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Glossar

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A-D



Abiotische Ressourcen                  

Physikalische und chemische Ressourcen ,z. B. die Böden, Wasser, Licht und Luft

 

Aktionsplan Auerhuhn       

Die Auerwildpopulation im Schwarzwald ist stark bedroht, zum Schutz der Art wurde der Aktionsplan für den gesamten Schwarzwald erstellt. Der Aktionsplan dient der koordinierten und in die Waldnutzung integrierten Umsetzung von Auerhuhnschutz- und Erhaltungsmaßnahmen im Schwarzwald. Oberstes Ziel des Aktionsplanes ist der Erhalt einer überlebensfähigen, ausreichend vernetzten Auerhuhnpopulation im Schwarzwald.

Im Rahmen des Aktionsplans, der im Auftrag des Ministeriums für Ernährung und Ländlicher Raum (MLR) durch die FVA in Abstimmung mit der Arbeitsgruppe Raufußhühner (AGR) erstellt und 2008 vom MLR verabschiedet wurde, wurden zudem auerhuhnrelevante Flächen bestimmt, welche künftig als vorrangige Flächen für Schutzmaßnahmen und für die Integration von Artenschutzbelangen in die Landschaftsplanung dienen sollen.

Beispielsweise sollen die auerhuhnrelevanten Flächen künftig auch als wesentliche Grundlage bei der Entscheidung über die Zulässigkeit der Fütterung und Kirrung von Schwarzwild dienen.

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Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Landes-forstverwaltung Baden-Württemberg für die Ausführung von Forstbetriebsarbeiten (AGB-F)

Die AGB-F gelten bei allen Forstbetriebsarbeiten, die mit Lohnunternehmern (nachfolgend „Unternehmer“ genannt) im Staatswald ausgeführt werden. Bei der Überarbeitung der AGB-F (vom August 1997) im Jahr 2006 sind die Inhalte der PEFC-Standards für Deutschland, der Leitlinie für nachhaltige Waldbewirtschaftung zur Einbindung des Waldbesitzers in den regionalen Rahmen verabschiedet vom Deutschen Forst- Zertifizierungsrat (DFZR) am 19. Januar 2005, aufgenommen und eingearbeitet worden. Die AGB-F werden durch einen ausdrücklichen Hinweis Bestandteil des Vertrags über Forstbetriebsarbeiten.

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Alt- und Totholzkonzept (AuT)    

Das AuT ist eines der Teilkonzepte für den Naturschutz von ForstBW. Es wird seit 2010 im gesamten Staatswald verbindlich umgesetzt. Bei dem Konzept wird auf einen punktuellen bis kleinflächigen Verzicht wirtschaftlicher Nutzung gesetzt. Mit Waldrefugien und Habitatbaumgruppen werden auf Alt- und Totholz angewiesenen Arten innerhalb des Wirtschaftswaldes Lebensraum und Vernetzungselemente bereitgestellt und zu deren langfristigem Erhalt beigetragen. Das Konzept ist ein Lösungsansatz mit Vorbildcharakter im Konflikt zwischen einer geregelten und sicheren Waldbewirtschaftung sowie den Erfordernissen des Naturschutzes.

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Arteninformationssystem  

Das Arteninformationssystem dient der Erfassung, Speicherung, Verarbeitung, Pflege, Analyse, Benutzung, Verbreitung, Übertragung und Anzeige von Information bzw. Daten für Arten für die spezifische Schutzmaßnahmen im Wald ergriffen werden sollen oder die bei Maßnahmen im Wald besonders zu beachten sind. Es handelt sich vor allem um Arten, die vom Aussterben bedroht oder sehr stark zurückgegangen sind, Arten für die Baden-Württemberg eine besondere Verantwortung hat oder europarechtlich geschützte Arten (Natura 2000-Arten) mit der Verpflichtung zur Erhaltung bzw. Wiederherstellung eines „günstigen Erhaltungszustandes".

Der Aufbau eines Arteninformationssystems für die forstliche Praxis ist ein Zielvorschlag für die Gesamtkonzeption Waldnaturschutz ForstBW. Dabei richtet sich das Arteninformationssystem mit seinen Informationen und Handlungsempfehlungen in erster Linie an die Bewirtschafter vor Ort (Durchführung von Maßnahmen) und an die Forsteinrichtung (Planung von Maßnahmen, Kontrolle des Vollzugs). Das Arteninformationssystem stellt Informationen über Arten mit einem spezifischen Waldbezug bereit. Der Fokus liegt auf detaillierten Informationen für diese Arten zur aktuellen Verbreitung und zu potentiellen Wiederansiedlungsgebieten sowie konkreten Handlungsempfehlungen zur Bewirtschaftung von Lebensräumen und zu spezifischen Schutzmaßnahmen.

Das Arteninformationssystem wird laufend gepflegt und aktualisiert. Die hinterlegten Informationen sind kompatibel mit einer Datenbank der LUBW, in der alle im Land Baden-Württemberg erhobenen Artendaten zentral geführt werden.

 

Artenschutz 

Die Grundlage der begrifflichen Bestimmung des Artenschutzes ist der fünfte Abschnitt des BNatSchG. Nach § 39 Abs. 1 BNatSchG umfasst der Artenschutz unter anderem den Schutz der Tiere (und Pflanzen) und ihrer Lebensgemeinschaften vor Beeinträchtigungen durch den Menschen. Artenschutz umfasst außerdem den Erhalt und die Wiederherstellung der natürlichen Biotope gefährdeter Arten sowie die Ansiedlung von wilden, verdrängten Arten in geeigneten Biotopen innerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes. Laut § 10 Abs. 1, 2 BNatSchG sind Biotope Lebensstätten und Lebensräume wildlebender Tiere (und Pflanzen), die von gemeinschaftlichem Interesse sind. (nach Stahn, 2005)

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Bannwald (in Baden-Württemberg)

Bannwälder sind (gem. § 32 Abs. 2 LWaldG) Waldreservate, in denen keine Pflegemaßnahmen oder Holzentnahmen stattfinden. Die Forstbehörde kann Bekämpfungsmaßnahmen zulassen oder anordnen, wenn Forstschädlinge oder Naturereignisse angrenzende Wälder erheblich gefährden. Die Anlage von Fußwegen ist zulässig.

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Begleitbaumarten   

Begleitbaumarten sind Baumarten, die im Bestand zwar bewusst vorhanden sind, jedoch nicht das vorrangige Bewirtschaftungsziel darstellen. Sie erfüllen wichtige ökologische Funktionen oder tragen durch ihr Vorhandensein zur Erziehung der Hauptbaumarten bei. So spenden sie diesen in der Jugend zum Beispiel Schatten oder fördern im Unterstand eine natürliche Astreinigung. (Quelle: http://www.wald-rlp.de/index.php?id=236, Zugriff: 15.02.2012)

 

Bestockung  

Alle Bäume einer Waldfläche (Bestand). Das Wort „stocken“ wird auch im Sinne von „stehen“, i.w.S. von „wachsen“ verwendet. (Quelle: Das Kosmos Wald- und Forstlexikon, 2. Aufl.)

 

Betriebsart

Betriebsarten sind Bewirtschaftungsformen, die sich vor allem durch die Verjüngungs- und Nutzungsform unterscheiden: Hochwald (schlagweiser Hochwald und Plenterwald), Mittelwald, Niederwald (Stockausschlagswald).

 

Betriebsform

Der Begriff der Betriebsform dient zur Untergliederung der Betriebsarten (Hoch-, Mittel- und Niederwald) nach ihrer Verjüngungsart in Wäldern mit Kunst- und Naturverjüngung sowie ihrer Hiebsart, Schlagform und dem Produktionsziel. Beispielsweise unterscheidet man bei dem schlagweisen Hochwald nach Kahl-, Schirm-, Saum- und Femelschlag. (nach http://www.iufro.org/science/special/silvavoc/silvaterm/query-silvaterm-datab ase/Betriebsform/en/, und http://iate.europa.eu/iatediff/FindTermsByLilId.do?lilId=1670273&langId=de, Zugriff 10.01.2012)

 

Biodiversität

Biodiversität (oder: biologische Vielfalt) bezeichnet gemäß dem Übereinkommen über biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity (CBD)) „die Variabilität unter lebenden Organismen jeglicher Herkunft, darunter Land-, Meeres- und sonstige aquatische Ökosysteme und die ökologischen Komplexe, zu denen sie gehören. Dies umfasst die Vielfalt innerhalb der Arten und zwischen den Arten und die Vielfalt der Ökosysteme“ (BMU, 1992). Nach dieser völkerrechtlich verbindlichen Definition besteht die Biodiversität also neben der Artenvielfalt aus der genetischen Vielfalt und der Vielfalt von Ökosystemen. Der Begriff der Biodiversität bezieht sich daher auf alle Aspekte der Vielfalt in der lebendigen Welt. Erhaltung und nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt bzw. ihrer Elemente gelten als wichtige Grundlagen für das menschliche Wohlergehen.

(nach http://www.biodiv-chm.de/Biolog/F1049980043; http://www.bfn.de/glossar_a-c.html#c3445; Zugriff 22.02.2012)

 

Biologische Automation                 

Unter biologischer Automation versteht man die Nutzung natürlicher Prozesse und Selbststeuerungsmechanismen innerhalb der Waldpflege, soweit sie dem Bewirtschaftungsziel (Erfüllung der Nutz-, Schutz-, Naturschutz- und Erholungsfunktionen) dienlich sind

 

Biosphärengebiet   

Biosphärengebiete sind nach § 25 BNatSchG "einheitlich zu schützende und zu entwickelnde Gebiete, die (1) großräumig und für bestimmte Landschaftstypen charakteristisch sind, (2) in wesentlichen Teilen ihres Gebiets die Voraussetzungen eines Naturschutzgebiets, im Übrigen überwiegend eines Landschaftsschutzgebiets erfüllen, (3) vornehmlich der Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung einer durch hergebrachte vielfältige Nutzung geprägten Landschaft und der darin historisch gewachsenen Arten- und Biotopvielfalt, einschließlich Wild- und früherer Kulturformen wirtschaftlich genutzter oder nutzbarer Tier- und Pflanzenarten, dienen und (4) beispielhaft der Entwicklung und Erprobung von die Naturgüter besonders schonenden Wirtschaftsweisen dienen."

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Biotopschutzwald   

Ist nach § 30a LWaldG Wald, der dem Schutz und der Erhaltung von seltenen Waldgesellschaften sowie von Lebensräumen seltener wild wachsender Pflanzen und wild lebender Tiere dient. Dazu gehören u. a. naturnahe Schluchtwälder, regional seltene naturnahe Waldgesellschaften und Wälder als Reste historischer Bewirtschaftungsformen. Alle Handlungen, die zu einer Zerstörung oder erheblichen oder nachhaltigen Beeinträchtigung von Biotopschutzwald führen können, sind verboten.

Nach den Angaben der Waldbiotopkartierung werden der Biotopschutzwald nach § 30a LWaldG, die besonders geschützten Biotope im Wald nach § 24a NatschG sowie die sonstigen besonderen Waldbiotope ohne gesetzlichen Schutzstatus einzelbestandsweise in die Forsteinrichtungsunterlagen übernommen (Symbol BS, Biotopnummer und der jeweilige Leitbiotoptyp) und kartographisch dargestellt. Die Forsteinrichtung berücksichtigt den jeweiligen Schutzzweck in ihrer Planung und trägt damit zur nachhaltigen Sicherung besonders schützenswerter Waldbiotope bei

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Biotopverbund        

Der Biotopverbund dient der dauerhaften Sicherung der Populationen wild lebender Tiere und Pflanzen einschließlich ihrer Lebensstätten, Biotope und Lebensgemeinschaften sowie der Bewahrung, Wiederherstellung und Entwicklung funktionsfähiger ökologischer Wechselbeziehungen. Er soll auch zur Verbesserung des Zusammenhangs des Netzes "Natura 2000" beitragen. Der Biotopverbund soll länderübergreifend erfolgen und sich aus Kernflächen, Verbindungsflächen und Verbindungselementen zusammensetzen (Auszug aus § 21 BNatSchG). Ziel des Biotopverbundes ist - neben der nachhaltigen Sicherung der heimischen Arten und Artengemeinschaften und ihrer Lebensräume - die Bewahrung, Wiederherstellung und Entwicklung funktionsfähiger, ökologischer Wechselbeziehungen in der Landschaft. Dabei stehen die ökologischen und räumlich-funktionalen Ansprüche der heimischen Arten an ihren Lebensraum im Vordergrund. Verbundsysteme sollen in diesem Zusammenhang den genetischen Austausch zwischen Populationen, Tierwanderungen sowie natürliche Ausbreitungs- und Wiederbesiedlungsprozesse gewährleisten. Biotopverbund bedeutet jedoch auch die Gewährleistung ökologischer Wechselbeziehungen zwischen unterschiedlichen Biotoptypen, z. B. für Arten mit im Lebenszyklus wechselnden Habitatansprüchen oder solchen, die Lebensraumkomplexe besiedeln. (nach http://www.bfn.de/0311_biotopverbund.html, Zugriff 10.01.2012)

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Bodenschutzkalkung         

Bodenschutzkalkungen werden zur Abpufferung anhaltender Säureeinträge durchgeführt und sind eine Maßnahme gegen neuartige Waldschäden. Die Kompensation aktueller Säure- und Stickstoffeinträge und die Stabilisierung gefährdeter Ökosystemfunktionen können auf den meisten Standorten nicht mehr alleine auf der Basis waldbaulicher Steuerungsmechanismen erfolgen. Durch die mittlerweile großflächig stark fortgeschrittene Bodenversauerung müssen zusätzlich durch Waldkalkung Depositionswirkungen kompensiert und eine waldbauliche Umsteuerung unterstützt werden. In Baden-Württemberg wird bei der Planung von Bodenschutzkalkungen u. a. auf kalkungsempfindliche Flächen, wie z.B. sensible Habitate des Auerhuhns, besonders Rücksicht genommen.

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Bodenschutzwald   

Ist nach § 30 LWaldG Wald auf erosionsgefährdeten Standorten, insbesondere auf rutschgefährdeten Hängen, felsigen oder flachgründigen Steilhängen, Standorten, die zur Verkarstung neigen und Flugsandböden. Der Waldbesitzer hat Bodenschutzwald so zu behandeln, dass eine standortgerechte ausreichende Bestockung erhalten bleibt und ihre rechtzeitige Erneuerung gewährleistet ist.

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Charakterarten        

Eine Charakterart, auch Kennart genannt, ist in der Pflanzensoziologie und Geobotanik eine Pflanzenart bzw. ein Taxon, deren natürliches Vorkommen vorwiegend auf eine Pflanzengesellschaft beschränkt ist. Charakterarten kennzeichnen sowohl natürliche als auch anthropogene Vegetationseinheiten oder Pflanzengesellschaften.

(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Charakterart, Zugriff: 15.02.2012)   Dauerwald    

Dauerwald ist eine Form des Wirtschaftswaldes, bei der ohne festgelegte Produktionszeiträume die Holznutzung auf Dauer einzelbaum-, gruppen- oder kleinflächenweise erfolgt.

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Deckungsgrad der Bodenvegetation       

Bezeichnung für den prozentualen Anteil an der Standortsfläche, der von der Bodenvegetation für sich beansprucht wird.

 

E-H



Erschließungssystem                     

System aus Forststraßen, Maschinenwegen und Rückegassen, d.h. das Netz der für die Waldbewirtschaftung als notwendig erachteten Erschließung.

 

EU-Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL)

Die EU-WRRL ist die Basis für einen umfassenden Gewässerschutz in ganz Europa. Nach der weitgehenden Verbesserung der Wasserqualität in Flüssen und Seen durch den Ausbau von Kläranlagen treten mit der WRRL die gewässerökologischen Fragen und die diffusen Belastungen stärker in den Vordergrund. Wesentliche Ziele der WRRL sind die Herstellung der ökologischen Funktionsfähigkeit der Oberflächengewässer und die Erhaltung der Nutzbarkeit des Grundwassers (= guter Zustand). Die erarbeiteten Bewirtschaftungspläne einschließlich der Maßnahmenprogramme spannen den gesamten Bogen von der Problemdarstellung über die Definition von Bewirtschaftungszielen bis hin zur Problemlösung durch die Maßnahmen. Sie berücksichtigen auch andere Schutzgebietsziele (z. B. Natura 2000). (Quelle: http://www.um.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/3577/, Zugriffe: 15.02.2012)

Für die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie im Wald wurde ein Internethandbuch „Wald und Wasser“ entwickelt, welches praxisnahe Informationen bietet (http://www.waldwissen.net/wald/naturschutz/gewaesser/fva_wasserhandbu ch/index_DE).

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Evaluierung  

Evaluation oder Evaluierung (von lat. valere: gesund, stark, geeignet sein; vermögen; gelten) bedeutet allgemein die Beschreibung, Analyse und Bewertung von Projekten, Prozessen und Organisationseinheiten. Dabei können Kontext, Struktur, Prozess und Ergebnis einbezogen werden. Es werden unterschiedliche Methoden und Theorien der Evaluation diskutiert und angewendet.

"Evaluation meint das

1.    methodische Erfassen

2.    begründete Bewerten von Prozessen und Ergebnissen zum

3.    besseren Verstehen und Gestalten einer Praxis-Maßnahme im Bildungsbereich durch Wirkungskontrolle, Steuerung und Reflexion." (Reichmann, 2004)

 

Extremstandorte                               

Extrem-/ Sonderstandorte im Waldverband sind gekennzeichnet durch einseitig dominierende bzw. unterrepräsentierte Umweltfaktoren (z.B. Wasserhaushalt, Wärme, Nährstoffversorgung) sowie z. T. durch besondere morphologische Ausprägungen. Die natürliche Vegetation wird hierdurch auf speziell angepasste Artenkombinationen reduziert, die für den Biotop- und Artenschutz von besonderer Bedeutung sind.

 

FED 2000 (Dienstanweisung für die Forsteinrichtung im öffentlichen Wald Baden-Württembergs)

Verwaltungsvorschrift, welche seit 2002 Gültigkeit besitzt und mit der die Forsteinrichtung in den öffentlichen Wäldern in Baden-Württemberg geregelt wird.

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Feinerschließung    

Feinerschließung bezeichnet die Erschließung von Bestandesflächen zwischen den Fahrwegen (auch als „Waldstraßen“ bezeichnet). Feinerschließungsmittel sind Rückegassen, Maschinenwege sowie Seiltrassen.

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Feinerschließungsrichtlinie der Landesforstverwaltung Baden-Württemberg (2003)         

Richtlinie zur Befahrung des Waldes mit Forstmaschinen und PKW. Sie dient der Planung, Errichtung und Erhaltung von Wegen im Wald. Die Richtlinie gibt unter anderem vor, welche Mindestabstände zwischen den einzelnen Maschinenwegen bzw. Rückegassen eingehalten werden müssen.

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FFH Lebensraumtypen

In den Anhängen der FFH-Richtlinie sind insgesamt 231 Lebensraumtypen (Anhang I, FFH-Richtlinie) aufgelistet. Sie sind aufgrund ihrer europaweiten Gefährdung und Verbreitung als Lebensräume gemeinschaftlicher Bedeutung in die Anhänge aufgenommen worden. Im Interpretations-Handbuch der Europäischen Kommission werden die Lebensraumtypen des Anhang I der FFH-Richtlinie charakterisiert.

Für ihr Management müssen sog. Managementpläne erstellt werden.

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FFH-Richtlinie und -Gebiete


Die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, kurz FFH-Richtlinie oder Habitatrichtlinie, ist eine Naturschutz-Richtlinie der Europäischen UN ION (EU), die von den damaligen Mitgliedstaaten der EU im Jahre 1992 einstimmig beschlossen wurde. Sie dient gemeinsam mit der Vogelschutzrichtlinie im Wesentlichen der Umsetzung der Berner Konvention; eines ihrer wesentlichen Instrumente ist ein zusammenhängendes Netz von Schutzgebieten, das Natura 2000 genannt wird. In den Jahren 1994 und 2003 haben weitere Mitgliedsstaaten der EU die Richtlinie anerkannt. Die Richtlinie wurde zuletzt im Jahre 2006 geändert. (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Richtlinie_92/43/EWG_(Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie), Zugriff: 24.02.2012)

FFH-Gebiete sind Gebiete, die für das Schutzgebietssystem "Natura 2000" ausgewählt wurden. Sie werden zum Schutz besonderer Lebensräume oder zum Schutz prioritärer Arten ausgewiesen.

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Flächenschutz         

Der Flächenschutz hat den Erhalt und die Pflege von Lebensräumen und Biotopen zum Ziel. Dabei soll der jeweilige Charakter erhalten und/oder verbessert und insbesondere seltene Lebensräume geschützt werden. Beim Flächenschutz können - abhängig von dem jeweiligen Schutzziel - sowohl aktive Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen oder auch der Verzicht auf jegliche menschliche Einflussnahme sinnvolle Aktivitäten sein. International bilden die Naturschutzrichtlinien der Europäischen UN ION, internationale Naturschutzabkommen und verschiedene Prädikate und Auszeichnungen die Grundlagen des Flächenschutzes. Schutzgebietsauszeichnungen wie zum Beispiel das Europadiplom des Europarates werden an Gebiete verliehen, die eine besondere ökologische Bedeutung haben. In Baden-Württemberg sind die Basis des Flächenschutzes das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG), das Landesnaturschutzgesetz (NatSchG) sowie – mit Hinblick auf Waldschutzgebiete – das Landeswaldgesetz (LWaldG). Zu den Instrumenten des Flächenschutzes gehört die Ausweisung von Schutzgebieten. Umfangreiche Informationen zu den geschützten Flächen Baden-Württembergs bietet Ihnen das Schutzgebietsverzeichnis. Zusätzlich zu den Standardabfragen werden Ihnen weitere Abfragen und Karten zu Themen des Flächenschutzes im Karten- und Datendienst der LUBW bereitgestellt (http://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/11425/)

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Flaggschiffarten (flagship species)         

Arten, die regionaltypisch und in der Bevölkerung bekannt und beliebt sind, gelten als Flaggschiffarten. Schutz- und Förderungsmaßnahmen für diese Arten stoßen auf Akzeptanz und werden gerne unterstützt. Falls die Art gleichzeitig Eigenschaften einer Schirmart oder einer Indikatorart hat, lässt sich mit ihr als Werbeträger ein größeres, habitatbezogenes Schutzprogramm durchführen, das vielen weiteren Arten zugute kommt.

(Quelle: http://www.bfn.de/fileadmin/MDB/documents/ina/vortraege/2008_Nachh-Landsch-08-Maik_Adomssent.pdf, Zugriff 5.10.2011)

 

Forsteinrichtung (FE)         

Die Forsteinrichtung ist die umfassende mittelfristige, in der Regel 10jährige naturale Steuerung und Kontrolle von Forstbetrieben. Die Forsteinrichtung besteht aus Zustandserfassung (Waldinventur), Kontrolle des Betriebsvollzugs und der Waldentwicklung im vorangegangenen Forsteinrichtungszeitraum sowie der Forstbetriebsplanung für den neuen Forsteinrichtungszeitraum. Dazu werden zunächst über eine Inventur im Wald Holzvorrat und Zuwachs nach Beständen und Baumarten ermittelt. Nach diesen Daten wird der Hiebsatz („Erntemenge“, Häufigkeit und Menge der zu erntenden Bäume) festgelegt und die betrieblichen sowie waldbaulichen Ziele geplant. In der Forsteinrichtung werden unter Anderem auch Naturschutzflächen, wie zum Beispiel Naturschutzgebiete mit berücksichtigt.

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Forstliches Gutachten

Das Forstliche Gutachten ist gesetzlich in § 27 Abs. 3 des Landesjagdgesetzes verankert. Es wird als amtliches Gutachten durch die unteren Forstbehörden für die unteren Jagdbehörden erstellt. Es ist elementarer Bestandteil des Verfahrens zur Festsetzung des dreijährigen Rehwildabschussplans in den staatlichen und kommunalen Eigenjagdbezirken sowie in den gemeinschaftlichen Jagdbezirken. Mit dem Forstlichen Gutachten werden die Verbissbelastung der Waldverjüngung sowie die Erreichbarkeit waldbaulicher Verjüngungsziele jagdrevierbezogen eingeschätzt. Zentrale Auswertungen der Einzelgutachten geben zudem Hinweise auf großräumigere Betrachtungsebenen (Naturraum, Region, Bundesland). Das Forstliche Gutachten wird seit 1983 im Turnus von drei Jahren in rund 6.500 Jagdrevieren erstellt. Im Frühjahr 2009 wurde das Gutachten erstmals nach weiterentwickeltem Verfahren erhoben.

In Baden-Württemberg ist das Forstliche Gutachten ausdrücklich als jagdrevierbezogenes, subjektives Schätzverfahren konzipiert. Es ist auf eine leichte Handhabbarkeit vor Ort, Transparenz, relativ geringen Zeit- und Kostenaufwand sowie rasche Verfügbarkeit der Ergebnisse ausgelegt. Der Erfolg des Verfahrens basiert im Wesentlichen auf den jagdrevierbezogenen Aussagen und dem darauf aufbauenden Dialog zwischen Waldbesitzer bzw. Verpächter, Jagdausübungsberechtigten und Gutachter.

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FSC

Der Forest Stewardship Council (FSC) ist eine internationale Non-Profit-Organisation. (stewardship = Verantwortung; Verwalteramt). Das Council (Kollegium, Rat; Ratsversammlung) schuf das erste System zur Zertifizierung nachhaltiger Forstwirtschaft, betreibt es und entwickelt es weiter. Das FSC- System zur Zertifizierung von Forstwirtschaft wurde gegründet zur Sicherung der nachhaltigen Waldnutzung; diese beinhaltet die Wahrung und auch Verbesserung der ökonomischen, ökologischen und sozialen Funktionen der Forstbetriebe. Hierzu entwickelte der FSC einen allgemeinen und länderübergreifend einheitlichen Standard, der aus zehn Prinzipien und Kriterien besteht und den man nur anwenden kann, wenn man diese zehn für eine nationale Ebene konkretisiert. Im weiteren Sinne umfasst die Zertifizierung von Holzprodukten nach FSC auch die Produktkette (chain of custody). Hierfür wurde ebenfalls ein System geschaffen. (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Forest_Stewardship_Council, Zugriff: 23.02.2012)

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Günstiger (guter) Erhaltungszustand

Ein Schlüsselbegriff in der FFH-Richtlinie ist der "günstige Erhaltungszustand". Der Erhaltungszustand für die Lebensraumtypen wird definiert als "die Gesamtheit der Einwirkungen, die den betreffenden Lebensraum und die darin vorkommenden charakteristischen Arten beeinflussen und die sich langfristig auf seine natürliche Verbreitung, seine Struktur und seine Funktionen sowie das Überleben seiner charakteristischen Arten auswirken können" (Art. 1e FFH-Richtlinie). Analog definiert Artikel 1i der Richtlinie den Erhaltungszustand für die Arten als "Gesamtheit der Einflüsse, die sich langfristig auf die Verbreitung und die Größe der Populationen der betreffenden Arten auswirken können". Einerseits sind abiotische (z. B. Klima, Wasserhaushalt, Böden) und biotische Faktoren (z. B. Sukzession, interspezifische Konkurrenz) zu betrachten. Andererseits sind die direkten und indirekten Einflüsse des menschlichen Wirtschaftens zu berücksichtigen, sofern diese Faktoren sich auf die Verbreitung und den Bestand der Lebensraumtypen und Arten auswirken.

Als günstig wird der Erhaltungszustand eines Lebensraumtyps bzw. einer Art angesehen, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:
  • das natürliche Verbreitungsgebiet nimmt weder ab noch wird es in absehbarer Zeit vermutlich abnehmen (Lebensraumtypen und Arten);
  • die für den langfristigen Fortbestand notwendigen Strukturen und spezifischen Funktionen eines Lebensraumtyps sind dauerhaft gesichert (nur Lebensraumtypen);
  • der Erhaltungszustand der charakteristischen Arten eines Lebensraumtyps ist günstig (nur Lebensraumtypen);
  • das langfristige Überleben der Populationen der Arten ist gesichert (nur Arten);
  • der Lebensraum der Arten ausreichend groß ist (nur Arten).


Im Gegensatz zu den Roten Listen wird bei der FFH-Richtlinie nicht das Aussterberisiko bewertet sondern die dauerhafte Sicherung eines günstigen Erhaltungszustandes. Auch die Vogelschutzrichtlinie sieht vor, die Bestände der relevanten Vogelarten zu erhalten bzw. zu verbessern (Art. 2 Vogelschutzrichtlinie) und „eine ausreichende Flächengröße der Lebensräume zu erhalten oder wiederherzustellen“ (Art. 3 Vogelschutzrichtlinie). (Quelle: http://www.bfn.de/0316_grundsaetze.html#c73459, Zugriff: 20.02.2012)

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Gute Pflanzenschutzpraxis           

Nach der EG-Pflanzenschutzverordnung (PflSchVO) handelt es sich dabei um eine „Praxis, bei der die Behandlung bestimmter Pflanzen oder Pflanzenerzeugnisse mit Pflanzenschutzmitteln in Übereinstimmung mit dem durch die Zulassung abgedeckten Verwendungszweck so ausgewählt, dosiert und zeitlich gesteuert wird, dass eine akzeptable Wirkung mit der geringsten erforderlichen Menge erzielt wird, unter Berücksichtigung lokaler Bedingungen und der Möglichkeit einer Bekämpfung mittels geeigneter Anbaumethoden und biologischer Mittel“.

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Habitatbaumgruppen


Ein Schutzelement des Alt- und Totholzkonzeptes. Eine Habitatbaumgruppe besteht aus einem oder mehreren Bäumen mit besonderen Habitatstrukturen und den sie umgebenden Bäumen. Die Bäume der Habitatbaumgruppe verbleiben bis zum natürlichen Absterben auf der Fläche. Nach ihrem Zusammenbruch verbleibt das liegende Totholz im Bestand. Ausnahmen von dieser Regel können sich aus den Erfordernissen der Arbeitssicherheit und des Waldschutzes ergeben. Durch natürliche Alterungs- und Zerfallsprozesse entstehen in den Habitatbaumgruppen in engem räumlichem Nebeneinander strukturreiche Altbäume, absterbende Bäume sowie Totholz in unterschiedlicher Dimension, Exposition und Zersetzung.

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Habitatkontinuität/-tradition          

Unter Habitattradition versteht man die „Kontinuität eines Wald- oder Baumbestandes hinsichtlich seiner Baumartenzusammensetzung und seines Totholz- und Strukturangebots“ (Bußler, 2006)

Von „Wäldern mit ununterbrochener Waldtradition (historisch alte Waldstandorte)“ spricht man bei Wäldern auf Standorten, die in der Vergangenheit kontinuierlich mit Buchen-, Eichen- oder Bergmischwald bestockt waren. Sie beherbergen häufig eine größere Zahl an typischen und seltenen Arten, die auf Altholz angewiesen sind, als Wälder, die zwar eine ähnliche Struktur aufweisen, deren Standorte aber zwischenzeitlich einer großflächigen landwirtschaftlichen Bodennutzung unterlagen. ‚Alte Wälder’ mit ununterbrochener Waldtradition können Spenderflächen sein bzw. die dortigen Artenvorkommen haben als Quellpopulationen eine besondere Bedeutung. (Alt- und Totholzkonzept Baden-Württemberg)

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Handlungs-schwerpunkte              

Im Rahmen der Gesamtkonzeption Waldnaturschutz ForstBW sind „Handlungsschwerpunkte“ jene Themenbereiche, bei denen von vielen Beteiligten (ausgehend von der Situationsanalyse, Auftaktveranstaltung, Projektteam, begleitende Arbeitsgruppe) eine Notwendigkeit zur Verbesserung des Waldnaturschutzes in der Praxis gesehen wurde. Um die Gesamtkonzeption auf die vorrangigen Handlungsschwerpunkte zu konzentrieren, wurden durch das Projektteam und die begleitende Arbeitsgruppe aus den gesammelten Themenbereichen diejenigen für den Waldnaturschutz im Staatswald Baden- Württemberg relevanten Handlungsschwerpunkte ausgewählt, bei welchen besonderer Handlungsbedarf für die kommenden Jahre gesehen wird.

 

Hauptbaumart         

Die vorherrschende oder die im Bestand am meisten vorhandene Baumart, die das forstliche Betriebsziel bestimmt. Sie bestimmt sowohl im Mischbestand als auch im Forstbetrieb das geeignetste Nutzungsalter, d. h. die Umtriebszeit.

(Quelle: Das Kosmos Wald- und Forstlexikon, 2. Aufl.
Siehe auch die Informationsseiten der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg LUBW: http://www.lubw.baden- wuerttemberg.de/servlet/is/206969/; Zugriff 21.02.2012


 

Hauptnutzung         

(Endnutzung) Holzerntemaßnahmen, die die Verjüngung des Bestandes zum Ziel haben. (nach „Das Kosmos Wald- und Forstlexikon“, 2. Aufl.)

 

Heutige potentielle natürliche Vegetation (hpnV)         

Bei der hpnV handelt es sich um diejenige Vegetation, die sich unter den gegenwärtigen Umweltbedingungen ohne Eingriffe des Menschen von selbst einstellen würde (Quelle: http://www.bfn.de/glossar_o-s.html#c3410; Zugriff 06.02.2012)

 

Historische Waldnutzungsformen

Unter historischen Waldnutzungsformen versteht man waldbauliche Betriebsarten aus den letzten Jahrhunderten, die nur noch auf wenigen Waldflächen Anwendung finden z. B. Niederwälder, Mittelwälder, Hute- bzw. Weidewälder.

 

Hochwald     

Hochwald ist – neben Nieder- und Mittelwald – eine der drei waldwirtschaftlichen Betriebsarten. Sie ist gekennzeichnet dadurch, dass alle Bäume eines Hochwaldes aus Samen entstanden sind, sogenannte „Kernwüchse“. Dagegen sind die Bäume eines Niederwaldes aus Stockausschlag entstanden, und im Mittelwald kommen Kernwüchse und Stockausschläge gemischt vor. (Quelle: Burschel/Huss 1987, S. 74 ff).

 

Hydromorphe Standorte                 

Mit der Bezeichnung ,,hydromorphe Böden" werden alle Böden gekennzeichnet und zusammengefasst, deren ,,Morphe" (Gestalt, Form, Aussehen) durch Wasser geprägt ist. Das Wort ,,hydromorph" spricht dabei sowohl den prägenden Faktor der Bodenentwicklung - das Wasser - als auch die durch ihn bedingten morphologischen Merkmale an (Schroeder, 1967). Es kann zwischen Grundwasserböden (Gleye, Salzböden, Auenböden) und Stauwasserböden (Pseudogleye) differenziert werden.

 

Indikator                                             

Indikatoren kann man allgemein als Kenngrößen definieren, die zur Abbildung eines bestimmten, nicht direkt messbaren und oftmals komplexen Sachverhalts ausgewählt werden und es häufig an gesichertem Wissen über Einflüsse, Auswirkungen und Zusammenhängen fehlt (Rametsteiner, 2001 in Wolfslehner (2008)). Durch die Verdichtung umfangreicher Daten zu aussagekräftigen und vergleichbaren Schlüsselinformationen kann ein komplexes System verständlich und wahrnehmbar gemacht werden (Komplexitätsreduktion). Indikatoren sind somit quantitative oder qualitative Messgrößen mit Bezug zu einem bestimmten Kriterium.

 

I-L



Indikatorarten          

Indikatorarten haben spezifische Ansprüche an ihr Habitat, einen Vegetationstyp oder bestimmte Standortfaktoren und weisen gleichzeitig eine große Verbreitung auf. Aus ihrem Vorkommen kann deshalb indirekt auf das Vorkommen anderer Arten mit ähnlichen Bedürfnissen geschlossen werden. (Quelle: http://www.bfn.de/fileadmin/MDB/documents/ina/vortraege/2008_Nachh-Landsch-08-Maik_Adomssent.pdf, Zugriff 5.10.2011)

 

InFoGIS        

Ein Forstliches Geoinformationssystem, mit dem die baden-württembergische Landesforstverwaltung Geodaten visualisieren und erfassen kann. Seit Dezember 2005 haben über 2500 Mitarbeiter aller Verwaltungsebenen dank InFoGIS direkt aus dem ERP-System FOKUS 2000 Zugriff auf die digitalen Karten. Die vorhandenen forstlichen Geodaten den Forstbehörden aller Verwaltungsebenen stehen nun digital zur Verfügung. So können Geodaten und digitale Karten flexibel genutzt werden und GIS-Funktionen in IT-gestützte Geschäftsprozesse integriert werden.

(Nach http://www.disy.net/referenzen-alt/referenzen-fachgebiet/raeumliche-planung/infogis.html? PHPSESSID=69a0ead2409ca2d01dd396693aae1ae8, Zugriff:15.02.2012)

 

Integrierter Waldschutz

„Anwendung aller wirtschaftlich, ökologisch und toxikologisch vertretbarer Methoden, um Schadorganismen unter der wirtschaftlichen (bzw. im Forst: das Betriebs- oder Schutzziel gefährdenden) Schadensschwelle zu halten, wobei die bewusste Ausnutzung natürlicher Begrenzungsfaktoren (z. B. Witterung, Konkurrenz, Parasiten, Räuber u. a.) im Vordergrund steht“ (Franz und Krieg, 1982).

 

In der Praxis handelt es sich dabei um eine Kombination von waldbaulichen, mechanisch/technischen, biotechnisch/biologischen und chemischen Maßnahmen. Ziel ist, die Schaderreger-Populationen von Forstschädlingen unter eine definierte Schadensschwelle zu senken, wobei sich die Schadensschwelle regelmäßig über die Gefährdung des Betriebsziels definiert. Damit soll der Widerspruch zwischen biologischer Vielfalt und wirtschaftlichem Erfolg gelöst werden.

Kernstück des integrierten Waldschutzes ist daher stets eine qualifizierte Prognose zur Entwicklung des Schadens. Entscheidungen über mögliche Maßnahmen orientieren sich am Einzelfall. Besondere Sorgfalt wird vor allem bei Entscheidungen über den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln gelegt, deren Einsatz generell auf das absolut erforderliche Minimum beschränkt ist

Bei Entscheidungen über Waldschutzmaßnahmen wird aus dem möglichen Verfahren das Verfahren bzw. diejenige Kombination von Verfahren gewählt, die den Schutzzweck bei geringstmöglicher Einflussnahme auf das Ökosystem erreicht.

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Invasive Arten         

Tier- oder Pflanzenarten, die nach der Entdeckung Amerikas 1492 durch den Einfluss des Menschen in ein Gebiet eingebracht wurden und die unerwünschte Auswirkungen auf andere Arten, Lebensgemeinschaften oder Biotope haben sowie auch oft ökonomische oder gesundheitliche Probleme verursachen; vgl. für Pflanzen das Internet-Handbuch NeoFlora (http://www.floraweb.de/neoflora/).

(Quelle: http://www.bfn.de/glossar_i-n.html#c3401; Zugriff: 13.02.2012)

 

Jungbestandspflege


Pflege von gesicherten Kulturen und Dickungen bis zum Eintritt ins Stangenholzalter, d.h. von jungen Bäumen mit einem Brusthöhendurchmesser (Durchmesser des Stammes auf einer Höhe von 120 cm) von 7 bis 20 cm. In der ersten Phase geht es vor allem darum, Konkurrenzpflanzen zurückzudrängen, später muss bereits eine Standraumregulierung durch Aushieb schlechtwüchsiger oder kranker Bäume erfolgen. Auch werden hier wichtige Weichen für die spätere Baumartenzusammensetzung gestellt.

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Kahlhieb/ Kahlschlag         

Nach § 15 LWaldG gelten als Kahlhiebe flächenhafte Nutzungen sowie Einzelstammentnahmen, welche den Holzvorrat eines Bestandes auf weniger als 40 vom Hundert des standörtlich möglichen maximalen Vorrats herabsetzen. Kahlhiebe mit einer Fläche von mehr als einem Hektar bedürfen der Genehmigung der Forstbehörde. Angrenzende Kahlflächen und noch nicht gesicherte Verjüngungen sind anzurechnen.

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Kernzonen                                         

Kernzonen sind – neben den Puffer-, Entwicklungs- und Managementzonen – die Bereiche von Biosphärengebieten und Nationalparken, in denen sich die Natur vom Menschen möglichst unbeeinflusst entwickeln und menschliche Nutzungen auszuschließen sind. Kernzonen unterliegen dem Prozessschutz, da in ihnen der Schutz natürlicher bzw. naturnaher Ökosysteme höchste Priorität genießt.

 

Kirrung


Als Kirrung bezeichnet der Jäger einen Platz zum Ausbringen von nichtfleischlichen Stoffen (aber auch von Eiern und Käse), die von Wild (Tiere, die dem Jagdgesetz unterliegen) als Nahrung angenommen werden. Es ist eine „Lockfütterung“. Sinn einer Kirrung ist es, das Wild an einen bestimmten Platz zu bringen/ locken und dort ausreichend lange zu beschäftigen, um es bejagen und/ oder beobachten zu können. Am häufigsten wird Schwarzwild gekirrt (bevorzugt mit Mais), aber auch Federwild (z. B. Fasan, Rebhuhn) und Niederwild. Teilweise werden auch Salzlecken/Sulzen zu den Kirrungen gerechnet.

(nach http://de.wikipedia.org/wiki/Kirrung, Zugriff: 15.02.2012)

 

Kriterium      

Ein Kriterium beschreibt eine Eigenschaft eines Oberbegriffs (verändert nach http://www.hyperkommunikation.ch/lexikon/oberbegriff.htm; Zugriff 08.01.2009). Somit ist ein Kriterium ein Merkmal, das bei einer Auswahl zwischen Personen oder Objekten (Gegenständen, Eigenschaften, Themen, usw.) relevant für die Entscheidung ist.

Kriterien stellen demnach Teilaspekte eines Zieles dar, anhand derer eine Übereinstimmung mit diesem abgeschätzt werden kann (Wolfslehner, 2008).

 

Kronenschlussgrad

Der Kronenschlussgrad (Beschirmungs-/ Bestockungsgrad) gibt an, wie dicht ein Waldbestand ist. Er drückt das Verhältnis der Kronenschirmfläche (Fläche, die von den Kronen beschirmt wird) zur tatsächlichen Fläche aus.

(nach Das Kosmos Wald- und Forstlexikon, 2. Aufl.)   Landschaftsbezogene Erholung  

Der Begriff „Landschaftsbezogene Erholung“ umschreibt den Aufenthalt in naturnahen und vor allem störungsarmen Landschaftsbereichen. Als rekreative Grundbedürfnisse der Erholungssuchenden gelten körperliche Bewegung, Gesundheitsaspekte und landschaftsästhetische Erfahrungen. Die Landschaftsbezogene Erholung zielt also im weitesten Sinne darauf ab, die durch die tägliche Beanspruchung verloren gegangene physische und psychische Leistungsfähigkeit wieder zu erlangen (Nohl 2001; Quelle: www.stmwivt.bayern.de).

Für ein attraktives, landschaftsbezogenes Erholungsangebot werden folgende Faktoren als bedeutend angesehen (Nohl, 1977):

       Stimulationen für bewegungsintensive, gesundheitsfördernde Aktivitäten, z. B. vielfältige Wander- und Radwege in unzerschnittener, naturnaher Landschaft

       Erfahrung positiver ästhetischer Empfindungen durch besondere Vielfalt, Naturnähe oder Eigenart der Landschaft sowie historische und naturräumliche Besonderheiten

       Angebot von Räumen für Geselligkeit, z. B. Einkehrmöglichkeiten Landschaftsbezogene Angebote werden als Aktivitäten definiert, die selbst bestimmend sind, in der freien Landschaft stattfinden, ohne Motorkraft betrieben werden und nicht zwingend an Sportstätten gebunden sind (Türk, 2002).

(Quelle: http://www.umwelt.sachsen.de/umwelt/download/natur/Fachbeitrag_2004.zip)

 

Leitarten       

Eine Leitart oder Leitform ist eine Tier- oder Pflanzen-Art, die besonders charakteristisch für einen bestimmten Biotoptyp oder eine bestimmte Lebensgemeinschaft ist. Sie reagieren durch spezielle Ansprüche besonders empfindlich auf Landschaftsveränderungen und sind an bestimmte Lebensraumeigenschaften eng gebunden.

Das Vorkommen der Leitart kann danach abkürzend für die gesamte Lebensgemeinschaft (oder für deren Vollständigkeit) stehen. So kann im Naturschutz aus dem Vorkommen bestimmter Leitarten auf die Verbreitung oder die Vollkommenheit schutzwürdiger Biotope/Lebensgemeinschaften geschlossen werden. Dabei gehören die Leitarten nicht zwingend zu den häufigsten Arten.

In der Vegetationskunde wird häufiger der verwandte Ausdruck „Charakterart“ verwendet. Dieser ist in der Pflanzensoziologie mit spezieller Bedeutung definiert und ersetzt in dieser Wissenschaft den allgemeineren Begriff.

(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Leitart, Zugriff 5.10.2011)

 

Lichte Wälder

Lichte Wälder sind Waldflächen, die aufgrund natürlicher Gegebenheiten und / oder durch Eingriffe lange licht bleiben und den Lebensraum für seltene und gefährdete, auf Lichten Wald angewiesene Pflanzen- und Tierarten (Zielarten) bilden. Hauptzweck ist die Förderung seltener und gefährdeter Zielarten. Die Art und Zeitpunkte der Maßnahmen sind darauf auszurichten und können je nach Zielarten und Standort sehr unterschiedlich sein. Der Mindestdeckungsgrad in einem Lichtwald-Objekt soll i.d.R. durchschnittlich 30 % betragen, damit noch Wald vorliegt. Der maximale Deckungsgrad wird durch die Lebensraumansprüche der Zielarten bestimmt. (Quelle: Aktionsplan Lichter Wald des Kantons Zürich)

 

M-P



Managementplan    

Managementpläne (MaP) (alte Bezeichnung: Pflege- und Entwicklungspläne, PEPL) sind die Grundlage zur Sicherung der Natura 2000- Gebiete. Im Rahmen dieser Fachpläne werden die Vorkommen von Lebensraumtypen und Arten der FFH-Richtlinie (Anhang I und II) bzw. Vogelschutzrichtlinie (Anhang I und Zugvögel nach Art. 4 Abs. 2) erfasst und bewertet. Darauf aufbauend wird die Ziel- und Maßnahmenplanung erarbeitet.

Die MaP für die Natura 2000-Gebiete werden unter Beteiligung der Öffentlichkeit erarbeitet. Die Einbindung der Öffentlichkeit hilft den planenden Behörden - den Regierungspräsidien (RP)  - das örtlich vorhandene Wissen zu nutzen oder frühzeitig Probleme bei der späteren Umsetzung des Planes zu erkennen. Für jeden MaP wird während der Planungsphase ein Beirat eingerichtet, der die unterschiedlichen Nutzer- und Interessengruppen vertritt. Der Beirat unterstützt die Erstellung eines jeden Pflege- und Entwicklungsplans und berät bei der konkreten Planung der Maßnahmen. Bis 2020 sollen für alle Natura 2000-Gebiete in Baden-Württemberg MaP erstellt werden.

(Quelle: http://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/44493/, Zugriff: 13.02.2012)

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Mehrschichtigkeit / -stufigkeit (eines Bestandes)         

Die Stufigkeit eines Waldes ist ein Parameter zur Beschreibung des Waldaufbaus. Die Stufigkeit wird anhand der Anzahl verschiedener Baumhöhen in einem Bestand ermittelt („wie viele Kronenschichten gibt es“). Sie wird unterschieden zwischen:
  1. Einstufig: In erster Linie ergeben sich einstufige Bestände aus künstlich und natürlich eingebrachten, gleich hohen Bäumen, i.d.R. nur einer Baumart.
  2. Zweistufig: hier findet sich eine Oberschicht (i.d.R aus Lichtbaumarten) und eine Unterschicht (i.d.R. aus Schattbaumarten).
  3. Mehrstufig: mehrschichtige Bestände werden mit Licht- und Schattbaumarten gebildet. Im Schlaghochwald findet man Mehrschichtigkeit bei langen Verjüngungszeiträumen (z. B. Plenter- oder Femelwald).
(nach „Das Kosmos Wald- und Forstlexikon“, 2. Aufl.)

Mischbestand

Bestände aus zwei oder mehr Baumarten (Mischwald). Die vorkommenden Baumarten haben je nach Häufigkeit und Verteilung Einfluss auf die ökologischen Verhältnisse.

 

Mittelwald

Mittelwald ist – neben Hoch- und Niederwald – eine der drei waldwirtschaftlichen Betriebsarten. Sie ist gekennzeichnet dadurch, dass so genannte Kernwüchse, also aus Samen entstandene Bäume, in einem Bestand gemischt mit aus Stockausschlag entstandenen Bäumen vorkommen. (Quelle: Burschel/Huss 1987, S. 74ff.)

 

Monitoring   

Monitoring ist ein Überbegriff für alle Arten der unmittelbaren systematischen Erfassung (Protokollierung), Beobachtung oder Überwachung eines Vorgangs oder Prozesses mittels technischer Hilfsmittel oder anderer Beobachtungssysteme. Dabei ist die wiederholende Durchführung ein zentrales Element der jeweiligen Untersuchungsprogramme, um anhand von Ergebnisvergleichen Schlussfolgerungen ziehen zu können.

Die Funktion des Monitorings besteht darin, bei einem beobachteten Ablauf bzw. Prozess steuernd einzugreifen, sofern dieser nicht den gewünschten Verlauf nimmt bzw. bestimmte Schwellwerte unter- bzw. überschritten sind. Monitoring ist deshalb ein Sondertyp des Protokollierens.

 

Mosaik-Zyklus-Konzept                  

Das Mosaik-Zyklus-Konzept geht davon aus, dass sich (Wald-)Ökosysteme insbesondere unter dem Einfluss natürlicher und anthropogener Störeinflüsse (Sturm, Schnee, Feuer, Insektenkalamitäten oder Überalterung) in einer Abfolge unterschiedlicher Waldentwicklungsphasen (inkl. baumfreie Phasen, Pionierwald, Baumartenwechsel) zyklisch verjüngen und die Sukzession innerhalb eines Ökosystems auf benachbarten Einzelflächen phasenverschoben und asynchron ablaufen kann. Im Verlauf der Zyklen werden immer wieder einzelne Habitattypen oder Teile davon zerstört, zugleich entstehen jedoch neuartige Lebenssituationen und verändern das Konkurrenzgefüge zwischen den Arten: Die natürliche Selektion wird angeregt, so dass sich der Genpool der beteiligten Arten regenerieren kann und das dynamische Gleichgewicht des Ökosystems stabilisiert wird (vgl. Remmert, 1988)

 

Multifunktionale Waldwirtschaft    

Eine Waldbewirtschaftung, bei der gilt, das Gesamtökosystem Wald einerseits und die unterschiedlichen Bedürfnisse der Nutzer andererseits im Auge zu behalten. Dabei ist es nicht das Ziel, eine Funktion zu maximieren, sondern die Nachhaltigkeit aller Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen des Waldes zu gewährleisten.

 

Nachhaltige Waldwirtschaft           

Definition gemäß der Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder in Helsinki (1993): „Nachhaltige Bewirtschaftung ist definiert als Betreuung und Nutzung von Wäldern auf eine Weise und in einem Ausmaß, dass deren biologische Vielfalt, Produktivität, Verjüngungsfähigkeit und Vitalität aufrechterhalten wird sowie deren Potenzial, jetzt und in der Zukunft die entsprechenden ökologischen, ökonomischen und sozialen Funktionen auf lokaler, nationaler und globaler Ebene zu erfüllen, ohne anderen Ökosystemen Schaden zuzufügen.“

 

Nachhaltigkeit/ nachhaltige Entwicklung     

Das Konzept der Nachhaltigkeit beschreibt die Nutzung eines regenerierbaren Systems in einer Weise, dass dieses System in seinen wesentlichen Eigenschaften erhalten bleibt und sein Bestand auf natürliche Weise regeneriert werden kann. (Quelle: Deutscher Bundestag 2002).

Dabei ist Nachhaltige Entwicklung vorrangig jedoch kein (natur)wissenschaftlicher Begriff, sondern ein gesellschaftlich-politisch geprägtes, normatives, holistisches Leitbild. Das Verständnis von nachhaltiger Entwicklung variiert im Laufe der Zeit entsprechend bestehender Wertvorstellungen. Der ursprünglich aus dem forstwirtschaftlichen Nachhaltigkeitsdenken (Carl von Carlowitz, 1713) stammende Begriff wird heute zumeist entsprechend der Definition der „Nachhaltigen Entwicklung“ (Brundlandt-Bericht, 1987) verstanden:

„Dauerhafte Entwicklung ist Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass zukünftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können. Zwei Schlüsselbegriffe sind wichtig:

       Der Begriff von „Bedürfnisse“, insbesondere der Grundbedürfnisse der Ärmsten der Welt, die die überwiegende Priorität haben sollten; und

       der Gedanke von "Beschränkungen, die der Stand der Technologie und sozialen Organisation auf die Fähigkeit der Umwelt ausübt, gegenwärtige und zukünftige Bedürfnisse zu befriedigen.“ (Hauff, 1987)

Weltweit wird nachhaltige Entwicklung als Leitbild in Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft für eine wünschenswerte Zukunft anerkannt. Der Umfang des notwendigen Handlungsbedarfs jedoch wird kontrovers diskutiert.

In Bezug auf die Waldbewirtschaftung wird der Begriff meist für eine ständige und optimale Erfüllung der Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion der Wälder verwendet. Bezogen auf die Holzernte bedeutet das Prinzip der Nachhaltigkeit zum Beispiel, dass nie mehr Holz eingeschlagen wird als nachwächst.

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Nationalpark

Gemäß der Definition der Internationalen UN ION zum Schutz von Natur und natürlichen Objekten (IUCN) sind Nationalparks natürliche Gebiete auf dem Wasser oder dem Land, die vorgesehen sind,

       um die Unversehrtheit eines oder mehrerer Ökosysteme zu schützen und für die jetzige und künftigen Generationen zu erhalten.

       um Ausbeutung ebenso zu verhindern wie andere Tätigkeiten, die dem Gebiet Schaden zufügen.

       um eine Basis zur Spiritualität, Forschung, Schulung, Erholung und Besichtigung zur Verfügung zu stellen, die ökologisch und kulturell vereinbar ist.(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalpark, Zugriff 24.01.2012; BNatSchG)

Nationalparke bzw. deren Kernzonen sind gemäß § 24 BNatSchG "einheitlich zu schützende Gebiete, die (1) großräumig, weitgehend unzerschnitten und von besonderer Eigenart sind, (2) in einem überwiegenden Teil ihres Gebiets die Voraussetzungen eines Naturschutzgebiets erfüllen und (3) sich in einem überwiegenden Teil ihres Gebiets in einem vom Menschen nicht oder wenig beeinflussten Zustand befinden oder geeignet sind, sich in einen Zustand zu entwickeln oder in einen Zustand entwickelt zu werden, der einen möglichst ungestörten Ablauf der Naturvorgänge in ihrer natürlichen Dynamik gewährleistet."

 

Natura 2000  

Natura 2000 bezeichnet ein Netz von Gebieten in den Mitgliedstaaten der Europäischen UN ION, in denen die Tier- und Pflanzenarten und ihre Lebensräume geschützt werden müssen. Dieser Schutz wird durch die sogenannten Vogelschutz-Richtlinie sowie die Fauna- Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) (1979 bzw. 1992) geregelt.

In den gemeinschaftlichen Rechtsvorschriften sind die Tier- und Pflanzenarten und die Lebensräume aufgelistet, die aufgrund ihrer Seltenheit und Empfindlichkeit besonders schützenswert sind; dies gilt vor allem für die vom Verschwinden bedrohten Arten und Lebensräume.

Das Netz umfasst Schutzgebiete, die der Erhaltung von mehr als 180 Arten und Unterarten von Vögeln dienen sollen, und besondere Schutzgebiete, mit denen die Erhaltung von über 250 Lebensraumarten, mehr als 200 Tierarten und über 430 Pflanzenarten gesichert werden soll. Natura 2000 schließt heute mehr als 20 % des terrestrischen Gebiets der Europäischen UN ION ein.

Die Mitgliedstaaten sind für die Schutzgebiete zuständig und müssen den Erhalt der durch die gemeinschaftlichen Rechtsvorschriften bezeichneten Arten und Lebensräume gewährleisten. Innerhalb der Schutzgebiete sind zwar Wirtschaftstätigkeiten wie z. B. die Landwirtschaft weiterhin zulässig, müssen jedoch mit dem Ziel der Erhaltung von Arten und Lebensräumen vereinbar sein.

In Deutschland ist das Netz Natura 2000 in den §31-36 BNatSchG geregelt. (nach Quelle http://europa.eu/legislation_summaries/glossary/natura_de.htm, Zugriff 05.12.2011)

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Naturschutz (im Sinne der Gesamtkonzeption Waldnaturschutz ForstBW)

Naturschutz umfasst aus der fachdisziplinären und gesetzlichen Warte die Themenbereiche Artenschutz, Flächenschutz, Prozessschutz, Biodiversitätsschutz, Schutz abiotischer Ressourcen, die Sicherung biologischer Grundfunktionen, Mitwirkung bei der Steuerung der Landnutzung und landschaftsbezogene Erholung. (nach Zucchi, 2003)

 

Naturdenkmale        

Nach § 31 NatSchG können Gebiete mit einer Fläche bis zu 5 ha (flächenhafte Naturdenkmale) oder Einzelbildungen der Natur (Naturgebilde), deren Schutz und Erhaltung zur Sicherung und Entwicklung von Lebensgemeinschaften oder Lebensstätten bestimmter wild lebender Tier- und Pflanzenarten, aus wissenschaftlichen, ökologischen, naturgeschichtlichen, landeskundlichen oder kulturellen Gründen oder wegen ihrer Eigenart, Seltenheit, Schönheit oder landschaftstypischen Kennzeichnung erforderlich sind, durch Rechtsverordnung zu Naturdenkmalen erklärt werden. Soweit es erforderlich ist, kann bei Naturgebilden auch die Umgebung geschützt werden. Die Beseitigung des Naturdenkmals und alle Handlungen, die zu einer Zerstörung, Veränderung oder Beeinträchtigung des Naturdenkmals oder seiner geschützten Umgebung führen können, sind nach Maßgabe der Rechtsverordnung verboten.

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Naturnähe    

Naturnähe ist der Grad der Ähnlichkeit zwischen Ökosystemen mit und ohne menschlichen Einfluss.(Reif, 2000)

Der Vergleich der aktuellen Bestockung mit der natürlichen Waldgesellschaft gibt Auskunft über die Naturnähe der Baumarten- Zusammensetzung. "Außereuropäische Baumarten" bezeichnet die vom Menschen neuzeitlich eingeführten, ursprünglich außereuropäisch verbreiteten Baumarten, auch wenn sie nach ihrer Einbürgerung Bestandteil der natürlichen Waldgesellschaft geworden sind (Quelle: http://www.bundeswaldinventur.de, Zugriff 10.01.2012).

Eine genaue Bewertung der Naturnähe von Wäldern in Baden-Württemberg ist in der Ökokonto-Verordnung unter Punkt 5.“ Wälder Naturnähe-Bewertung der Baumartenzusammensetzung“ dargelegt. (Quelle: Ökokonto-Verordnung von Baden-Württemberg (http://drs.baden-wuerttemberg.de/TEMP/C1C59E01/100812154046/00/7059938B.pdf); Zugriff 21.02.2012)

vgl. auch Standortswald

 

Naturnahe Waldwirtschaft 

Naturnahe Waldwirtschaft ist ein für den Staatswald Baden-Württemberg verpflichtendes Konzept zur Umsetzung des forstbetrieblichen Zielsystems, demzufolge die Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktionen auf der gesamten Waldfläche optimal erfüllt werden. Wesentliche Voraussetzung dafür sind der Aufbau, die Pflege und die Erhaltung naturnaher, standortsgerechter und stabiler Wälder. Dazu baut die Naturnahe Waldwirtschaft auf den Ergebnisse der Standortskartierung, der Waldfunktionenkartierung und der Waldbiotopkartierung auf, und sie nutzt natürliche Abläufe und Selbststeuerungsmechanismen von Waldökosystemen, soweit diese der Zielerreichung dienen. (Quelle: MLR, 1994)

Elemente Naturnaher Waldwirtschaft sind (1) Aufbau und Pflege stabiler Waldökosysteme; (2) Naturnähe bei der Baumartenwahl; (3) Mischung und Stufigkeit; (4) Natürliche, kleinflächige Waldverjüngung; (5) Pflege der Wälder; (6) Wald- und wilderechte Jagd; (7) Integrierter Waldschutz; (8) Pflegliche Waldarbeit sowie (9) Integration von Zeilen des Naturschutzes und der Landschaftspflege. (Quelle: FED 2000, Randziffern 24 – 33).

Im Rahmen der Gesamtkonzeption Waldnaturschutz für ForstBW wird Naturnahe Waldwirtschaft umfassend als strategisches Element aufgefasst. Es umfasst alles Handeln oder Unterlassen im Wald. Damit erstreckt es sich von Art- und Generhaltung in situ und ex situ über die zielgerichtete Pflege und Erhaltung von Arten, Biotopen, Schon- und Bannwälder, Naturnähe der Baumarten, Mischung, Stufigkeit, Waldverjüngung, Bestandespflege, wald- und wildgerechte Jagd, integrierter Waldschutz, pflegliche Waldarbeit bis zu allen weiteren Aspekten von Naturschutz und Landschaftspflege samt aller integrativer und segregativer Umsetzungen. Im Zweifelsfalle betont die naturnahe Waldwirtschaft aber den weitmöglichsten integrativen Ansatz. Dabei wird Naturnahe Waldwirtschaft auch als Strategie verstanden, einer multifunktionalen Waldwirtschaft Rechnung zu tragen.

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Naturnaher Waldbau          

Unter „naturnahem Waldbau“ ist – in Anlehnung an LFV Baden-Württemberg 1992, S. 14 – ein Waldbau zu verstehen, der unter möglichst weitgehender Ausnutzung oder Steuerung natürlicher Entwicklungsprozesse, insbesondere der Selbstregulierung und der Selbsterneuerung von Waldökosystemen, eine angemessen hohe Beteiligung von Baumarten der natürlichen Waldgesellschaften anstrebt und sichert.

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Naturpark     

Die Definition der Kategorie Naturpark erfolgt durch Bundesrecht (§ 27 BNatSchG). Einzelheiten, vor allem hinsichtlich der Ausweisung, Feststellung oder Anerkennung als Naturpark, variieren in den einzelnen Bundesländern nach Maßgabe des dortigen Naturschutzrechts. In § 27 BNatSchG wird festgelegt, dass Naturparks einheitlich zu entwickelnde und zu pflegende, großräumige Gebiete und auf überwiegender Fläche Landschafts- oder Naturschutzgebiete sind, eine große Arten- und Biotopvielfalt und eine durch vielfältige Nutzungen geprägte Landschaft aufweisen. In Baden-Württemberg sind Naturparke nach §30 LNatSchG „Großräumige Gebiete, die als vorbildliche Landschaften für eine naturnahe Erholung einheitlich zu planen, zu entwickeln und zu pflegen sind“.

In Naturparks wird eine dauerhaft umweltgerechte Landnutzung angestrebt, und sie sollen wegen ihrer landschaftlichen Voraussetzungen besonders für die Erholung und für nachhaltigen Tourismus geeignet sein.

Die zugrunde liegende Idee ist ein Schutz durch Nutzung, deshalb sind die Akzeptanz und die Beteiligung der Bevölkerung am Schutz der Kulturlandschaft und Natur sehr wichtig. Dabei sollen der Schutz der Natur und die Bedürfnisse von Erholungssuchenden so verknüpft werden, dass beide Seiten davon profitieren: nachhaltiger Tourismus mit Respekt vor dem Wert der Natur und Landschaft stehen im Vordergrund. Grundsätzlich sind hier alle Handlungen, Eingriffe und Vorhaben verboten, die dem Schutzzweck zuwiderlaufen. (nach http://de.wikipedia.org/wiki/Naturpark, Zugriff 24.01.2012)

 

Naturschutzstrategie 2020 Baden-Württemberg

Übergeordnetes Ziel der Naturschutzstrategie 2020 ist es, einen wirksamen Beitrag Baden-Württembergs zur Erreichung der Ziele der Vertragsstaatenkonferenz zum Übereinkommen über die Biologische Vielfalt (CBD) zu gewährleisten. Dazu muss die bisherige Naturschutzstrategie diesen neuen Herausforderungen angepasst werden. Darüber hinaus sollen Antworten auf die veränderten Landnutzungsmethoden, auf den Flächenverbrauch und nicht zuletzt auf den Klimawandel gefunden werden, die alle Auswirkungen auf die Erhaltung der Biologischen Vielfalt und die Leistungsfähigkeit der Ökosysteme haben. Dies bedeutet aber auch, dass nicht nur die Naturschutzverwaltung, sondern auch andere Verwaltungen des Landes aufgefordert sind, einen Beitrag zu leisten. Deshalb umfasst die Naturschutzstrategie neben dem Naturschutz ebenfalls die Bereiche Landes- und Regionalplanung, kommunale Bauleitplanung, Land- und Forstwirtschaft, Wasserwirtschaft sowie Straßenbau und Verkehr. Die Naturschutzstrategie Baden- Württemberg 2020 wurde von der vorherigen Landesregierung am 22.03.2011 beschlossen und wird jetzt neu überarbeitet.
(nach http://www.mlr.baden-wuerttemberg.de/Naturschutzstrategie/99535.html, Zugriff: 15.02.2012)

 

Naturverjüngung     

Naturverjüngung ist die planmäßige Begründung einer (neuen) Waldgeneration durch Samenfall von (Schirm-) Bäumen, Samenanflug durch Wind oder Sameneintrag durch Tiere – im Gegensatz zur künstlichen Verjüngung durch Saat oder Pflanzung.
(Quelle: Burschel/Huss 1987, S. 144ff).

 

Neophyten    

Durch menschlichen Einfluss nach der Entdeckung Amerikas 1492 eingewanderte, eingeführte oder eingeschleppte Pflanzenarten; vgl. Internet-Handbuch NeoFlora (http://www.floraweb.de/neoflora/).
(Quelle: http://www.bfn.de/glossar_i-n.html#c3404; Zugriff: 13.02.2012)

 

Niederwald   

Niederwald ist – neben Hoch- und Mittelwald – eine der drei waldwirtschaftlichen Betriebsarten. Sie ist gekennzeichnet dadurch, dass in einem Niederwald alle Bäume aus Stockausschlag entstanden sind – im Gegensatz zu so genannten „Kernwüchsen“, also Bäumen, die aus Samen entstandene sind.
(Quelle: Burschel/Huss 1987, S. 74 ff.)

 

Ökosystem-dienstleistungen

Nach dem »UN Millennium Ecosystem Assessment«, einer groß angelegten Studie der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2005, die einen systematischen Überblick über den Zustand globaler Ökosysteme und Ökosystemleistungen gibt, sind Ökosystemdienstleistungen: »Dienstleistungen, die von der Natur (unentgeltlich) erbracht werden und vom Menschen genutzt werden können, um sein Wohlergehen zu gewährleisten.«

Die Natur versorgt uns mit Nahrungs- und Arzneimitteln, stellt sauberes Trinkwasser durch die Filterung des Regenwassers im Boden bereit, liefert Rohstoffe und Baustoffe, wie Holz, Wolle, Gummi und Fasern. Sie bietet natürlichen Hochwasser- und Erosionsschutz, sorgt für Bodenbildung und Befruchtung unserer Nutzpflanzen, reguliert das Klima und den Wasserhaushalt und ist ein wertvoller Erholungsraum. Diese Leistungen werden unter dem Begriff Ökosystemleistungen zusammengefasst.
(Quelle: http://vielfalt-2010-plus.at/de/themen-2.htm, Zugriff: 15.02.2012)

 

Partizipation

Der Begriff Partizipation bezeichnet die Teilnahme einer Person oder Gruppe an Entscheidungsprozessen oder an Handlungsabläufen, die in übergeordneten Strukturen oder Organisationen stattfinden. Die Teilnahme kann mehr oder minder anerkannt, berechtigt und erwünscht sein. Je nachdem ist Partizipation ein vorgesehenes Instrument zur Legitimierung von Entscheidungen bzw. Aktionen durch die Betroffenen oder sie bleibt Forderung.

In der politischen Theorie werden direkte (z.B. Abstimmungen) und indirekte (z. B. Parlamentswahlen), konventionelle (etwa ein Leserbrief) und unkonventionelle (etwa ein Plakat am Fabrikschlot) Formen der Partizipation unterschieden. Seit der Studenten-, der Ökologie- und der Frauenbewegung der 1960er- und 70er-Jahre werden zunehmend auch innovative, ja teilweise auch illegale Beteiligungsaktionen (z.B. Bürgerinitiativen, ziviler Ungehorsam) als Formen der Partizipation anerkannt und analysiert. Partizipation wird damit zusätzlich zu einem Weg der Erweiterung der Demokratie und auch zu einem Kriterium der Transparenz und der Gerechtigkeit von Machtsystemen. (Quelle: http://www.socialinfo.ch/cgi-bin/dicopossode/show.cfm?id=447; Zugriff 24.01.2012)

Generell können 3 Ebenen von Partizipation unterschieden werden:

1.    Bei der im Rahmen der Gesamtkonzeption Waldnaturschutz für ForstBW angestrebten konsultativen Öffentlichkeitsbeteiligung können Interessenvertreter und Bürgerinnen und Bürger zu vorgelegten Vorschlägen Stellung nehmen sowie ihre Ideen und Vorschläge einbringen, wie z.B. bei der Erstellung eines Flächennutzungsplans. Es geht also darum, Rückmeldungen der Betroffenen zu Vorschlägen, Plänen oder Entscheidungen zu erhalten, um sie bei der Entscheidung mit einzuwägen.

2.    Im Gegensatz hierzu steht auf der einen Seite die informative Öffentlichkeitsbeteiligung, deren Ziel es ist, der breiten Öffentlichkeit Planungen oder Entscheidungen bekannt und verständlich zu machen, wobei diese kaum Möglichkeit hat, die Entscheidung zu beeinflussen.

3.    Auf der anderen Seite besteht auch die Möglichkeit, dass Betroffene und Interessierte bei der Entwicklung des Vorhabens, seiner Ausführung und Umsetzung mitbestimmen, wie das zum Beispiel bei der Teilnahme an einem Runden Tisch oder bei einem Mediationsverfahren der Fall ist.

 

PEFC


Das „Program for the Endorsement of Forest Certification Schemes“ (PEFC) (deutsch: Programm für die Anerkennung von Forstzertifizierungssystemen) ist ein internationales Waldzertifizierungssystem. Es ist die weltweit größte unabhängige Organisation zur Sicherstellung und kontinuierlichen Verbesserung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung unter Gewährleistung ökologischer, sozialer und ökonomischer Standards. Eine wichtige alternative Zertifizierung ist das System von Forest Stewardship Council (FSC).
(nach http://de.wikipedia.org/wiki/Programme_for_Endorsement_of_Forest_Certification_Schemes, Zugriff: 24.02.2012)

Der Staatswald in Baden-Württemberg ist seit 2000 PEFC-zertifiziert.

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Pflegliche Waldarbeit


Pflegliche Waldarbeit ist ein Baustein des Konzepts der Naturnahen Waldwirtschaft (1992) (und damit verpflichtend für die Bewirtschaftung des Staatswaldes in Baden-Württemberg), demzufolge Boden- und Bestandesschäden bei der Holzernte durch den Einsatz geeigneter Arbeitsverfahren und Erntetechniken soweit als möglich vermieden werden. Vorgaben zur pfleglichen Waldarbeit, wie der Holzernte oder der Anlage von Wegen, sind in einigen Vorschriften und Konzepten zur Bewirtschaftung des Staatswaldes in Baden-Württemberg zu finden. (Quelle: FED 2000, Randziffer 32.)

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Pionierbaumarten   

Pionierbaumarten bezeichnen die ersten Baumarten, die sich auf Freiflächen ansiedeln. Sie sind lichtliebend und widerstandsfähig gegen natürliche Umwelteinflüsse wie Hitze, Trockenheit oder Frost. Sie besitzen besonders leichte und flugfähige Samen, z.B. Birke, Aspe, Kiefer, Erle und Weide.

 

Plenterwald  

Der Begriff Plenterwald charakterisiert Waldbestände, in denen "geplentert" wird. Dieses naturnahe Waldpflege- und Waldnutzungskonzept hat mehrschichtige, ungleichaltrige Bestände zum Ziel, in welchen auf kleiner Fläche alle Altersstufen nebeneinander stehen. Der Wald soll dauernd bestockt sein (keine Kahlflächen) und dauernd einzelstammweise natürlich verjüngt werden. Bei dieser Nutzungsform entstehen strukturreiche Bestände. Plenterwälder zeichnen sich durch eine charakteristische, klar definierte Durchmesserverteilung aus.
(nach www.waldwissen.net, Zugriff: 15.02.2012)


 

Prioritär (Im Sinne der Gesamtkonzeption Waldnaturschutz ForstBW)       

Als prioritär werden im Rahmen der Gesamtkonzeption Waldnaturschutz ForstBW diejenigen naturschutzrelevanten Handlungsfelder definiert, bei welchen besonderer Handlungsbedarf für die kommenden Jahre gesehen wird. Hierfür wurde mit Hilfe einer gängigen Entscheidungsmatrix die Wichtigkeit und Dringlichkeit der im Vorfeld gesammelten, vielfältigen Themenbereiche von den Mitgliedern des Projektteams und der begleitenden Arbeitsgruppe beurteilt. Auf diese Weise konnten die Handlungsschwerpunkte in eine Rangordnung gebracht, d.h. „priorisiert“ werden.

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Prozessschutz(gebiet)       

Prozessschutzgebiete werden im Rahmen der Gesamtkonzeption Waldnaturschutz ForstBW im Sinne der „Naturschutzstrategie Baden- Württemberg 2020“ verstanden. Demnach sind Prozessschutzgebiete Bannwälder inklusive den Kernzonen von bestehenden und geplanten Großschutzgebieten. Bannwälder sollen dabei gezielt zur Umsetzung von Naturschutzzielen, wie der Förderung von Wald-FFH-Lebensraumtypen und der Vorkommen von Urwaldreliktarten, ausgewiesen werden, aber auch zum Naturerlebnis in deren Randbereichen (z.B. durch Baumwipfelpfade, Wildnispfade).

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Q-T



Regionalwald

Der Regionalwald kennzeichnet die natürliche Baumartenzusammensetzung innerhalb einer regionalen Einheit.
(Quelle: FED 2000, Anlage 1, Gliederungsziffer 2.1.). Siehe auch „Zonalwald“ sowie „Standortswald“.

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Schirmarten (umbrella species)   

Hierzu gehören Arten, die spezifische Habitatansprüche mit großen Raumbedürfnissen kombinieren. Wenn Schutzbestrebungen auf Schirmarten ausgerichtet werden, um diesen überlebensfähige Populationen zu garantieren, sollten die Maßnahmen automatisch auch das Überleben von Arten mit ähnlichen Habitatansprüchen aber geringeren Raumbedürfnissen unterstützen. Das Auerhuhn gilt beispielsweise als Schirmart.
(Quelle: http://www.bfn.de/fileadmin/MDB/documents/ina/vortraege/2008_Nachh-Landsch-08-Maik_Adomssent.pdf, Zugriff 05.10.2011)

 

Schlüsselarten (keystone species)          

Zu dieser Gruppe werden Arten gezählt, von deren Wirken im Ökosystem andere Arten derart abhängen, dass diese beim Verschwinden der Schlüsselart ebenfalls verschwinden würden. Oft sind es «Ökosystemingenieure» wie Regenwürmer, Biber oder Spechte. Letztere erleichtern es beispielsweise durch ihren Höhlenbau anderen höhlenbrütenden Vögeln oder Fledermäusen geeignete Nist- oder Schlafräume zu finden.
(Quelle: http://www.bfn.de/fileadmin/MDB/documents/ina/vortraege/2008_Nachh-Landsch-08-Maik_Adomssent.pdf, Zugriff 5.10.2011)

 

Schonwald (in Baden-Württemberg)       

Schonwald nach § 32 Abs. 3 LWaldG ist ein Waldreservat, in dem eine bestimmte Waldgesellschaft mit ihren Tier- und Pflanzenarten, ein bestimmter Bestandsaufbau oder ein bestimmter Waldbiotop zu erhalten, zu entwickeln oder zu erneuern ist (Quelle: FED 2000, Randziffer 99).

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Staatswald   

Wald im Alleineigentum der Bundesländer, während Wald im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland als „Bundeswald“ bezeichnet wird.
(Quelle: www.bundeswaldinventur.de, Zugriff: 10.01.2012)

 

Stakeholder  

(Anspruchsgruppen): Der international etablierte Begriff „Stakeholder“ umfasst gesellschaftliche Interessengruppen und unternehmerische Anspruchsgruppen. Er wurde entwickelt als Gegenpol zum Begriff „Shareholder“, den Aktionären. Zu den Stakeholdern eines Unternehmens gehören Mitarbeiter, Zulieferer, Kunden, Nichtregierungsorganisationen (NGOs), wissenschaftliche Einrichtungen, Regierungen u.a.m. Den Begriff hat wohl zum ersten Mal das Stanford Research Institute 1963 benutzt, um deutlich zu machen, dass Aktionäre nicht die einzige Zielgruppe sind, die das Management von Unternehmen beachten muss. Es gibt sowohl interne Anspruchsgruppen, wie Mitarbeiter, als auch externe Anspruchsgruppen, wie kritische NGOs. Sie sind zu berücksichtigen, weil sie von den Geschäftsaktivitäten direkt oder indirekt betroffen sind bzw. die Ansprüche Betroffener aufzeigen sowie die Geschäftsentwicklung und die gesellschaftliche Akzeptanz eines Unternehmens beeinflussen.
(Quelle: www.nachhaltigkeit.info, Zugriff 10.01.2012)

 

standortheimisch    

Eine Baumart (bzw. ein Bestand) ist standortsheimisch, wenn sie standortsgemäß, d.h. an einen bestimmten Standort angepasst ist und zudem natürlicherweise vorkommt.
(nach „Das Kosmos Wald- und Forstlexikon“, 2. Aufl.)

 

Standörtliche Grundlage   

In der Ökologie wird die Standörtliche Grundlage als der Wuchsort einer Pflanze, und alle dort auf sie einwirkenden Faktoren, sog. Standortsfaktoren (z. B. Boden, Exposition, Niederschlag) verstanden, ausschließlich jener Faktoren, die durch die Konkurrenz der Pflanzen bedingt sind. Der forstliche Standort umfasst die Gesamtheit aller für das Baumwachstum wichtigen Eigenschaften eines konkreten Geländebereichs. Er bezeichnet damit nicht nur den Ort, auf dem eine Pflanze steht oder zu stehen vermag, sondern zugleich dessen Eigenschaften, Pflanzen zu tragen und ihnen bestimmte Wachstumsbedingungen zu gewährleisten.
(nach „Das Kosmos Wald- und Forstlexikon“, 2. Aufl.)

 

Standortskartierung           

Die Forstliche Standortskartierung soll waldökologische Grundlagen für einen naturnahen Waldbau erfassen und flächenhaft darstellen. Die Standortskartierung arbeitet nach dem „Südwestdeutschen Standortskundlichen Verfahren“. Es ist gekennzeichnet durch (1) die Kombination aller zweckdienlichen Erkenntnisse verschiedener Wissenschaftszweige und (2) die Betrachtung von Regionen. Zu (1): In jedem Arbeitsschritt werden geographische, geologische, petrographische, bodenkundliche, klimatologische, vegetationskundliche, pollenanalytische und historische Fakten kombiniert. Dies ermöglicht eine ganzheitliche Erfassung und Beurteilung des Waldstandorts. Zu (2) Das Verfahren ist zweistufig. Das Land ist regional unterteilt (regionale Gliederung). Innerhalb dieser Regionen erfolgt eine zweite Gliederung nach den lokalen Standortseigenschaften (lokale Gliederung). (Quelle: FED 2000, Anlage 1, Gliederungsziffern 1 und 2).

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Standortswald         

Unter dem Standortswald wird die natürliche Baumartenzusammensetzung im Bereich einer Standortseinheit im Anhalt an modellhafte Vorstellungen der heutigen potenziellen natürlichen Vegetation (hpnV) verstanden.
(Quelle: FED 2000, Anlage 1, Gliederungsziffer 2.2;. vgl. MICHIELS H-G 1998). Siehe auch „Regionalwald“, „Zonalwald“ und natürliche Waldgesellschaften

Weitere Hinweise – auch zur Einstufung der Naturnähe - liefert die Informationsseite der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW): http://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/206969/

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Strategisches Nachhaltigkeitsmanagement (SNM) von ForstBW      

Das strategische Nachhaltigkeitsmanagement (SNM) stellt das Grundfundament von ForstBW dar. Es wurde zum Forstwirtschaftsjahr 2011 in ForstBW für die Bewirtschaftung des Staatswaldes verbindlich eingeführt. Am 13. September 2010 hat auch der Ministerrat in seiner Kabinettsitzung die Einführung der Konzeption des Strategischen Nachhaltigkeitsmanagement beschlossen und den darin enthaltenen strategischen Zielen und Indikatoren von ForstBW zugestimmt.

Mit dem Strategischen Nachhaltigkeitsmanagement wird die nachhaltige Entwicklung im gesamten Staatswald als integraler Bestandteil des täglichen Handelns und der Betriebssteuerung etabliert und durch geeignete kommunikative Maßnahmen transparent nach innen und außen dargestellt. Dabei werden auf der normativen Basis einer modifizierten starken Nachhaltigkeit die drei Nachhaltigkeitsdimensionen Ökologie, Ökonomie und Soziales gleichrangig und gleichgewichtet abgebildet sowie die Steuerung, Dokumentation und Kommunikation der Nachhaltigkeitsleistung durch geeignete Instrumente optimal sichergestellt.

Die Sustainability Balanced Scorecard (SBSC) für den Staatswald von Baden-Württemberg enthält insgesamt 18 strategische Ziele, denen messbare Indikatoren zugeordnet sind.

Die Gesamtkonzeption Waldnaturschutz ForstBW ist dem strategischen Nachhaltigkeitsmanagement untergeordnet. Teile ihrer Handlungsempfehlungen können bei einer Evaluierung des SNM z.B. als Indikator für ein bestimmtes Ziel aufgenommen werden.

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Sukzession  

Unter Sukzession versteht man die nicht saisonale Abfolge verschiedener Pflanzengesellschaften auf ein und demselben Standort als Reaktion auf die Veränderung von Standortsfaktoren (z. B. Lichteinfall). Im Wald vollziehen sich diese Veränderungen der Waldzusammensetzung langfristig nach einer bestimmten Abfolge in Stufen. Die verschiedenen Stadien (z. B. Pionierwald), die dabei durchlaufen werden, sind durch bestimmte Strukturen und Waldzusammensetzungen gekennzeichnet. Der schließlich erreichte Waldzustand, die sog. Klimaxgesellschaft ist verhältnismäßig stabil.
(nach „ Das Kosmos Wald- und Forstlexikon“, 2. Aufl.)

 

U-Z



Waldbau

Unter „Waldbau“ ist – in Anlehnung an Burschel/Huss 1986, S. 13 – die planmäßige und zielgerichtete Steuerung des Ökosystems Wald unter Erhaltung seiner biologischen Eigenarten zum Zweck der nachhaltigen Befriedigung menschlicher Bedürfnisse (nach Erholung, Schutzwirkungen, Holz etc.) zu verstehen.

 

Waldbau(verfahren)                          

Planmäßige Bewirtschaftung des Waldes. Dazu gehören u. a. Pflanzenanzucht, Verjüngung, Bestandespflege und Bestandeserziehung sowie Bodenverbesserung.

 

Waldbiotopkartierung (WBK)       

Die Waldbiotopkartierung (WBK) erfasst auf der gesamten Waldfläche in Baden-Württemberg besonders hochwertige Biotopstrukturen und dokumentiert sie. Hauptkriterium der Kartierung ist die Seltenheit, wobei die Biotope von Natur aus selten sind oder durch menschliche Einwirkung stark abgenommen haben. Ihr Bestand ist daher meist gefährdet und somit auch in besonderem Maße schutzwürdig. Aufgabe der baden- württembergischen Waldbiotopkartierung (WBK) ist es, auf der gesamten Waldfläche des Landes in allen Waldbesitzarten die seltenen und damit schutzwürdigen Biotope nach einheitlich vorgegebenen Kriterien zu erfassen und darzustellen. Die zu kartierenden Biotope sind zum Großteil nach § 30a Landeswaldgesetz (LWaldG) und § 32 (bis 2005: § 24a) Naturschutzgesetz (NatSchG) geschützt. Darüber hinaus werden weitere aus Sicht des Biotop- und Artenschutzes wichtige Flächen erfasst, die zwar der Selbstbindung des Waldeigentümers, jedoch keinem direkten gesetzlichen Schutz unterliegen. Die Biotopabgrenzung erfolgt nach waldökologischen Gesichtspunkten. Die Waldbiotopkartierung ist in dem Kartierhandbuch von 2010 geregelt.
(nach Quelle: Standard WBK_120216; Waldbiotopkartierung Baden-Württemberg Kartierhandbuch)

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Waldentwicklungstyp (WET)        

Waldentwicklungstypen umfassen Waldbestände mit vergleichbarem waldbaulichen Ausgangszustand und vergleichbarer Zielsetzung. Sie beschreiben die zweckmäßigsten Verfahren und Techniken zur Erreichung dieser Zielsetzung unter Beachtung der Funktionenvielfalt des Waldes (Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion). Für die Bestimmung von Waldentwicklungstypen in Baden-Württemberg gilt die „Richtlinie landesweiter Waldentwicklungstypen“ der Landesforstverwaltung Baden-Württemberg vom Januar 1999, welche derzeit in Überarbeitung ist.

(Quelle: Richtlinie Landesweiter Waldentwicklungstypen der Landesforstverwaltung Baden-Württemberg vom Januar 1999)

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Waldfunktionen/ Waldfunktionenkartierung      

Ziele der Waldfunktionenkartierung (WFK) in Baden-Württemberg: Neben der Holzproduktion leisten Wälder einen entscheidenden Beitrag zur Regulierung und Reinhaltung des Wassers, zum Bodenschutz, zum Klimaausgleich und zur Luftreinhaltung sowie zur Erholungsvorsorge und zum Natur- und Landschaftsschutz. Die Waldfunktionenkartierung in Baden-Württemberg trägt zur Sicherung dieser Funktionenvielfalt zum Wohl der Allgemeinheit bei. In den Waldfunktionenkarten sind alle Waldflächen mit besonderer Bedeutung für die Schutz- und Erholungsfunktion dargestellt. Die Waldfunktionenkartierung ist Grundlage für die Berücksichtigung der Schutz- und Erholungsfunktion der Wälder im forstlichen Planen und Handeln. Sie ist eine Entscheidungshilfe bei raumbedeutsamen Planungen und Maßnahmen sowie ein zentraler forstlicher Beitrag zur Landes-, Regional-, und Landschaftsplanung und für die Umweltverträglichkeitsprüfung. Dabei hat sie sich als Instrument der Walderhaltung sehr bewährt. Die Waldfunktionenkartierung wird seit 1975 unter Leitung der Abteilung Wald und Gesellschaft von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt, landesweit und in allen Waldbesitzarten durchgeführt.

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Waldgesellschaften, natürliche


In Baden-Württemberg wird die natürliche Waldgesellschaft über den Standortswald definiert. Der Standortswald ist die lokale natürliche Baumartenzusammensetzung im Bereich einer Standortseinheit der forstlichen Standortskartierung; er wird im Anhalt an die heutige potentielle natürliche Vegetation hergeleitet (vgl. Michiels, 1998).

Waldgesellschaft der heutigen potenziellen natürlichen Vegetation eines Standortes. Diese ist eine modellhafte Vorstellung der höchstentwickelten Vegetation, die sich unter den gegenwärtigen Standortbedingungen und Florenverhältnissen - unter Ausschluss bestehender und zukünftiger unmittelbarer menschlicher Einflüsse - an einem Standort befinden kann. Zur natürlichen Waldgesellschaft gehören auch Lichtbaumarten, die zeitlich und räumlich begrenzt in Pionierphasen der natürlichen Waldentwicklung auftreten.

Weitere Hinweise – auch zur Einstufung der Naturnähe ‑ liefert die Informationsseite der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW): http://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/206969/

Zu zum Begriff natürliche Waldgesellschaften und Wald sh. auch Glossar Bundeswaldinventur

(Quellen: www.bundeswaldinventur.de; www.bundeswaldinventur.de, Zugriff: 15.02.2012)

 

Waldrefugien           

Ein Schutzelement des Alt- und Totholzkonzeptes(AuT). Waldrefugien sind auf Dauer eingerichtete Waldflächen ab einem Hektar Größe, die ihrer natürlichen Entwicklung bis zum Zerfall überlassen werden (Nutzungsverzicht aus ökologischen Gründen). Waldrefugien werden im Zuge der Forsteinrichtung bestandesscharf abgegrenzt und kartografisch erfasst. Im Staatswald erfolgt die Ausweisung auf Basis der Vorschläge der unteren Forstbehörden. Dabei sollen die vorhandenen Informationen über den Naturschutzbehörden bekannte Artvorkommen berücksichtigt werden. Das AuT gibt Auswahlkriterien, wie z. B. Habitattradition oder Alter des Bestandes vor.

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Waldschutzgebiete


Waldschutzgebiete dienen dem Ökosystem- und Artenschutz. In ihnen sollen Kreislauf- und Entwicklungsprozesse im Wald auf standörtlicher Grundlage erforscht werden. Nach § 32 LWaldG können in Baden-Württemberg Waldschutzgebiete ausgewiesen werden, wenn es zur Sicherung der ungestörten natürlichen Entwicklung einer Waldgesellschaft mit ihren Tier- und Pflanzenarten oder zur Erhaltung oder Erneuerung einer bestimmten Waldgesellschaft mit ihren Tier- und Pflanzenarten oder eines bestimmten Bestandsaufbaus geboten erscheint, forstliche Maßnahmen zu unterlassen oder durchzuführen. Hierbei wird zwischen Bannwäldern und Schonwäldern unterschieden.

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Waldschutzgebietsprogramm      

Für Baden-Württemberg besteht eine Waldschutzgebietsprogramm, anhand derer die Bann- und Schonwälder ausgewiesen werden:

Mit dem Erlass (27.01.1970) des Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Weinbau und Forsten über die Waldschutzgebiete der Landesforstverwaltung wurde im Jahr der „Erhaltung der Natur“ auf die Ausweisung von Waldschutzgebieten in den verschiedenen Wuchsgebieten auf ökologischer Grundlage hingewiesen.

Der Erlass des Ministeriums für Ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Baden-Württemberg vom 02.08.1993 aktualisiert das bis dahin geltende Waldschutzgebietsprogramm und legt die orientierende Vorgabe von 2 % der Waldfläche Baden-Württembergs (ca. 26.000 ha) fest. Des Weiteren wird die Forderung nach Gebietsgrößen zwischen 100 und 200 ha formuliert, sowie die Auswahl der Gebiete auf Grundlage der Landschaftsgliederung (Regionale Gruppen) der Forstlichen Standortskartierung konkretisiert.
(nach Quellen: Standard WSG_120217; http://www.fva-bw.de/indexjs.html?http://www.fva-bw.de/fva/arbeitsbereich.php?abt=woe&ab=11, Zugriff: 20.02.2012)

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Waldzielarten

Im Rahmen der Gesamtkonzeption Waldnaturschutz ForstBW werden unter Waldzielarten im Allgemeinen Arten der Flora und Fauna verstanden, die aufgrund ihrer räumlichen Verbreitung oder ihres Verhaltens und ihrer Einnischung einen Bezug zum Lebensraum Wald haben. Dieser Bezug ist so eng, dass er für den Erhalt einer Art von unmittelbarer Bedeutung ist. Im Speziellen sind Arten gemeint, für die in bewirtschafteten Wäldern zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um eine Verschlechterung ihres Erhaltungszustands zu vermeiden bzw. um einen guten Erhaltungszustand zu entwickeln. (vgl. auch Zielarten)

 

Wirkungskontrolle/ Wirkungsfeststellung          

Im Wege der Wirkungskontrolle wird ermittelt, ob die Maßnahme für die Zielerreichung geeignet und ursächlich war. Hierbei sind alle beabsichtigten und unbeabsichtigten Auswirkungen der durchgeführten Maßnahme zu ermitteln.
(Quelle: http://www.olev.de/e.htm, Zugriff 23.02.2012)

 

Wirtschaftswald in außerregelmäßigem Betrieb (a.r.B.)           

Wirtschaftswald in außerregelmäßigem Betrieb (a.r.B.) umfasst Holzboden, der aus Gründen der Bestockung, des Standorts, der Erschließung, des Naturschutzes, der Erholung oder anderer Umstände langfristig extensiv bewirtschaftet wird. Der Schwerpunkt der Bewirtschaftung liegt auf der Erhaltung der Bestandesstabilität, der Schutz- und Erholungsfunktionen sowie der Umweltvorsorge. Die Belange des Waldschutzes werden gewährleistet.

(Quelle: FED 2000, Randziffer 45).

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Wuchsgebiete          

Wuchsgebiete sind (im System der forstlichen Standortskartierung Baden-Württemberg) Großlandschaften mit ähnlichen Merkmalen in Landschaftsform und Gesteinscharakter, aber uneinheitlichem Regionalklima. Die Wuchsgebiete entsprechen im Wesentlichen der geographischen und pflanzengeographischen Gliederung.
(Quelle: FED 2000, Anhang 1, Gliederungsziffer 2.1)

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Zertifizierung           

Verfahren, nach dem eine dritte Seite (Person oder Stelle, die als unabhängig von den beteiligten Seiten bezüglich der zu behandelnden Angelegenheit anerkannt ist) schriftlich bestätigt, dass ein Produkt, ein Prozess oder eine Dienstleistung mit festgelegten Anforderungen (nationalen oder internationalen Normen) konform ist. (Brockhaus, 2010)

Zertifizierung in der Forstwirtschaft ist ein zivilgesellschaftlich initiierter weltweiter Prozess zur Kennzeichnung wirtschaftlich, sozial und ökologisch nachhaltig erzeugter Produkte des Waldes durch ein Gütesiegel. Im weiteren Sinne umfasst das Zertifizierungssystem auch den Transport- und Bearbeitungsweg dieser Produkte (vor allem Holz) vom Forstbetrieb über alle Verarbeitungsstufen bis zum Endverbraucher (Produktkettenzertifizierung).

 

Zielart

Eine Zielart ist eine Tier- oder Pflanzenart, die als Ziel einer Schutz-, Pflege- oder Entwicklungsmaßnahme normativ bestimmt wird. Die Maßnahmen werden dann, in Qualität und Umfang, von den Lebensraumansprüchen der Zielarten abgeleitet. Es werden meist sehr anspruchsvolle Arten ausgewählt, deren erfolgreicher Erhalt die Förderung einer Vielzahl ähnlich eingenischter, jedoch weniger anspruchsvoller Arten bewirkt. Man bezeichnet sie daher auch als „Schirmarten“ die einen „Mitnahmeeffekt“ für weitere Arten haben. Die Reduzierung auf Zielarten trägt dazu bei, den Schutz der Artenvielfalt für die Landschaftsplanung handhabbar zu machen. Zudem dienen sie der Erfolgskontrolle von Naturschutzmaßnahmen, daher können sie auch als Umweltqualitätsziele des Naturschutzes betrachtet werden.

Für Baden-Württemberg wurde in Zusammenarbeit zahlreicher Artenexperten ein Zielartenkonzept (ZAK) als gutachterlicher Fachbeitrag „Arten- und Biotopschutz“ zum Landschaftsrahmenprogramm erarbeitet. Es wurde 1996 veröffentlicht und mittlerweile aktualisiert, räumlich konkretisiert und in Teilen als web-basiertes Planungswerkzeug umgesetzt („Informationssystem Zielartenkonzept Baden-Württemberg“). Anhand der ausgewählten ca. 1.700 Zielarten werden landesweit Qualitätsziele, Indikatoren und Standards für das Schutzgut Arten und Biotope definiert. Daraus wurden wiederum 300 der empfindlichsten Arten als „Zielorientierte Indikatorarten“ ausgewählt. Es wird angenommen, dass mit der erfolgreichen Sicherung und Entwicklung dieser sehr unterschiedlich eingenischten Arten der Erhalt eines Großteils der Artenvielfalt in Baden-Württemberg erreicht werden kann.

Weitere Informationen und den Zugang zum „Informationssystem Zielarten Baden-Württemberg“ finden Sie im Web-Angebot der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW): http://www2.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/abt5/zak/


 

Zonalwald     

Der Zonalwald kennzeichnet die natürliche Baumartenzusammensetzung einer Höhenstufe innerhalb einer regionalen Einheit.
(Quelle: FED 2000, ‚Anlage 1, Gliederungsziffer 2.1). Siehe auch „Regionalwald“ sowie „Standortswald“.

Hier finden Sie weiterführende Informationen


Abkürzungsverzeichnis



UFB: Untere Forstbehörde

UNB: Untere Naturschutzbehörde

SNM: Strategisches Nachhaltigkeitsmanagement von ForstBW

FVA: Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (www.fva-bw.de)

WFK: Waldfunktionenkartierung

FED: Dienstanweisung für die Forsteinrichtung im öffentlichen Wald Baden-Württembergs: Hier finden Sie weiterführende Informationen

-RL: Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie

N2000 (N2): Natura 2000

AUT: Alt- und Totholzkonzept von Baden-Württemberg

FE: Forsteinrichtung

LWaldG: Landeswaldgesetz von Baden-Württemberg

NatSchG: Naturschutzgesetz von Baden-Württemberg

BNatSchG: Bundesnaturschutzgesetz

WasserG: Landeswassergesetz von Baden-Württemberg

LjagdG: Landesjagdgesetz von Baden-Württemberg

FEE: Forsteinrichtungserneuerung

a.r.B.: außerregelmäßige Bewirtschaftung

hpnV: heutige potenzielle natürliche Vegetation

LJV: Landesjagdverband

LUBW: Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (http://www.lubw.baden- wuerttemberg.de)

MLR: Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (http://www.mlr.baden-wuerttemberg.de/)

FSC: Forest Stewardship Council

PEFC: Programme for the endorsement of forest certification

ForstBW: Forstverwaltung Baden-Württemberg (www.forstbw.de)

ZN: Zufällige Nutzung

WET: Waldentwicklungstypen

WBK (-HB): Waldbiotopkartierung (-Handbuch)

 

Quellen- und Literaturverzeichnis



 

AuT: Alt- und Totholzkonzept Baden-Württemberg vom Februar 2010. Hier finden Sie weitere Informationen

BMU (1992): Übereinkommen über die biologische Vielfalt (engl.: Convention on Biological Diversity CBD). Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, 26 S. (http://www.dgvn.de/fileadmin/user_upload/DOKUMENTE/UN- Dokumente_zB_Resolutionen/UEbereinkommen_ueber_biologische_Vielfalt.pdf)

Burschel, P., Huss, J. (1987) Grundriss des Waldbaus. Ein Leitfaden für Studium und Praxis. 352 S. Verlag Paul Parey. Hamburg u. Berlin

Bußler, H. (2006) Uraltbäume mit jungem, vielfältigem Leben. LWF aktuell 53

FED 2000: Verwaltungsvorschrift des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum über eine Dienstanweisung für die Forsteinrichtung im öffentlichen Wald Baden-Württembergs vom 1. Januar 2002 – Az. 55-8632.00 Hier finden Sie weitere Informationen

 

Feinerschließungsrichtlinie 2003: Richtlinie der Landesforstverwaltung Baden-Württemberg zur Feinerschließung von Waldbeständen vom Juli 2003; bestehend aus Einführungserlass, Erläuterungen (Langfassung) sowie Taschenkarte (Kurzfassung). Hier finden Sie weitere Informationen

Franz, J. M., Krieg, A. (1982) Biologische Schädlingsbekämpfung. Parey, Berlin und Hamburg

Hauff, V. (HG.) (1987): Unsere Gemeinsame Zukunft. Brundtland-Bericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung. Greven

MICHIELS, H.-G. (1998): Der Standortswald im Südwestdeutschen Standortskundlichen Verfahren. Mitt. Ver. Forstl. Standortskunde Forstpflanzenzüchtung 39, 73-80.

MLR (1992): Naturnahe Waldwirtschaft. Broschüre des Ministeriums für ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.

Nohl, W. (1977) Messung und Bewertung der Erlebniswirksamkeit von Landschaften, KTBL-Schriften Nr. 218, Darmstadt.

Nohl, W. (2001) Landschaftsplanung. Ästhetische und rekreative Aspekte. Berlin, Hannover.

Reichmann, J. (2004) Weiterbildungs-Evaluation, Lernerfolge messbar machen, Luchterhand Verlag, Neuwied, 2. Auflage

Reif, A (2000): Das naturschutzfachliche Kriterium der Naturnähe und seine Bedeutung für die Waldwirtschaft. – Z. Ökol. U. Naturschutz 8: 239-250

Remmert H. (1988) Naturschutz. Berlin & Heidelberg

Schroeder, D. (1967) Zur Klassifizierung hydromorpher Böden, Zeitschrift für Pflanzenernährung und Bodenkunde 116(3): 199-207

Stahn, Anja S. (2005): Tierärztliche Grenzkontrollen an Deutschen Flughäfen zur Implementierung des Washingtoner Übereinkommens am Beispiel des Flughafens Frankfurt/Main in der Zeit von 1975–2002. Eine Untersuchung der Durchsetzung des Artenschutzübereinkommens und der darauf bezogenen Aufgaben von Tierärzten und Zöllnern am Flughafen Frankfurt/Main. Freie Universität, Berlin, 1-8 S.

Türk, S. (2002) Natursport und Umwelt – Zukunftsfähige Entwicklungsstrategien am Beispiel des Naturparks Südschwarzwald. In: Behling, G. (Red.): Freizeit, Sport und Tourismus in Deutschland – Beispiele für nachhaltiges Management. GSF – Bericht 11. S. 31 – 35

WET: Richtlinie Landesweiter Waldentwicklungstypen. Landesforstverwaltung Baden-Württemberg, Januar 1999; bestehend aus Einleitungstexten, Beschreibung der Waldentwicklungstypen sowie Anhang (darunter Anhang 3: Glossar). Weitere Informationen

Wolfslehner, B. (2008) Entwicklung von Indikatoren für nachhaltige Waldbewirtschaftung auf betrieblicher Ebene

Zucchi, H. (2003) Naturschutz/ Landschaftspflege/ Artenschutz/ Biotopschutz: Definitionen, Abgrenzungen. In Konold W., Böcker R., Hampicke U. (Hrsg.): Handbuch Naturschutz und Landschaftspflege. S. 1-12
































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