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Artenmanagement im Wald

Immer diese Manager!

von Gerhard MALUCK am 28.03.2012 | 16:07 | Kommentare: 1 |

Artenmanagement im Wald


Die „Arten-Manager“ sind dem gemeinen Forstmann eher verdächtig, und zwar aus gutem Grund: Zu oft erscheint ihr Einsatz für bestimmte einzelne Arten eher dem Zufall oder persönlichen Neigungen geschuldet als einem tatsächlichen Schutz- und Förderungsbedarf. Oft genug bekämpfen dann die Kleinvogel-Freunde die Greifvogel-Spezialisten, die Insekten-Fans alle Ornis, die Birkwild-Schützer die Habichte, die Protagonisten der Bodenbrüter die Weißstörche usw. usf. Eine ganz besondere Spezies sind dann noch die Jünger Nimrods, die sogar noch feine Unterschiede innerhalb der jagdbaren Tiere machen, je nach dem, ob sie z.B. „Hörner“ aufhaben oder nicht. Die einen würden sie hemmungslos als „Raubzeug“ vergiften, wenn sie es dürften, die anderen darf man ja nicht schießen, wenn sie gerade mal keine Hörner aufhaben.

Dabei steht nirgends geschrieben, dass z.B. ein Auerhahn mehr „wert“ sei als irgendeine seltene Miniermotte oder umgekehrt.

Ich meine, unser Wald muss eine bunte Vielfalt verschiedenartiger, natürlicher Lebensräume enthalten, alles andere regelt die Natur (von besonderen Ausnahmen abgesehen). Und zwar ganz ohne „Management-System, Monitoring und Evaluierung“!

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  Kommentare
Dr. Joachim Rock am 28.03.2012 20:43:08

Sehr geehrter Herr Maluck,

ich kann Ihr Misstrauen gegenüber nur an Einzelarten interessierten Personen gut verstehen - das ist aber nicht die Art von Monitoring und Management, die im Naturschutz gebraucht wird. Man kann sich so wie Sie es hier propagieren darauf verlassen, dass "die Natur es schon richtet, wenn man ihr genug Platz gibt". Aber woher wissen Sie, wann es "genug" Platz ist? Wie wollen Sie ohne Monitoring feststellen, ob Sie das Artinventar erhalten haben oder noch ein paar weitere Namen ins Totenbuch der Waldfauna und -flora eintragen müssen? Wie wollen Sie nachweisen, dass Sie den Verpflichtungen zu insgesamt nachhaltigem Wirtschaften nachgekommen sind?

Außerdem sollten Sie sich entscheiden: entweder man bezieht die Expertise der Einzelartspezialisten ein, wie Sie selber zum Thema "Beteiligung" gefordert haben - das bringt aber nur etwas, wenn man diese Informationen auch verwertet! - oder man "glaubt" an die Richtigkeit seiner Entscheidungen (Flächenwahl, Größe, ...) und ignoriert alles andere. Entweder man läßt alles wachsen - oder man schafft und erhält lichte, offene Strukturen.

Ich persönlich hätte als Bewirtschafter lieber ein System, das mir die notwendigen Informationen liefert, um auch eine natur- und artenschutzfachliche Bewertung vornehmen zu können und eben nicht auf "Glauben" und die Meinungführerschaft eines eventuell anwesenden "Spezialisten" angewiesen zu sein. Über das Was-Wo-Wieviel-Warum läßt sich diskutieren, aber auch das geht besser wenn man besser informiert ist.

Mit freundlichen Grüßen,

Joachim Rock

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