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Naturnaher Waldbau

Wo bleibt der Waldumbau?

von Wolf Hockenjos am 26.03.2012 | 18:35 | Kommentare: 3 |

Angesichts des Klimawandels sind zwar alle - verbal - für den Waldumbau, also weg von der Fichte hin zu klimahärteren Baumarten wie Tanne und Buche, auch hin zu widerstandsfähigeren kleinstrukturierten Waldstrukturen. Faktisch ist der Waldumbau durch Vorbaumaßnahmen (wo keine Naturverjüngung der erwünschten Baumarten zu erwarten ist)trotz Fördermitteln weithin zum Erliegen gekommen. Statt dessen setzt man offenbar verstärkt auf die Douglasie, deren Anteil sich nach den Zielvorstellungen der FVA mindestens vervierfachen soll. Hingegen soll der Anteil der Tanne nur von derzeit 7 gerade mal auf 10 % ansteigen, obwohl der ursprüngliche Tannenanteil in BW noch im frühen 19. Jahrhundert bei über 30 % lag. Damit wird das vertraglich festgesetzte Ziel der "Nationalen Strategie zur Erhaltung der Artenvielfalt" konterkariert.
Mein Fazit: Waldumbau findet zwar in den Sonntagsreden (und in Form von Douglasierung) statt, in der Realität aber nicht mit der gebotenen Konsequenz, schon gar nicht vorrangig mit standortsheimischen Baumarten und mit dem Ziel mehrschichtiger Dauerwaldstrukturen. Ökologisch wie ökonomisch hochwertige Bergmischwälder sind und bleiben eine vorrangige Forderung der Naturschutzverbände!

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  Kommentare
Gerhard Krammer, Dipl.-Biol. am 29.03.2012 22:58:55

Lieber Herr Dr. Kühn,
wir sind wohl alle für die Tanne.
Und ich sehe zwar auch in allen Verbissgutachten, dass die in Eigenregie bejagten Staatswaldflächen immer am besten abschneiden, aber ist der Unterschied wirklich so gross, das man behaupten könnte, dort wird wesentlich besser gejagt? Ich halte den Vorsprung für eher gering, gerade, wenn man bedenkt, dass ForstBW sich ja selber aussuchen kann, welche Flächen selbst bejagt werden (meist grösser und zusammenhängend, und damit auch weniger betroffen von eventuell unzureichender Jagd aussen rum), während die Pächter nur ´den Rest bekommen´, evtl noch mit dem ganzen Feldanteil, wo man sich dann auch mehr um die Sauen kümmern muss.
Wenn Sie und Ihre Kollegen es aber schaffen würden, den Vorsprung künftig auszubauen, dann haben Sie da ein besseres Argument, ansonsten würde ich sagen, dass die Pächter von Staatswaldrevieren ihre Sache sicher nicht viel schlechter machen.
Gruss,
Gerhard Krammer

Dr. Tobias Kühn am 29.03.2012 20:24:35

Lieber Kollege Hockenjos,

so skeptisch bin ich nicht. Die Douglasie wird eher an die Stelle der Kiefer auf den schwächereren und trockeneren treten und nicht der Tanne Konkurrenz machen.
Das Hauptproblem der Tanne heißt unzureichende Bejagung! Vielleicht gelingt es ja der neuen Landesregierung, die Unkenrufe des Rechnungshofes pro Jagdverpachtung von Staatswaldrevieren zu entkräften.
Wo nicht konsequent gejagt wird, bleibt für die Tanne nur eine bescheidene Fläche übrig - ein klares Votum pro Regiejagd unter Einbeziehung vieler Begehungsscheininhaber!

Moderation am 26.03.2012 19:06:25

Hallo Wolf Hockenjos,

vielen Dank für Ihren Beitrag! Vielleicht mögen Sie uns noch etwas mehr zum Thema Waldumbau und Ihren Erfahrungen diesbezüglich erzählen? Welche Aspekte des Waldumbaus sind aus Ihrer Sicht wichtig zu berücksichtigen?
In welcher Weise könnte Ihrer Meinung nach die Gesamtkonzeption Waldnaturschutz ForstBW hinsichtlich des Waldumbaus verbessert werden?
Haben Sie vielleicht konkrete Maßnahmenvorschläge?

Viele Grüße,
Britta Hartard (Moderation)

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