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INFOTHEK

Ausweisung und Verordnung von Waldschutzgebieten

Naturschutzrelevante Verfahrens- und Qualitätsstandards bei ForstBW im Hinblick auf die Ausweisung und Verordnung von Waldschutzgebieten (Bannwälder und Schonwälder)

Gesetzliche Grundlage
§32 Landeswaldgesetz für Baden-Württemberg

(1) Wald kann mit Zustimmung des Waldbesitzers durch Rechtsverordnung der höheren
Forstbehörde zum Waldschutzgebiet (Bannwald oder Schonwald) erklärt werden wenn es
zur Sicherung der ungestörten natürlichen Entwicklung einer Waldgesellschaft mit ihren Tierund
Pflanzenarten oder zur Erhaltung oder Erneuerung einer bestimmten Waldgesellschaft
mit ihren Tier- und Pflanzenarten oder eines bestimmten Bestandsaufbaus geboten erscheint,
forstliche Maßnahmen zu unterlassen oder durchzuführen. Der Schutzzweck ist in
der Rechtsverordnung festzulegen. Soweit die Rechtsverordnung Bestimmungen zum Artenschutz
enthält, sind diese mit der höheren Naturschutzbehörde abzustimmen.
(2) Bannwald ist ein sich selbst überlassenes Waldreservat. Pflegemaßnahmen sind nicht
erlaubt; anfallendes Holz darf nicht entnommen werden. Die Forstbehörde kann Bekämpfungsmaßnahmen
zulassen oder anordnen, wenn Forstschädlinge oder Naturereignisse angrenzende
Wälder erheblich gefährden. Die Anlage von Fußwegen ist zulässig.
(3) Schonwald ist ein Waldreservat, in dem eine bestimmte Waldgesellschaft mit ihren Tierund
Pflanzenarten, ein bestimmter Bestandsaufbau oder ein bestimmter Waldbiotop zu erhalten,
zu entwickeln oder zu erneuern ist. Die Forstbehörde legt Pflegemaßnahmen mit Zustimmung
des Waldbesitzers fest.
(4) Angrenzender Wald ist so zu bewirtschaften, daß Waldschutzgebiete nicht beeinträchtigt
werden.
(5) In der Rechtsverordnung nach Absatz 1 können
1. Pflegemaßnahmen an Wald nach Art und Umfang vorgeschrieben werden,
2. Vorschriften über das Verhalten der Waldbesucher erlassen werden,
3. die Jagdausübung besonders geregelt werden.
(6) Waldschutzgebiete, die durch Erklärung der höheren Forstbehörde festgesetzt wurden,
sind innerhalb eines Zeitraums von zehn Jahren nach Inkrafttreten dieses Gesetzes durch
Rechtsverordnung neu auszuweisen. Eine Beteiligung der Träger öffentlicher Belange oder
benachbarter Waldbesitzer ist nicht erforderlich, wenn die Abgrenzung der Waldschutzgebiete
nicht oder nur unwesentlich verändert wird. § 36 Abs. 2, 3 und 4 kommt in diesen Fällen
nicht zur Anwendung.

Waldschutzgebietsprogramm
Mit dem Erlass der Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Weinbau und Forsten
über die Waldschutzgebiete der Landesforstverwaltung vom 27.01.1970 wurde im
Jahr der „Erhaltung der Natur“ auf die Ausweisung von Waldschutzgebieten in den
verschiedenen Wuchsgebieten auf ökologischer Grundlage hingewiesen. Der Erlass
des Ministeriums für Ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Baden-
Württemberg vom 02.08.1993 aktualisiert das bis dahin geltende Waldschutzgebietsprogramm
und legt die orientierende Vorgabe von 2 % der Waldfläche Baden-
Württembergs (ca. 26.000 ha) fest. Des Weiteren wird die Forderung nach Gebietsgrößen
zwischen 100 und 200 ha formuliert, sowie die Auswahl der Gebiete auf
Grundlage der Landschaftsgliederung (Regionale Gruppen) der Forstlichen Standortskartierung
konkretisiert.

Aktuelles Ausweisungsverfahren
Die Verwaltungsvorschrift des Ministeriums Ländlicher Raum über die Ausweisung
von Waldschutzgebieten nach §32 des Landeswaldgesetzes sowie deren Schutz und
Pflege vom 30.06.1996 regelt das Verfahren der Gebietsverordnung. Hier stellt die
Würdigung mit naturschutzfachlicher Bewertung des Gebietes ein zentrales Grundlagendokument
dar. Zusätzlich werden im Rahmen des Anhörungsverfahrens naturschutzfachliche
Belange beachtet und eingearbeitet.

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VERFAHRENS- UND QUALITÄTSSTANDARDS BEI ForstBW Mitarbeiter der ForstBW

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