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Hinweise / fehlende Aspekte

Hierarchien und Konkurrenzen in der WNS?

von Dr. Joachim Rock am 30.03.2012 | 10:07 | Kommentare: 0 |

Guten Morgen,

mir ist zum letzten Tag der Diskussion noch ein wichtiger Punkt aufgefallen: Wie wird innerhalb der WNS mit Konkurrenzen und Hierarchien umgegangen? Welche Problembehandlungswege werden diesbezüglich vorgesehen? "Gewinnt" immer die "bedrohtere" Art, solange bis die "verlierende" sie ablöst? Zählen Pflanzen mehr als Tiere, darf man Niederwaldwirtschaft auf einem (nicht unter Schutz gestellten) Standort eines LRT betreiben etc.?
(Wenn das in der Konzeption enthalten ist und ich es nur nicht gefunden habe - Beitrag bitte streichen.)

Dies steht auch vor dem Hintergrund, dass die Dualität der Ansprüche - Prozess- und Strukturorientierung einerseits, Artenbezug andererseits - nicht immer beachtet wird oder schwer zu trennen ist. Einige Forderungen aus Artenschutzsicht bedeuten massives Eingreifen in sonst nach Betriebsstandard verfolgte Prozesse. Andererseits wird erhofft (oder darauf vertraut), bestimmte Strukturen wären der Garant für das Vorkommen einer Art. Da Strukturen leichter zu inventarisieren sind als Arten ist das auch ein ökonomisch sinnvoller Ansatz. Zwischen den Extremen spannt sich jedoch eine Matrix auf, in der für eine umfassende Strategiebildung für jedes strukturorientierte Ziel eingetragen werden müßte, welchen (Ziel-)Arten es wie stark hilft (oder sie gefährdet). Analog müßte für Bewirtschaftungsmaßnahmen verfahren werden (welchen Zielen / Zielarten nutzt es, welchen nicht?). Umgekehrt kann man dann systematischer sehen, welchen Arten (als Beispiel) mit welcher Maßnahme geholfen oder geschadet wird. Eine entsprechende Übersicht sollte bei der Ausgestaltung der allgemeinen Bewirtschaftungsregeln und der Identifikation von Problembereichen sowie der Lenkung von Resourcen helfen.

Ich halte deshalb die in den Projektzielen formulierten Sätze:
"Da nicht alle Naturschutzaspekte auf einmal umfassend abgedeckt werden können, finden zunächst allerdings nur die vorrangigen Ziele Eingang in die Konzeption. Aus einer Vielzahl von wichtigen Handlungsmöglichkeiten im Waldnaturschutz müssen daher die vorrangigen Aspekte herausgefiltert werden."

für unglücklich bis gefährlich. Eine bestehende Konzeption zu erweitern ist mühsam, innerhalb eines bestehenden Konzeptes Schwerpunkte zu verschieben einfacher. Es sollten deshalb alle Ziele Einfluß in die Konzeption haben. Teil der Konzeption muss dann die im zweiten Satz angesprochene Evaluierung und Konzentration auf vorrangige Ziele sein. Die hierfür verwendeten Entscheidungskriterien, Verfahrensabläufe, Wichtungen etc. sind ebenfalls Teile der Konzeption.

Mit freundlichen Grüßen,

Joachim Rock

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