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Forstliches Gutachten

Naturschutzrelevante Verfahrens- und Qualitätsstandards bei ForstBW im Hinblick auf das Forstliche Gutachten

Das Forstliche Gutachten ist gesetzlich in § 27 Abs. 3 des Landesjagdgesetzes
verankert. Es wird als amtliches Gutachten durch die unteren Forstbehörden für die
unteren Jagdbehörden erstellt. Es ist elementarer Bestandteil des Verfahrens zur
Festsetzung des dreijährigen Rehwildabschussplans in den staatlichen und
kommunalen Eigenjagdbezirken sowie in den gemeinschaftlichen Jagdbezirken. Mit
dem Forstlichen Gutachten werden die Verbissbelastung der Waldverjüngung sowie
die Erreichbarkeit waldbaulicher Verjüngungsziele jagdrevierbezogen eingeschätzt.
Zentrale Auswertungen der Einzelgutachten geben zudem Hinweise auf
großräumigere Betrachtungsebenen (Naturraum, Region, Bundesland). Das
Forstliche Gutachten wird seit 1983 im Turnus von drei Jahren in rund 6.500
Jagdrevieren erstellt. Im Frühjahr 2009 wurde das Gutachten erstmals nach dem
weiterentwickelten Verfahren zur Beurteilung von Wildverbiss in
Naturverjüngungen
(2010) erhoben.

Ziele
Ein naturnaher Waldbau erfordert regulierte Schalenwildbestände. Die im jeweiligen
Wuchsgebiet vorkommenden Hauptbaumarten sollen sich i.d.R. ohne
Schutzmaßnahmen verjüngen lassen. Die Begründung standortsgemäßer
Mischwälder mit ausreichender Beteiligung auch verbissempfindlicher Baumarten
muss gewährleistet sein. Mit dem Forstlichen Gutachten werden jagdrevierbezogen
die Höhe der Verbissbelastung der Hauptbaumarten und ihre Entwicklungstendenz
seit der letzten Erhebung, der Umfang der Schutzmaßnahmen (Zäune und
Einzelschutz) sowie die Erreichbarkeit waldbaulicher Verjüngungsziele eingeschätzt.

Das vorrangige Ziel des Forstlichen Gutachtens ist, den Waldbesitzer bzw.
Verpächter und Jagdausübungsberechtigten über die Waldverjüngungs- und
Verbisssituation zu informieren und damit eine Grundlage für den darauf
aufbauenden Dialog zu liefern. Gleichzeitig stellt das Forstliche Gutachten eine
wesentliche Entscheidungshilfe für die Festsetzung des dreijährigen
Rehwildabschussplans dar.

In Baden-Württemberg ist das Forstliche Gutachten ausdrücklich als jagdrevierbezogenes,
subjektives Schätzverfahren konzipiert. Es ist auf eine leichte
Handhabbarkeit vor Ort, Transparenz, relativ geringen Zeit- und Kostenaufwand
sowie rasche Verfügbarkeit der Ergebnisse ausgelegt. Der Erfolg des Verfahrens
basiert im Wesentlichen auf den jagdrevierbezogenen Aussagen und dem darauf
aufbauenden Dialog zwischen Waldbesitzer bzw. Verpächter,
Jagdausübungsberechtigten und Gutachter.

Aufnahmeparameter
• Ortsbezug (WGS84 Koordinaten)
• Hinweise zu sonstigen verbissrelevanten Schalenwildarten
• Nadel- und Laubbaumarten (Baumartenanteil der jeweiligen Baumart an der
Waldfläche und Verjüngungsfläche)
• Angaben zu Verbiss- und Fegeschutzmaßnahmen (Zäune und Einzelschutz)
Verbissbelastung ungeschützter Leit- bzw. Terminaltriebe (drei Stufen)
Waldbauliche Beurteilung zur Erreichung der waldbaulichen Verjüngungsziele
(drei Stufen)
Benennung konkreter Waldorte, in denen die Verjüngung durch Verbiss
gefährdet ist.
• Trend der Verbissbelastung seit letzter Erhebung (drei Stufen)
• Verbale Abschussempfehlung (vier Stufen)

Auswertung
Durch die seit der letzten Erhebung (2009) bestehende Verortung der
aufgenommenen Daten können die Ergebnisse nun (z. B. baumartenweise, nach
Revieren, etc.) hinsichtlich der Aufnahmeparameter (Verbiss, waldbauliche
Gefährdung, Baumartenanteile, Verjüngungs- und Schutzflächen, etc.) in Baden-
Württemberg kartografisch dargestellt werden.

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