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Naturnaher Waldbau

Douglasie als eine der 3 häufigsten Baumarten (indirekte Festschreibung)?

von Gerhard Krammer, Dipl.-Biol. am 12.03.2012 | 18:51 | Kommentare: 3 |

So begrüssenswert der Ansatz ist, verbindliche Obergrenzen für Neophyten anzubringen, aber "Der Anteil nichtheimischer Baumarten (z.B. Douglasie, Roteiche) bleibt unter 20% der Gesamtfläche", könnte anders ausgedrückt auch heissen, das z.B. die Douglasie indirekt als eine der 3 häufigsten Baumarten festgeschrieben wird! Bei der Verfügbarkeit von einer Vielfalt an heimischen Laub- und Nadelhölzern, denke ich sollte es möglich sein, die Latte höher zu legen, bzw. in diesem Fall die Obergrenze niedriger (10%?), und trotzdem noch wirtschaftlich zu arbeiten. Ausserdem würde dann das Oberziel verständlicher, welches als ´Naturnaher Waldbau´ beschrieben wurde, oder um es bildlich mit einem Vergleich zu einer anderen grüne Branche zu sagen, wer würde einen 20%igen Anteil von Mais als naturnahen Landbau bezeichnen wollen?
Des weiteren würde ich vorschlagen, die örtliche Gültigkeit der Obergrenze genauer zu definieren, da es momentan nur heisst, auf der ´Gesamtfläche´, während ich annehme, dass die Obergrenze auf allen Bewirtschaftungsebenen gelten soll, bis hinunter zu den einzelnen Forstrevieren (anderfalls wären mit der derzeitigen Formulierung lokal viel höhere Werte vereinbar, solange der Landesdurchschnitt die Obergrenze nicht überschreitet).
Abschliessend möchte ich aber auch noch die vielen anderen guten Ansätze würdigen, z.B. etliche Standorte mit invasivem Potential der Douglasie ganz raus zu nehmen.

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  Kommentare
Ohnesorge am 27.03.2012 9:38:11

Zu: "..., wer würde einen 20%igen Anteil von Mais als naturnahen Landbau bezeichnen wollen?"

In der Diskussion um eine BEIMISCHUNG von Douglasie in unseren Wäldern - denn nur darum geht es ja eigentlich - den Vergleich zu den Maismonokulturen in der Landwirtschaft zu ziehen, ist m.E. reine Polemik.

Der Vergleich hinkt gewaltig. Wer würde denn heute ernsthaft die Kartoffel, die Tomate, die Lupine, ... in der Landwirtschaft verzichten?

Moderation am 13.03.2012 19:29:26

Hallo Herr Kühn,
vielen Dank für Ihren Kommentar.Sie schreiben, dass der Douglasie allgemein eine gute klimatische Anpassungsfähigkeitzugesprochen wird. Hat sich dies in bei Ihnen der Praxis bestätigt? Welche Erfahrungen haben die anderen TeilnehmerInnen mit der Douglaise in dieser Hinsicht gemacht, vor allem im Sommer 2003? Wird diese Ansicht allgemein geteilt?

Mit besten Grüßen,
Simone Stübner, Moderation

Dr. Tobias Kühn am 13.03.2012 10:23:03

Die Prozentdiskussion ist nicht zielführend. Es gibt zwei Gründe für den Anbau der Douglasie: die Ökonomie und die Klimastabilität. Ökonomische Gründe spielen heute nicht mehr die hauptrolle, sondern vielmehr die erwartete/erhoffte klimatische Anpassungsfähigkeit, falls es dauerhaft wärmer und sommertrockener würde. Deshalb sollten die Gegener des Douglasienanbaues darlegen, mit welchen anderen Basumarten sie die Klimastabilität zu erreichen gedenken.

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