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Prozessschutz

10 Prozent Schutz darf nicht zur Mogelpackung werden

von Greenpeace am 30.03.2012 | 16:21 | Kommentare: 2 |

Greenpeace:
Wichtig ist nicht nur der integrative Naturschutz auf der ganzen Fläche (Ausweisung von Habitatbaumgruppen etc…), sondern ein Schutzgebietskonzept, dass auf 10% der öffentlichen Waldfläche Schutzgebiete verschiedener Größe vorsieht. Zentral sind dabei größere, nutzungsfreie Schlüsselgebiete für die natürliche Waldentwicklung, Mindestgrößen für diese Gebiete sind über 1.000 bzw. über 5.000 Hektar. Ergänzt werden diese großen nutzungsfreien Gebiete durch Korridore, die eine Vernetzungsfunktion zwischen den Schlüsselgebieten einnehmen und die Ausbreitung und Wanderung von Arten fördern. Kleine Trittsteine (z.B. Altholzinseln von 5 bis 10 Hektar) dienen als zusätzliche Vernetzung der Schlüsselgebiete und Korridore. Eine ökologische Waldnutzung mit Schwerpunkt auf dem Umbau nichtstandortheimischer Nadelwälder in naturnahe, buchenwalddominierte Laubwälder vervollständigt das Konzept.
Folgende Flächen dürfen nicht auf die 10 Prozent Schutz angerechnet werden:
1) Flächen außer regelmäßiger Bewirtschaftung (hier ist keine rechtliche Absicherung für ihren Schutz gegeben)
2) Kleinstflächen von unter 5 Hektar (diese Flächen sollten als Teil des integrativen Naturschutzes im Rahmen der Bewirtschaftung selbstverständlich sein).

ForstBW:
Welche Strategien im Umgang mit Zielkonflikten (z.B. Prozessschutz versus Artenschutz; Aufgabe forstlicher Nutzung versus Versorgung mit dem regenerativen Rohstoff Holz) im Zusammenhang mit nutzungsfreien Wäldern gibt es?

Greenpeace:
Durch die Ausweisung von 10% Schutzgebieten im öffentlichen Wald sind keine Versorgungsengpässe zu erwarten. Außerdem hat die Bewirtschaftung der öffentlichen Wälder eine Vorbildfunktion und ist dem Gemeinwohl verpflichtet.

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  Kommentare
Schwarzspecht am 30.03.2012 18:45:32

Das ist ja alles schön und gut. Ich frage mich nur, woher die Damen und Herren von Greenpeace künftig ihr Holz beziehen wollen. Ist nur Holz, das weit weg in Plantagen vorzugsweise auf früheren Urwaldflächen (FSC-zertifiziert) produziert wird, gutes Holz, aus dem man dann auch gerne Gartenmöbel oder Hygieneartikel herstellt und nutzt?
Wenn alles gegen die Baumart Fichte spricht, aus welchem Holz sollen dann künftig Dachstühle, ganze Holzhäuser und Holzverpackungen hergestellt werden?
Fragen Sie mal einen Sägewerker, was der von 70cm dicker Fichte hält! Haben Sie sich mal Gedanken gemacht, mit welcher Wahrscheinlichkeit eine 70cm dicke Fichte einer Kalamität (oder einer Schwarzspechthöhle :-)) zum Opfer fällt?

Dr. Tobias Kühn am 30.03.2012 17:09:39

10 % des öffentlichen Waldes stillzulegen, bedeutet 20 % des Staatswaldes stillzulegen, denn von Ausnahmen abgesehen wird diese Forderung für Kommunen kein Thema sein.

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