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Artenmanagement im Wald

der Auerhuhnschutz im Schwarzwald

von Peter Weissinger am 22.03.2012 | 16:37 | Kommentare: 4 |

Weltweit ist das Auerhuhn nicht vom Aussterben bedroht, z.B. in Russland, wo es immernoch bejagt wird.
Auch wenn das Auerhuhn der Wappenvogel von Freudenstadt ist, lohnt es sich, meiner Meinung nach, nicht Investitionen in den Erhalt dieser Art zu stecken, weil der Klimawandel den Lebensraum vollends verändern wird.

Liebe Freudenstädter,
auch Mauritius ist nicht untergegangen, obwohl um 1690 das letzte Exemplar des Wappenvogels, dem Dodo, ausgestorben ist.

Es ist sicherlich bedauerlich, aber aufgrund der sich abzeichnenden Entwicklung des Waldes, ist es vorhersehbar, dass das Auerhuhn sich langfristig nicht im Schwarzwald halten kann.

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  Kommentare
RauzSchonh am 30.03.2012 17:53:56

Im Moment ist es wohl weniger der Klimawandel, der dem Auerhuhn zusetzt, sondern die hemmungslose Erschließung auch der letzten Waltteile, die bis dato noch vom Auerhuhn bewohnt waren. Zusätzlich wird der Waldumbau im Sinne Wirtschaft und Ökonomie vorangetrieben, auch letzte Habitate des Waldhuhnes geraten unter Druck.

Waldläufer am 29.03.2012 22:46:46

Hallo Herr Weissinger,
ich gebe Ihnen recht, das Auerhuhn wird wohl im Schwarzwald aussterben. Die Klimaerwärmung dürfte dabei allerdings erst in ferner Zukunft eine Rolle spielen. Das Auerhuhn hat auf der Fläche des heutigen BW bereits wärmere Perioden überstanden, als das was wir jetzt erleben. Zumindest lassen archäologische Funde diesen Schluss zu. Das Aufflammen des Auerhuhnbestandes im Nordschwarzwald, jeweils nach den großen Sturmschäden zeigt, dass sie unter den dichten, vorratsreichen Wäldern zu leiden haben.
Bei einem Auerhuhn-Symposium 1974 in München wurden die Probleme für die Auerhühner durch die intensive Forstwirtschaft klar erkannt. Von einer Klimaerwärmung war damals keine Rede. Die Teilnehmer waren übrigens fast durchweg Forstleute.
Das Haselhuhn im Schwarzwald ist ja auch nicht der Klimaerwärmung zum Opfer gefallen, sondern der intensiven Forstwirtschaft. Nachzulesen im Bericht der Arbeitsgruppe Haselwild. Schriftenreihe der Landesforstverwaltung BW 1996, Band 78, Seite 110.

Es grüßt der Waldläufer

Dr. Joachim Rock am 23.03.2012 13:41:59

Hallo Herr Enssle,

das kann man kurz, knapp und brutal sagen: Naturschutzanliegen wie alle anderen Anforderungen an den Wald als Teil einer Pareto-Optimierung begreifen, sich von Dogmen verabschieden (siehe Widerspruch Megaherbivoren-Landschaft / "natürliche Wilddichte", da führt die Begrifflichkeit an sich zu naturschutzinternen Konflikten), Ziele klar definieren und operationalisierbar machen (Stichworte: in sich konsistentes Monitoring, Artenmanagement). Wenn dann nicht genügend Ressourcen zur Erhaltung aller Arten da sind gibt es Verfahren aus der Notfallmedizin (Stichwort: Triage), die die Allokation auf aussichtsreiche "Patienten" steuern helfen.

Und wenn einem das Ergebnis nicht gefällt muss man neu iterieren und / oder mit anderen Interessengruppen die Mittelallokation neu aushandeln. Und dabei kann man dann (wenn die Methodik stimmt) durchaus auch belegen: "Diese Maßnahme kostet BW die Auerhuhnvorkommen" oder "Diese Artenschutzmaßnahme kostet uns diese andere Art und XY t CO2.", zusätzlich zu ethischen, juristischen etc. Gesichtspunkten.

Viele Grüße,

JR

Johannes Enssle am 23.03.2012 11:56:14

Ein interessanter Aspekt und auch eine sehr provokante These. Diese sollte meiner Meinung nach breit diskutiert werden.

Jedoch frage ich mich ob es ethisch zu verantworten wäre, diesen Schritt zu gehen. Andererseits sind auch die Mittel des Naturschutzes begrenzt. Was also tun?

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