z.B. für mithelfende Jäger Abrechung von Rehböcken nach Gehörngewicht, bzw. Gegenrechnung mit weiblichen Stücken), hält man diese überholte Trophäenjagd am Leben, da man ihr damit weiterhin offensichtlich einen Wert beimisst und man den Bock damit immer noch höher bewertet, als das weibliche Wild, dessen Erlegung für die Populationskontrolle viel wichtiger wäre.
Also besser dem guten Beispiel folgen, welches zumindest in ForstBW beim Schwarzwild schon eingeführt worden ist, nämlich uneingeschränkt die Bejagung zu unterstützen, und nicht Hemnisse oder falsche Anreize einbauen.
Wenn man ganz fortschrittlich sein wollte, wären weitere Anreize denkbar, bis zur kostenlosen Überlassung des erlegten Wildprets, der wahrscheinlich stärkste Anreiz für einen Jäger aktiv zu jagen! Wer sich die ganze Rechnung aufmacht wird ohnehin feststellen, dass mit Jagd und Wildpretverkauf (und den ganzen zusammenhängen Kosten von Kühleinrichtung, Strom, Zeitaufwand, etc.) kein Geld zu machen ist, mit Jagd kann man nur Geld beim Waldbau sparen.
Die künftigen Verbissgutachten würden dann zeigen, on in ForstBW wirklich viel besser gejagt wird als anderswo, derzeit ist die Situation allerdings auch in vielen Staatsrevieren durchaus noch verbesserungswürdig - wenn dies aber gelänge, wäre das auch ein starkes und wichtiges Vorbild für die Jagd anderswo, in und auch ausserhalb von BW.
Damit verbleibe ich allen Jägern in diesem Forum (und unserem Wald) ein gutes und vor allem (streckenmässig) erfolgreiches Jagdjahr 2012/2013 zu wünschen, mit schon einem rundum erfolgreichen Start am 1. Mai ;-)

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