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  Kommentare
deko Dounavi am 03.04.2012 9:47:16

Ich finde diesen Vorschlag sehr sinnvoll, allerdings sollte als Messgrösse auch die genetische Vielfalt der verschiedenen Arten berücksichtigt werden. Wie es schon bekannt ist, die genetische Diversität ist doch die niedrigste Ebene der Biodiversität und dann kommt die Arten-, Ökosysteme- und Landschaftsdiversität. Daher darf die genetische Diversität von der Quantifizierung der Biodiversität in einem Index als Messgrösse nicht fehlen.

deko Waldläufer am 30.03.2012 16:58:13

Konflikte wegen gefällter Höhlenbäume kann man minimieren wenn sie markiert werden. Diese Markierung sollte aber einheitlich durchgeführt werden. So wird im Schwarzwald-Baar-Kreis eine Wellenlinie verwendet. Dadurch kann zumindest ein versehentliches fällen während der Brutzeit verhindert werden.

Es grüßt der Waldläufer

deko Dr. Joachim Rock am 30.03.2012 16:30:30

Sehr geehrter Herr Nissen,

die Erfassung der BioDiv im Rahmen der FE ist sicherlich wünschenswert, aber mit hohem Aufwand verbunden.

Eine Honorierung von Biodiversitätsleistungen sollte, wenn sie gewünscht ist, über die Erreichung vorher abgesprochener Ziele erfolgen, da Erhebung und Erfassung von BioDiv sensibel auf die Wahl der Berechnungsgrundlage reagieren und zudem ebenfalls dem Gesetz des abnehmenden Grenznutzens folgen.

Mit freundlichen Grüßen,

Joachim Rock

deko Benedikt Kirchhoff am 30.03.2012 11:48:31

Prozessschutz ist wohl das neue " Zauberwort" in der Diskussion um Flächenstillegung.
Ich denke, wenn wir weiterhin den Artenschutz als Grundlage der Diskussion nehmen, dann können wir mit Fakten arbeiten und nicht mit Emotionen.
Dann können wir vergleichen, ob der naturnahe Wirtschaftswald oder die stillgelegte Fläche, mehr Artenvielfalt zu bieten hat!

deko Benedikt Kirchhoff am 30.03.2012 11:39:02

Der naturnahe Waldbau fördert die Artenvielfalt in den mitteleuropäischen Wäldern.
Daher gilt es am dem Erfolgsmodell, " Naturnaher Waldbau" auf der ganzen Fläche, festzuhalten!

deko lenzg am 29.03.2012 21:16:16

Nicht nur für den Schwarzwald....

deko wild am 29.03.2012 8:51:30

Die Umtriebszeit bei unseren naturnah bewirtschafteten Fichten-Tannen-Wäldern liegt bei ca. 140 Jahren.
Ein Alter bei dem eine Tanne noch lange nicht ihr biologisch mögliches Alter erreicht hat.
Würde man die Umtriebszeit anheben, müßte man die Nutzung hinausschieben, d.h. auf Nutzung verzichten.
Deshalb ist eine Anhebung der Umtriebszeit bei der Forsteinrichtung tabu.
Eine weitere Hürde ist die Zielstärkennutzung. Aus lauter Angst, daß ein Stamm zu stark werden könnte, um ihn verkaufen zu können, werden Tannen mit 60 oder 65cm Brusthöhendurchmesser entnommen.
Obwohl die Bäume doppelt so dick werden könnten.
Aber um richtig dicke und eindrucksvolle Bäume zu sehen, kann man ja nach Kalifornien fliegen.

deko Elmar Seizinger am 28.03.2012 17:04:03

Verpflichtung wird nicht gehen aber man kann überlegen, wie man die jeweiligen Entscheidungsträger für mehr Waldnaturschutz gewinnen kann. Denkbar wäre z.B. die Überarbeitung von Förderinstrumenten.

deko Hau am 27.03.2012 15:57:07

deko Dr. Joachim Rock am 21.03.2012 23:11:27

Da haben Sie mich missverstanden. Ob ein Tun oder Unterlassen zielführend ist hängt davon ab, was als Ziel festgelegt ist und was das Tun / Lassen für Folgen hat. Die Zielartenliste BW liefert über die Anhänge II, IV und V der FFH-RL hinaus genügend Arten, für die ein höherer Informationsbedarf besteht als für Hohltaube, Mittel- oder Schwarzspecht und für die deshalb in Bezug auf Management und Monitoring noch einiges an Arbeit getan werden könnte. SSp und MSp können m. E. mit relativ wenig Aufwand in ein Monitoring- und Managementkonzept eingebaut werden, wenn man erstmal geklärt hat, welche Ziele für diese Arten verfolgt werden sollen. Die HT würde ich nicht waldbezogen erfassen, nur auf Landschaftsebene.

Viele Grüße,

Joachim Rock

deko Karl Franz Hecker am 21.03.2012 20:07:51

deko Jochen Müller am 21.03.2012 19:21:25

Na dann haben wir es ja mal wieder bis zu dem Punkt geschafft, daß man eigentlich nur so weitermachen muss wie immer und alles ist prima.

deko Dr. Joachim Rock am 21.03.2012 16:48:08

Hallo Herr Müller,

wir reden hier ja von Beispielen, nicht von Extremen. Der Mittelspecht muss also nicht in 60jährigen dichten Douglasienbeständen brüten, aber wenn er den Bestand 20 Jahre später bei B° 0,8 als Nahrungshabitat nutzt und nebenan brütet wäre mir das Recht. Und das tut er.

Was den Schwarzspecht anbelangt: Stilllegung braucht der nicht, sondern, wenn das nicht durch die Altersstruktur der Bestände im Umfeld quasi automatisch passiert, Rücksichtnahme bei der Einleitung der Verjüngung (eben nicht im Höhlenbereich anfangen) und auf Landschaftsebene hier und dort Bestände, die in angemessener Höhe dicke, glatte Stämme haben und in denen wenig Unterwuchs / Unterbau vorhanden ist. Diese Gegebenheiten schafft man mancherorts m. E. besser durch gezieltes Unterlassen oder aktive Hiebslenkung statt durch Nutzungsaufgabe.

Viele Grüße,

Joachim Rock

deko Jochen Müller am 21.03.2012 14:19:28

Hallo Herr Dr. Rock,

ich habe kein Problem damit, den Schwarzspecht als die Leitart zu bezeichnen, Hauptsache die Höhlenzentren in den Buchenwäldern werden wirkungsvoll geschützt. Dies geht am besten durch ein Stillegen der Fläche, da es sonst zu dem von Ihnen angesprochenem Einwachsen der Höhlenbäume durch die Verjüngung kommt und irgendwann auch das Sturmrisioko steigt.
Das Vorkommen des Mittelspechtes an anderen, grobborkigen Laubbäumen und in Obstwiesen mir bekannt, spielt aber zumindest in meinem Wohngebiet um Gaggenau gegenüber der Eiche zahlenmäßig überhaupt keine Rolle. Ich wäre vorsichtig damit, den Vogel als allzu flexibel einzuschätzen. Das er mal an einer Douglasie vorbeifliegt glaube ich gerne, aber von einer Bedeutung dieses Baumes für die Art kann man doch erst sprechen, wenn er auch in Reinbeständen brütet - und dagegen halte ich nach wie vor jede Wette.

Viele Grüße

Jochen Müller

deko Dr. Joachim Rock am 20.03.2012 16:55:18

Hallo Herr Müller,

gerade die Tatsache, dass die Nahrungshabitate der Hohltaube außerhalb des Waldes liegen machen sie als Leitart für den Wald ungeeignet. Wir können als Förster das Offenland nicht beeinflussen - warum sollen wir uns dann das Fehlen der Hohltaube negativ anrechnen lassen wenn es nicht an unserem Tun oder Lassen liegt? Besser ist dann das Monitoring der SSp-Vorkommen und der auf diese einwirkenden Veränderungen. "Naturnahe" mehrstufige Bestände können diesbezüglich auch negativ sein, da SSp gerne freien Anflug zu ihren Höhlen haben und auf Zwischenstand in Höhlenzentren mit Aufgabe derselben reagieren können. Wie HT und RFK diesbezüglich reagieren ist mir leider nicht bekannt.

Die Mittelspechte in älteren Douglasien habe ich selber im Hessischen Bergland und der Norddeutschen Tiefebene beobachtet. Die Bestände waren in der Regel keine dunklen "Stangenäcker", sondern hatten auch Laubholzbeimischungen (Buche, Hainbuche). In Pappeln kommt er z. B. in NRW vor. Beide (Dgl-Mischbestände und Pappeln) wurden ganz normal bei der Nahrungssuche frequentiert. Zur Lage in BW gibt es eine Arbeit von Gatter & Mattes (2008, Vogelwelt 129: 73 - 84), die ebenfalls andere als die klassischen MSp-Habitate aufzeigt und noch andere das Vorkommen der Art beeinflussende Faktoren diskutiert. Die neueren Erkenntnisse zum MSp bedeuten nicht, dass er keine Eichen bevorzugt, aber er ist nicht alleine von diesen abhängig. Ähnliches gilt auch für andere Arten, über deren Ansprüche man dauernd Neues lernt. Sie als Charakter- oder Leitarten heranzuziehen kann deshalb auch in die Irre führen.

deko Jochen Müller am 20.03.2012 14:40:48

zur Hohltaube: als häufigster Nachmieter in Schwarzspechthöhlen ist sie meiner Meinung nach wichtigste Leitart für die Höhlenzentren des Schwarzspechtes, schließlich
- kann sie im Gegensatz zu ihm die Höhlen nicht selber bauen und ist umso mehr auf den Erhalt der Höhle angewiesen
- ist sie häufiger als der Erbauer selbst
Hier zeigt sich auch, das der Erhalt des Höhlenzentrums die entscheidende Maßnahme ist. Ob ich die Hohltaube außerdem noch kartiere ist nicht so wichtig, schließlich hängt ihr Vorkommen sehr stark von den Verhältnissen in Ihren Nahrungsgebieten außerhalb des Waldes ab, die wir nicht beeinflussen können. Aber für die Brutgebiet haben wir die Verantwortung im Wald, und diese müssen gesichert werden. Auch den Raufußkauz kann ich im Wald kartieren, finde dann aber heraus, daß sein Vorkommen mit Mäusejahren zusammenfällt. Das ist weder neu noch ändert das etwas an der Notwendigkeit, mit den Höhlenzentren seine Brutgebiete zu schützen.
zum Mittelspecht: er ist ein reiner Laubwaldvogel und mindestens 90% seiner Vorkommen im Wald sind in Eichenalthölzern zu finden - ich kenne keine bessere Leitart für Alteichenbestände. Die Vorkommen in der Douglasie würden mich sehr interessieren - ehrlich gesagt halte ich sie für ein Gerücht.

deko Dr. Joachim Rock am 19.03.2012 22:05:25

Die wichtigen Arten finden sich in den Roten Listen und den Anhängen der FFH-Richtlinie, und über deren Situation muss berichtet werden. Für diese Arten gibt es also keine Frage "ob" ein Monitoring stattfindet, nur das "wie" ist modifizierbar. Und da hätte ich als Bewirtschafter lieber ein Monitoring zur Verfügung, das mir Rückschlüsse auf den Einfluss meiner Aktivitäten erlaubt als dann einfach nur "anwesend / abwesend" zu bilanzieren.

Hohltaube und Mittelspecht sind auch gute Beispiele dafür, dass sie nur sehr bedingt als Leitart taugen und man nur mit Lebensraumschutz nicht ans Ziel kommt bzw. die Zielerreichung unnötig viele Ressourcen bindet, da Lebensraumschutz segregativ ist. Die Hohltaube ist Folgeart des Schwarzspechtes (also ist der die geeignetere Leitart) und der Mittelspecht kommt auch in alten Douglasien- und Pappelbeständen vor, ist also zu seinem Erhalt nicht auf Eichen-(Mittel-)wälder angewiesen wie früher postuliert wurde.

deko Jochen Müller am 18.03.2012 19:34:24

Die Auswahl von Leitarten ist der richtige Weg im Waldnaturschutz. Die wichtigen Arten (Hohltaube,Mittelspecht,Gelbbauchunke...) sind schon lange bekannt und werden sich wohl so schnell auch nicht ändern. Auch die Lebensraumansprüche dieser Arten sind bekannt. Wenn man diese Lebensräume wirkungsvoll schützt, ist das wichtigste getan, ein aufwendiges Monitoring halte ich nicht für unbedingt erforderlich.

deko Moderation am 15.03.2012 10:13:36

Hallo Dr. Joachim Rock, liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer

unter  Link finden Sie eine Vorstellung der sieben Schwerpunkte der Gesamtkonzeption Waldnaturschutz. Die hier vorgestellten Maßnahmen sind ausgehend von diesen Schwerpunkten erarbeitet worden, so dass Sie dort auch einige Hintergrundinformationen erhalten.

Für den Schwerpunkt Artenmanagement im Wald finden Sie die Erläuterungen hier  Link enucontext=&id_authorview=6. Weitere Hintergrundinformationen zu diesem Thema können Sie auch hier  Link herunterladen.

Viele Grüsse,
Britta Hartard (Moderation)

deko Dr. Joachim Rock am 14.03.2012 23:22:52

Die Benennung von Waldzielarten ist statisch. Welche Dynamik wird dieser Auswahl zugestanden (wenn überhaupt)? Welche regionalen Zu- und Abnahmen von Populationsgrößen? Welche Wichtung erfolgt zwischen ihnen?

Ich halte eine Evaluation in 10-Jahres-Zyklen nur dann für sinnvoll, wenn man in der Zwischenzeit über einfach zu erhebende "proxies" einen Anhalt dafür bekommt, ob das eingeschlagene Management nicht nur in die richtige Richtung zielt, sondern auch "vom Fleck kommt". Diese Aufnahmen müssen im laufenden Betrieb erfolgen können. Spezielle artbezogene Monitoringaufnahmen werden sicherlich nicht vom auf der Fläche tätigen (wirtschaftenden) Personal erledigt werden können, da hierzu doch ein ziemlicher Aufwand betrieben werden muss. Stratifizierte und / oder mehrstufige Verfahren könnten diesen Aufwand reduzieren - aber gibt es geeignete?

deko Dr. Joachim Rock am 14.03.2012 22:57:02

Oh - da will jemand einen SFB aufmachen! Das finde ich sehr erstrebenswert. Aber Monitoring ohne Management ist zu wenig.

1. Frage: Ist ein Arten- oder ein Biodiversitätsmonitoring (Alpha-, Beta- oder Gamma-Diversität) gewünscht?

Je nach Zielstellung sind die Verfahren unterschiedlich. Und alles, was nicht systematisch, transparent, repräsentativ und praktikabel ist bedeutet letztendlich eine suboptimale Mittelallokation. Eine Verschneidung mit der BI und ggf. BZE (o.ä.) sollte zudem ebenfalls sichergestellt sein.

2. Frage: Soll das System ergänzend oder konkurrierend zum Arteninformationssystem des BfN sein?

3.) Ist die Artenliste begrenzt auf Anhang II- / IV-Arten, regionale Rote Listen oder wird nach "umbrella species" (a.k.a. "flagship", "keystone", ...) gesucht?

deko Dr. Joachim Rock am 13.03.2012 23:02:51

Das klingt gut, weil es dazu führt, dass Natur- und Artenschutz als Managementaufgabe und nicht primär als "Kielwassereffekte" einer bestimmten Wald(nicht)nutzungsart gesehen werden.

Wenn Habitat(nutzungs)modelle für einzelne Arten vorliegen, die sowohl die Abschätzung aus Artensicht (welche Art braucht, um mit einer Wahrscheinlichkeit von X vorzukommen, welche Waldstrukturen?) als auch aus Waldsicht (bei einer gegebenen Waldstruktur Y kommen die Arten 1, 2, ... n mit jeweils der Wahrscheinlich a, b, ... vor) erlauben, ist auch (hoffentlich) die Frage lösbar, wie man die Waldbewirtschaftung insgesamt optimiert. Einzelnen Maßnahmen könnten dann auch fundierter naturschutzfachlich bewertet werden - und wir wären mit dem Artenschutz in etwa dort, wo wir mit ertragskundlichen Modellen schon heute sind.

Nur stellt sich angesichts des Arbeitsumfanges sofort die Frage: welche Arten werden zuerst angegangen? Außerdem ist dann zu klären, welche Arten im Konfliktfall priorisiert werden sollen?

Zum Thema "Prozessschutz": vorhandene Stilllegungsflächen, Bannwälder etc. geben sicherlich genug Hinweise auf die Eignung dieser Flächen zur Erfüllung von Klimaschutz- oder Biodiversitätsfragen. "Nur" die Bezahlung des entsprechenden Monitorings müßte organisiert werden.

deko Dr. Joachim Rock am 13.03.2012 22:24:01

Eine ketzerische Frage: Kann es eine gemeinsame Fortbildungsstrategie geben und wenn ja, wäre die wirklich sinnvoll? Müßte das nicht eher "komplementär" heissen? Oder ist hier "nur" ein verbesserter Informationsaustausch gemeint?

MfG

deko Dr. Joachim Rock am 13.03.2012 22:12:43

Welchen Zweck sollen die historischen Waldnutzungsformen haben? Sind sie als reine Museumsbestände gedacht? Dann reichen wenige Hektar in der Nähe eines Museumsdorfes aus (Loh- und Schneitelwälder bitte nicht vergessen). Oder sollen sie einen nennenswerten Beitrag zu (regionalen) Natur- und Artenschutzleistungen darstellen? Dann müßte man über deutlich größere Flächenkulissen reden.

Frage an Herrn Steier: Mit welcher Besatzdichte und welchem Beweidungsmanagement wird in dem von Ihnen genannten Projekt gearbeitet?

Mfg

deko Dr. Joachim Rock am 13.03.2012 22:01:11

Was ist "waldbaulich vertretbar"? Bei extrem unausgewogener AK-Struktur steht eine Verlängerung ggf. im Widerspruch zum Verjüngungsziel an sich und kann die ertragskundliche "Vertretbarkeit" gefährden. Zudem ist die naturschutzfachliche Wertigkeit von z. B. Alteichenbeständen von in diesen enthaltenen Strukturen und Requisiten abhängig - sind die nur altersabhängig oder kann man deren Vorhandensein waldbaulich beeinflussen?

Was ist mit "besondere(r) Förderung der Lebensraumtypen" gemeint? (Ich unterstelle: FFH-LRT)

MfG

deko Dr. Joachim Rock am 13.03.2012 21:51:26

Aus der Distanz betrachtet bedeuten die erste und die zweite Maßnahme ein aktives Management hin zur Erhaltung eines bestimmten Zustandes (sonst müßte nichts zurückgedrängt werden). Welche Flächen (-größen) sind hierbei zu berücksichtigen, wer wählt sie aus und nach welchen Kriterien?

Der dritte Vorschlag ist vorbehaltlos zu unterstützen, wobei zusätzlich Informationen über finanzielle, ökologische und andere Alternativkosten mit anzugeben wären.

MfG

deko Corvus corax am 13.03.2012 17:01:13

Mit den Maßnahmen 1-3 haben wohl nur wenige Private- und Kommunale Waldbesitzer ein Problem, da es sich ja hierbei nur um kleine bis mittelgroße Flächen, oft innerhalb großer Staatswaldkomplexe handelt. Zum Biosphärengebiet SSW kann ich nicht viel sagen, aber wenn die Aussagen stimmen, dass die Bevölkerung vor Ort eine Ausweisung begrüßen würde, warum nicht?
Ganz anders stellt sich die Lage beim Thema NP NSW dar. Hier ist die Mehrheit der Bevölkerung (und ich meine die Bevölkerung der Gemeinden, die mit ihren Gemarkungen betroffen wären!) gegen die Ausweisung. Wer das nicht glaubt: einfach eine Bürgerbefragung durchführen, ist zwar rechtlich nicht verbindlich aber auch nicht verboten! Aber jetzt zum Thema Prozessschutz: Interessant finde ich, dass das Thema NP unter Prozessschutz und nicht unter Artenmanagement behandelt wird. Das ist auch ehrlich. Und so ehrlich sollte man dann auch mit dem Thema umgehen. Wenn der Landtag die Ausweisung eines NPs beschließt kann er das tun, er macht die Gesetze. Aber dann sollte man den Menschen vor Ort auch sagen was das bedeutet und sie nicht mit dem Taschenspielertrick "Entwicklungsnationalpark" an der Nase herumführen. Wenn uns der Prozessschutz auch finanziell so viel wert ist (allein der derzeitige Holzvorrat auf 7.500 Hektar hat einen Marktwert von ca. 200 Millionen €) , dann aber bitte richtig, ab dem ersten Tag Natur Natur sein lassen und nicht in 30 Jahren der Natur zu erklären versuchen, wie wir es uns vorstellen, dass sie zu sein hat oder werden soll. Dann Prozessschutz für alle Arten, Buchdrucker und Rothirsch und Douglasie und Buche und Fichte und Sperlingskauz und Indisches Springkraut und Wanderfalke und Staudenknöterich... und in 30 Jahren schauen wir dann welche Arten noch da sind und welche nicht.

deko Moderation am 13.03.2012 12:13:33

Hallo Dr. Tobias Kühn,
in Ihren Anmerkungen sprechen Sie die Finanzierung der oben vorgeschlagenen Maßnahmen an. Inwiefern sollten Ihrer Meinung nach finanzielle Aspekte hier besser herausgestellt oder berücksichtigt werden? Wo sehen Sie mögliche Probleme? Und warum?

Fragt interessiert,
Britta Hartard (Moderation)

deko Dr. Tobias Kühn am 13.03.2012 10:30:13

Also niemand?? Tja dann...

deko Dr. Tobias Kühn am 13.03.2012 10:29:39

Die Frage ist: was will man mit Bannwäldern erreichen? geht es um wissenschaftlichen Erkenntnisprozess, geht es um Unterschutzstellung von Arten, get es um politische Einflussnahme?
Bzgl. Ziel Nr. 1 habe ich volles Vertrauen in die Kompetenz der FVA etwaig bestehende Lücken bennen zu können.
Bannwaldausweisung aufgrund politischer Einflussnahme lehne ich ab.

deko Dr. Tobias Kühn am 13.03.2012 10:27:03

Sofern der Gestezgeber die fianziellen Mittel (Mindereinnahmen, Mehraufwändungen) bereitstellt und es, sofern es zu geringeren Holzeinschlägen kommt, egal ist, wenn Holz importiert wird, spricht nichts dagegen.
Ohne "Moos" ist allerdings nichts los.

deko Moderation am 08.03.2012 20:39:38

Sehr geehrter Herr Dr. Kühn, liebe Teilnehmende,

In Ihrem Beitrag gehen Sie darauf ein, dass Sie Ausweisungen zusätzlicher Bannwälder befürworten unter der Voraussetzung, dass tatsächliche Ausweisungslücken bestehen. Eine Frage, die die AG zur Diskussion gestellt hat ist, hinsichtlich welcher Vorgaben (z.B. regionale Verteilung, Waldgesellschaften oder Größenklassen) künftig auszuweisende Bannwälder repräsentativ sein sollen?
Wie könnte diese Frage Ihrer Meinung nach beantwortet werden, vielleicht können Sie ein Beispiel geben, wo Sie noch Ausweisungslücken sehen?

Viele Grüße und ich freue mich auf weitere interessante Beiträge!
Kristina Wirth (Moderation)

deko Dr. Tobias Kühn am 08.03.2012 17:27:01

Wer Lichtbaumarten will, muss ja sagen zu kleinflächigen Räumungen. Wer das ablehnt outet sich als Anhänger der Schattbaumarten.

deko Dr. Tobias Kühn am 08.03.2012 17:25:51

Wer bezahlt die Wünsche?

deko Dr. Tobias Kühn am 08.03.2012 17:24:37

Diese unreflektierte Douglasienfeindlichkeit ist rätselhaft (genauso wie eine unreflektierte Euphorie es wäre). Reinbestände, gleichwelcher Art haben sich nicht bewährt, daher ist es gute forstliche Praxis, Mischbestände anzustreben. 30 - 60 m als Obergrenze für Douglasienbeimischung ist s e h r kleines Karo, 1 Hektar ist eine angemessene Obergrenze.

deko Dr. Tobias Kühn am 08.03.2012 17:10:35

Wenn die Gesellschaft Prozessschutzwälder (AuT-Konzept) will, soll sie den Eigentümern die finanziellen Folgen ausgleichen. Der Ausgleichsanspruch bezieht sich auf private und körperschaftliche Wälder.
Waldeigentümer, die teils durch jahrhundertelange Bewirtschaftungsverantwortung Waldbiotope geschaffen haben, dürfen nicht dadurch bestraft werden, dass diese Wälder dem Eigentumsrecht entschädigungslos entzogen werden. Geschieht dies dennoch, kann man jedem Waldbesitzer nur raten, peinlichst darauf zu achten, dass keine derartigen Biotope entstehen - wäre das im Sinne des Naturschutzes?
Bannwaldausweisung: dort wo es noch tatsächliche und nicht nur vermeintliche Lücken zu füllen gibt, kann man das tun. Entschädigung kommunaler und privater Eigentümer siehe oben.
Biosphärengebiet Südschwarzwald: sehe ich kritisch, der Nutzen hat sich mir bislang nicht erschlossen.
Nationalpark Nordschwarzwald: sehe ich sehr kritisch, es scheint mehr politisch denn sachlich motiviert. Vielleicht weiß man nach Gutachten mehr, sofern es sauber erarbeitet wird.

deko Johannes Enssle am 08.03.2012 16:18:25

Ich wundere mich manchmal über solche Aussagen wie die von "Baer": "Der Eigentümer ist selbst verantwortlich für seine Strategien, Konzepte und Richtlinien."

Wer ist denn bitte schön im Fall von ForstBW "der Eiegntümer"?

deko Baer am 08.03.2012 8:53:27

Der Eigentümer ist selbst verantwortlich für seine Strategien, Konzepte und Richtlinien. Hier handelt es sich um betriebskritische elementare Entscheidungen. Dies sollten somit auch von den betriebsführenden Personen getroffen werden. Ein informeller Wissensaustausch wäre n.m.E. hier denkbar, eine Mitbestimmung nicht.

deko Baer am 08.03.2012 8:41:34

Holz ist ein gefragter Rohstoff. Es kann nicht das Ziel sein unsere Wälder unter Prozessschutz zu stellen und das benötigte Holz dann aus anderen Ländern zu importieren. Ich plädiere daher dafür den max. Anteil an Prozessschutzwälder auf aller höchstens 10% festzulegen. Dabei sind Bannwälder, Biosphärenkernzonen sowie Habitat und Refugien zusammenzunehmen.

Auch ist dann klar, das die Nutzungsfunktion auf allen übrigen Flächen zunehmend größeres Gewicht bekommen wird.

deko Baer am 08.03.2012 8:32:20

Die oben dargestellten MAßnahmen halte ich für überzogen. Solange nichtheimische Baumarten einen geringen Anteil von unter 5% der Baumartenanteile ausmachen und die Verteilung /Mischung Horstweise erfolgt, tragen diese zur Risikominimierung auch und gerade bzgl Klimawandel bei.

deko Moderation am 07.03.2012 16:55:26

Hallo alpenbock,
in welchen Bereichen sehen Sie nach Ihren Erfahrungen konkreten Bedarf für den von Ihnen genannten "notwendigen Spielraum im Aufgabenspektrum"? In welcher Weise könnten diese geschaffen werden?

Viele Grüsse,
B. Hartard (Moderation)

deko alpenbock am 07.03.2012 15:19:51

Durch eine gemeinsame Fortbildungsstrategie muß nicht nur das Forstpersonal in seiner naturschutzfachlichen Kompetenz gestärkt werden, sondern es muß auch der notwendige Spielraum im Aufgabenspektrum geschaffen werden (Personal!). Nach dem Motto "viele Köche verderben den Brei" kann ein zu viel an Partizipation eher das Gegenteil bewirken.

deko Moderation am 07.03.2012 15:10:41

Hallo alpenbock,
welche örtlich vorkommenden Gegebenheiten sollten denn aus Ihrer Sicht bei der Umsetzung der Habitatbaumausweisung berücksichtigt werden? Haben Sie vielleicht konkrete Beispiele?

Viele Grüsse,
B. Hartard (Moderation)

deko alpenbock am 07.03.2012 15:06:56

Die Vorbehalte gegenüber den Fremdländern sind mir zu streng. Viele zum Teil wiedereingebürgerte Baumarten haben sich gut bewährt und tun auch auf Sonderstandorten ihre Dienste. Im Zuge des Klimawandels werden sich auch heimische Baumarten mit anderen Bedingungen auseinanderzusetzen haben, da tut es vielleicht gut mit Baumarten anderer Kontinente Helfer (auch unter wirtschaftlichen Aspekten) zu haben.

deko alpenbock am 07.03.2012 14:58:28

Die Umsetzung der Habitatbaumausweisung aus dem AuT darf nicht zu schematisch erfolgen. Die in den Beständen örtlich vorkommenden Gegebenheiten müssen berücksichtigt werden. Vor Ausweisung neuer Schutzgebiete ist dafür Sorge zu tragen, dass bestehende konsequent entsprechend ihrer Zielsetzung ausgestattet (Personal) und entwickelt (wissenschaftliche Begleitung) werden.

deko alpenbock am 07.03.2012 14:49:41

Maßnahmen werden positiv beurteilt, allerdings nur dort wo auch historische Bezüge vorliegen und an die ehemalige Waldbewirtschaftungsform angeknüpft werden kann.

deko Birke22 am 07.03.2012 13:20:20

Sehr geehrter Herr Steier,
das ganze Feld mag ja umstritten sein, aber was hat das mit "machtgeilen Weltanschauungen" zu tun?
Hier sollte man doch die Kirche im Dorf lassen.

deko Wolfgang Steier am 06.03.2012 17:22:50

Auf die Gefahr hin, daß bei der Lektüre dieses Beitrags
der eine oder andere die Krise kriegt,weil das nach-
genannte in unserem Land leider eine unendliche Geschichte ist, erlaube ich mir noch etwas zum Thema
Biodiversität zu schreiben. Egal ob Türkenbund, Weiden-
röschnen, Holunder, Eiche Tanne oder Ahorn -ohne ange-
passte Wildbestände geht es nicht! Wild als Beitrag kann
ich in keinem Themenvorschlag lesen -symptomatisch für
unsere Forstverwaltung!? Seit Jahren werden die Waldzustandsbereichte weichgespült und gesundinter-
prätiert, egal wie die zusammengefressenen Naturverjüngungen unter den geschäddigten Altbeständen
aussehen. Ich versteh nicht, daß man immer und immer wieder vor den antiquirten Vorstellungen und der ver-
meindlichen Allmacht des Landesjagdverbandes einknickt.
Auch bei diesem großartigen Projekt, wird ein wichtiger
Grund für das Gelingen oder den Mißerfolg die Tatsache
der Wildbestände auf den ausgewählten Flächen sein.
Darum wäre mein Vorschlag ein Forschungsprojektes neu
zu installieren mit dem Titel: Kolaboration zwischen
ForstBw und dem LJV Notwendigkeit oder Systemfehler?

deko Wolfgang Steier am 06.03.2012 17:05:19

Die ersten vier genannten Maßnahmen kann ich unterstützen
bei der letztgenannten habe ich so meine Probleme. Die Politik soll doch ehrlich sein und den Nationalpark als das verkaufen was es sein wird, nämlich ein Projekt den Fremdemverkehr anzukurbeln und nicht unbedingt ein Naturschutzprojekt. Als Forstmann der seit 35 Jahren gegen viele Widerstände Wildbestände angepaßt hat und
Tanne und Co mit Nachdruck unterstützt hat gehen mir diese Pläne absolut gegen mein forstliches Selbst-
verständis. In der geplanten Region ist die Natur-
ausstattung so vielseitig, daß von hochwertigsten Enztalkiefern bis zu wunderschönen Tannenmischwäldern und natürlichen Piceten so ziemlich alles zu finden ist als Folge der forstlichen Bewirtschaftung und nicht als Folge des Naturschutzes. Die Argumente, welche dafür sprechen von Prozesschutz bis Förderung einer naturnahen Waldbestockung, kann ich so nicht gelten lassen. Die
notwendigen Korrekturen an Durchmischungsgraden und dürfen nicht irgendwelchen machtgeilen Weltanschauungen
überlassen werden.

deko Moderation am 06.03.2012 16:56:43

Hallo Wolfgang Steier,
vielleicht mögen Sie uns noch etwas mehr von dem von Ihnen genannten Hutewald-Projekt bei Geislingen/ Steige erzählen? Beispielsweise: Was macht das Projekt aus Ihrer Sicht erfolgreich? Bestehen Ihrer Meinung nach auch problematische Aspekte?

Fragt interessiert,
B. Hartard (Moderation)

deko Wolfgang Steier am 06.03.2012 16:51:10

Verteufelt mir die Douglasie nicht! Wir werden noch froh sein eine trockenresistente Baumart zu haben mit der wir
unsere Betriebswirtschaft schönen können. Wir werden sicher auch in den kommenden Jahrzehnten an unserer Fähigkeit schwarze Zahlen zu schreiben gemessen werden.

deko Wolfgang Steier am 06.03.2012 16:47:08

Die vorgeschlagenen Maßnahmen kann ich nur unterstützen.
Nachdem die geforderte Renaturierung der vorhandenen naturfernen Bachauen noch nicht flächig vollzogen sind,
sollten diese Maßnahmen ebenfalls mit hoher Priorität in den Maßnahmenkatalog aufgenommen werden.

deko Wolfgang Steier am 06.03.2012 16:43:01

Die Wiedereinführung von Mittel/ niederwaldungen ,auch als Beispiele historischer Waldnutzungsarten finde ich hervorragend. Waldweide sofern diese nicht mit überhöhten
Rot und Rehwildbeständen durchgeführt werden soll, ist in Form von Hutewaldungen wie in einem Projekt im Bereich
Geislingen/Steige ebenfalls als extensive Landnutzungsform wünschenswert.

deko Wolfgang Steier am 06.03.2012 16:36:26

Ich bin mir nicht sicher, ob Naturschützer die fachliche
Kompetenz besitzen bei den oben genannten Themen wertvolle Beiträge liefern zu können.Sicher ist die Zusammenarbeit bei Spezialwissen über bestimmte Arten gut
und hilfreich, wie sie in vielen Forstämtern z.B. mit ornithologen auch schon gut funktioniert hat.

deko Sehr_Interessiert am 06.03.2012 13:14:16

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Hinweise / fehlende Aspekte: 134
Artenmanagement im Wald: 53
Mitwirkung: 49
Prozessschutz: 44
Lichte, offene Wälder: 31
Feedback & Hilfe: 31
Forschung: 19
Wälder nasser Standorte: 5

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