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Hinweise / fehlende Aspekte

Gesamtkonzeption?

von Jerg Hilt am 28.03.2012 | 21:09 | Kommentare: 2 |

Bislang erschließt sich mir nicht, inwiefern es sich hier um eine "Gesamtkonzeption" handelt. Ziel der Waldnaturschutzkonzeption soll es sein, die Teilstrategien für den Naturschutz im Staatswald aufeinander abzustimmen und zusammenzuführen. Der Entwurf ist aber wenig mehr als eine Aufzählung unterschiedlichster Naturschutzziele und —maßnahmen. Konflikte zwischen den einzelnen Zielen werden nicht thematisiert (z.B. Prozessschutz versus Dauerwald versus Artenschutz).
Auch die Auswirkungen auf andere Ziele des Eigentümers Land Baden-Württemberg(Energiewende, Haushaltskonsolidierung etc.) werden nicht betrachtet. Wenn alle genannten Ziele nebeneinander erfüllt werden, wird zukünftig auf mindestens 1/3 der Staatswaldfläche (1,2 Mio. ha) die Holzproduktion keine oder nur noch eine nachgeordnete Rolle spielen. Die Folgen der einzelnen Maßnahmen für Arbeitsaufwand, Staatshaushalt und Volkswirtschaft (Rohstoff- und Energieversorgung) müssen quantifiziert werden. Nur so ist eine echte Beurteilung des Maßnahmenpakets möglich.

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  Kommentare
Johannes Enssle am 29.03.2012 23:11:21

Lieber Herr Hilt,

da haben sie wohl recht. Ich weiß jedoch nicht, ob das eine "Naturschutzstrategie" leisten kann und ob sie das überhaupt muss.
Ein Versuch war ja die "Waldstrategie 2020" der Bundesregierung, die das Vorhaben allerdings ordentlich versemmelt hat. Das was Sie fordern sollte wohl eher in einem Konzept zur "Multifunktionalen Waldwirtschaft" zusammengefasst werden, wovon die WNS dann ein Bestandteil sein kann.

Den Aspekt, dass die Aufwendungen des Staates für den Naturschutz quantifiziert werden müssen halte ich für sinnvoll. Gerne würden wir mehr Steuergelder im Natruschutz sehen und weniger in Autobahnen und Hauptstadt-Bahnhöfen. Da wäre einen sachliche Aufbereitung der Staatsausgaben hilfreich. Diese würde zeigen, wie marginal der Natruschutzhaushalt im vgl. zu den immensen Aufgaben in diesem Bereich ausgestattet ist, auch was die Förderung des Privatwaldes für besondere Naturschutzleistungen betrifft (z.B. bei der Umsetzung von Natura 2000 im Wald).

Was die Rolle des Staates beim Naturschutz betrifft, so sind sich zumindest die Verfassungshüter einig:

"GG Art 20a
Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung."

Insofern halte ich Ihren Ansatz für vielversprechend, denn u.U. hieße das, dass es durchaus legitm wäre, auf 1/3 der Staatswaldfläche vorranig Naturschutz zu betreiben und nicht Holzproduktion. Ich hoffe nur, dass mangels Finanzmittel dann nicht alles nach "Maßgabe von Gesetz und Recht" vom Privatwald ausgefüllt werden muss ;-)

Ich finde derzeit sieht es in BaWü trotz weltweiter Finanzkrise aber nicht danach aus. Oder?

Dr. Joachim Rock am 28.03.2012 22:36:02

Diese Online-Aktion ist doch ein Mittelding zwischen brainstorming-Prozess und Review. Neue Ideen und Hinweise auf Schwächen in der Konzeption (und positives feedback für gut gemachte Ansätze) - was dann daraus wird werden wir sehen.
Bezüglich der Aufstellung von untereinander abgestimmten Zielen und deren transparenter Beschreibung und gesamtgesellschaftlicher Bewertung (nicht nur ökonomisch) wäre ein "großer Wurf" aber wirklich wünschenswert.

MfG

Joachim Rock

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